8
Schwäbische.de Schwäbische.de
Regen 1
Sigmaringen
Lokales

Aßfalg sieht mehr Chancen als Risiken

Bis 2027 sollen um die 40 Millionen Euro für die Konversion ausgegeben werden

Die Konversion wird mindestens 36,5 Millionen Euro kosten. Der Kauf von Grundstücken durch die Stadt ist in diesem Betrag nicht inbegriffen.
Die Konversion wird mindestens 36,5 Millionen Euro kosten. Der Kauf von Grundstücken durch die Stadt ist in diesem Betrag nicht inbegriffen.
Satz & More

Sigmaringen sz Um die 40 Millionen Euro soll die Konversion der Graf-Stauffenberg-Kaserne in den kommenden zehn Jahren kosten. Diese Zahl hat Bürgermeister Thomas Schärer in seiner Haushaltsrede genannt. Wie kommt die Stadt auf diese Zahl? Kämmerer Bernt Aßfalg hat auf Wunsch des Gemeinderats eine 47-seitige Zusammenstellung angefertigt. Seine Botschaft: „Ich sehe mehr Chancen als Risiken.“ Im Folgenden geben wir Antworten auf zentrale Fragen.

Kämmerer Aßfalg beziffert die Kosten auf 36,45 Millionen Euro. Wie kommt er auf diese Zahl?

An der Kostenaufstellung lässt sich ablesen, dass der Innovationscampus die Herzkammer der Konversion ist. Mit einem Volumen in Höhe von 13,2 Millionen Euro verschlingt er mehr als ein Drittel des Geldes. Aßfalg rief das Kernziel der Konversion in Erinnerung, nach dem auf dem Kasernenareal 1800 Arbeitsplätze entstehen sollen. Das Projekt mit dem zweitgrößten Volumen ist ein virtuelles Kraftwerk für regenerative Energie, es soll 7,4 Millionen Euro kosten. Neben Baukosten gab er auch die Kosten für den Unterhalt an. Die anderen Positionen sind in der grafischen Übersicht aufgelistet.

Warum taucht die Position Grundstückskäufe in der Übersicht nicht auf?

Dies hat taktische Gründe. Die Stadt befindet sich momentan in Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), dem Eigentümer der Kaserne. Würde sie Zahlen öffentlich nennen, würde sie sich die Preise kaputt machen. Man kann aber davon ausgehen, dass es nicht bei den von Bürgermeister Schärer genannten 40 Millionen Euro bleibt, wenn die Stadt Grundstücke in nennenswertem Umfang kauft. Geplant ist, den Streifen entlang der Hohenzollern-Straße südlich der ehemaligen Wache zu erwerben.

Wie teilen sich die Investitionen und die laufenden Kosten auf?

Die Investitionskosten gibt die Stadt mit 27,7 Millionen Euro an, die laufenden Kosten schlagen zusätzlich mit rund 7,5 Millionen Euro zu Buche. Größter Batzen ist hier der Abmangel für die städtische Wirtschaftsförderung, der aktuell jährlich bei 400 000 Euro liegt. Den Unterhalt des städtischen Bereichs der Kaserne beziffert Aßfalg auf 1,2 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren. Der Zweckverband des interkommunalen Gewerbegebiets, das die Stadt mit acht weiteren Kommunen initiiert, soll in den kommenden zehn Jahren zwei Millionen Euro kosten. Der Kauf von Grundstücken – angedacht ist eine Fläche von bis zu 82 Hektar – soll über Kredite finanziert werden. Deshalb sind die kalkulierten Kosten keine Investitionen, sondern dem Bereich laufende Kosten zuzuordnen.

Was verbirgt sich hinter der Position Erschließung des Kasernengeländes?

Der Parkplatz für den Innovations-campus ist in den 13,2 Millionen Euro nicht einkalkuliert. Die Stadt rechnet für den Bau mit weiteren zwei Millionen Euro. Die Hochschule und der Campus sollen über eine Brücke verbunden werden. Kosten: eine Million Euro und eine zweite Zufahrt soll 200 000 Euro kosten.

Muss die Stadt die kalkulierten 36 bis 40 Millionen Euro alleine schultern?

Nein, aktuell sind Zuschüsse in Höhe von 13,65 Millionen Euro in Aussicht gestellt beziehungsweise zugesagt. Doch das finanzielle Risiko trägt die Stadt wie das Beispiel Innovations-campus zeigt. Der Obolus von EU und Land ist auf sieben Millionen Euro gedeckelt. Die laut der aktuellen Kostenschätzung gestiegenen Baukosten muss die Stadt alleine schultern.

Wie nimmt der Gemeinderat den Bericht Aßfalgs auf?

Uwe Knoll von der CDU-Fraktion, der den Bericht eingefordert hatte, ordnete die Zahlen so ein: „Nun wissen wir, über welche Größenordnung wir sprechen. Bislang wussten wir von vielen kleinen Pflänzchen, aber das gesamte Blumenbeet hat keiner gesehen.“ Knoll forderte eine jährliche Berichterstattung. Markus Lehmann (ebenfalls CDU) ermunterte die Verwaltung, finanzielle Rückflüsse deutlich zu machen: „Wir müssen kommunizieren, wenn sich Investitionen bezahlt machen.“

Ihr Kommentar zum Thema
Kommentare (8)
8
Beitrag melden

@2: Mal schauen, wie lange Bürgermeister Schärer mit der Konversion noch zu tun hat. 2018 steht bekanntlich die Bürgermeisterwahl in Sigmaringen an.

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
7
Beitrag melden

Kommentar zu 3: Würde mich auch interessieren. Lange nichts Konkretes mehr gehört....

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
6
Beitrag melden

Schon interessant zu erfahren, dass der Abmangel für die städtische Wirtschaftsförderung aktuell jährlich bei 400 000 Euro liegt. Was haben Wirtschaftsförderer und sein zugeordnetes Personal bislang für Sigmaringen bewirkt, was diese Summe rechtfertigt? mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
5
Beitrag melden

In den letzten Jahren wurden mit großem Engagement strategische Konzepte entwickelt. Warum hört man darüber im Gemeinderat nichts bzw. stellt die Konzepte zur Diskussion?

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
4
Beitrag melden

Erst kürzlich war von Bürgermeister Schärer zu hören, dass die Bundeswehr wieder in die Kaserne einziehen könnte. Sollte dies der Fall sein, müsste doch auch klar sein, wie es dann mit der Konversion aussehen soll. mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
3
Beitrag melden

Was ist eigentlich aus der Zusage der Landesregierung 2013 im Rahmen des kommunalen Entwicklungsprozess Konversion - KEK- geworden.? Da wurde doch eine kräftige finanzielle Unterstützung des Landes für Projekte angekündigt. Der Prozess wurde doch von der Landrätin geleitet. Hat sie sich für eine finanzielle Unterstützung der Konversion in Sigmaringen und Hohentengen bei der Landesregierung eingesetzt? mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
2
Beitrag melden

Sigmaringens Bürgermeister und Kämmerer können mit arbeitsreichen Jahren rechnen.

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
1
Beitrag melden

Erinnert an den Sigmaringer "Blütenzauber"! ---Uwe Knoll von der CDU-Fraktion, der den Bericht eingefordert hatte, ordnete die Zahlen so ein: „Nun wissen wir, über welche Größenordnung wir sprechen. Bislang wussten wir von vielen kleinen Pflänzchen, aber das gesamte Blumenbeet hat keiner gesehen.“ mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Assfalg-sieht-mehr-Chancen-als-Risiken-_arid,10783204_toid,623.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.