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Herdwangen-Schönach
Lokales

Architekt bekommt reichlich Hausaufgaben mit auf den Weg

Der Gemeinderat Herdwangen-Schönach regt weitere Änderungen für die neue Seniorenwohnanlage auf dem Voglerareal an
Einige Änderungen stehen noch immer aus, doch der grobe Entwurf für die neue Seniorenwohnanlage in Herdwangen steht.
Einige Änderungen stehen noch immer aus, doch der grobe Entwurf für die neue Seniorenwohnanlage in Herdwangen steht.
Schaudt Architekten

Herdwangen-Schönach sz Architekt Joachim Dreher vom Konstanzer Büro Schaudt hat in der Sitzung des Herdwangen-Schönacher Gemeinderats am Dienstag die überarbeiteten Pläne für die Seniorenwohnanlage auf dem ehemaligen Voglerareal in Herdwangen vorgestellt. Diese beinhalten die Änderungswünsche, die das Gremium vor der Sommerpause gefordert hatte.

Die Debatte am Dienstag verlief bei verschiedenen Punkten sehr kontrovers, weil die Pläne weiterhin erhebliche Schwächen aufwiesen und von den Räten kritisiert wurden. Joachim Dreher konnte die neuen Vorschläge nicht überzeugend darstellen. Architekt Roland Groß aus Altshausen, der die Gemeinde bei der Entwicklung der Wohnanlage berät, zeigte auf, wo die Pläne optimiert werden müssen. Er setzte sich vermittelnd ein, sodass am Ende eine konkrete Liste mit Nachbesserungen aufgestellt werden konnte.

Optimieren muss das Architekturbüro Schaudt unter anderem die Dachform der Begegnungsstätte und die Zufahrt zum betreuten Wohnen. In der nächsten Sitzung am 26. September will der Gemeinderat die Pläne verabschieden, damit die Verwaltung noch vor Ende Oktober einen Antrag auf Förderung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) stellen kann.

Am heftigsten kritisierte die Mehrheit der Räte die Dachform der Begegnungsstätte, im ersten Entwurf ein Flachdach. Joachim Dreher schlug vor, ein extrem spitzes und hohes Dach über dem Saal mit einem Flachdach über den Nebenräumen zu kombinieren. Angesichts der Umgebung fanden die Räte die extreme Höhe und die starke Neigung des Daches allerdings unpassend. Sie forderten ein symmetrisches und nicht so hohes Satteldach über das Gesamtgebäude. Dreher bot an, auf dem Nebengebäude ein Schleppdach – wie auf einem angebauten landwirtschaftlichen Schuppen üblich – zu bauen. Roland Groß griff ein und erläuterte anhand des Grundrisses die Intention des Büro Schaudts. Die Begegnungsstätte sei der Auftakt der Anlage und werde öffentlich genutzt. Deshalb sei diese Sonderform für das Dach entworfen worden. Der Entwurf sei aber noch nicht optimal.

Einverstanden waren die Räte mit der Reduzierung der Flächen. Der neue Entwurf sieht eine Einsparung von 19 Prozent der Flächen im Gebäude des betreuten Wohnens vor. Auf beiden Stirnseiten entsteht eine Einzimmerwohnung anstatt von Zweizimmerwohnungen und der Flur ist nicht mehr so breit. Weil das Gebäude kleiner ausfällt, kann die äußere Treppe eingespart werden.

Kritik übten die Räte an der neuen Balkonform, die keine Loggia mehr sein wird, sondern dem Gebäude vorgestellt. „Es ist eine Verschlechterung, weil Balkone Wind und Wetter ausgesetzt sind“, sagte Gislar Klaiber (Freie Wähler). „Es ist nur wirtschaftlich besser.“

Das Gebäude für das Mehrgenerationen-Wohnen wird nun eine Wohnung weniger pro Geschoss haben. Vierzimmerwohnungen sind nicht mehr vorgesehen. Die Höhe des großen Gebäudes kritisierten die Gemeinderäte als zu hoch im Vergleich zur Nachbarschaft. Roland Groß vertrat ebenfalls die Ansicht, dass nachgebessert werden muss.

Platz für drei Läden

Die Gewerbefläche wurde um 22 Prozent verringert: Es werden drei statt vier Läden Platz haben. Die Zufahrt für das betreute Wohnen ist im überarbeiteten Entwurf als Rampe vorgesehen, die dreieinhalb Meter breit sein muss, weil sie auch Rettungsweg ist. Dieser Ausbau mit Mauern stieß bei den Räten auf Kritik, weil das Aus- und Einparken auf den Stellplätzen dadurch schwieriger wird. Roland Groß erachtete den Ausbau zur Rampe als unnötig. Es reiche eine einfachere Zufahrt, sagte er. Die Tiefgarage wird kleiner.

Gerhard Braun (CDU) forderte, dass Parkbuchten und Fahrbahnen groß genug bleiben, damit die Senioren gut einparken können. Darüber entstand eine Diskussion zwischen Joachim Dreher und den Räten, die Roland Groß ebenfalls schlichtete. Bürgermeister Ralph Gerster war am Ende der Debatte aber zufrieden. „Herr Dreher nimmt klare Aufgaben mit ins Büro und kann die Pläne entsprechend ändern und ergänzen.“

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