Schwäbische.de Schwäbische.de
Schneeschauer -1
Laichingen
Lokales

Ansturm auf die Liegen

Blutspende-Aktion am 23. Dezember in Laichingen wieder gut besucht

Laichingen sz Der letzte Blutspende-Termin des Jahres, veranstaltet vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), ist in Laichingen traditionell der am besten besuchte. Am Samstag, 23. Dezember, war es in der Daniel-Schwenkmezger-Halle wieder so weit. Von 10.30 bis 16 Uhr wimmelte es dort nur so von engagierten Spendern sowie haupt- und ehrenamtlichen Helfern.

Laichingen gilt als Spenderhochburg im Alb-Donau-Kreis: Pro Termin werden durchschnittlich 500 Spender verzeichnet – so auch dieses Mal. Am Ende des Spendentages wurden 514 Blutkonserven gezählt, 31 davon stammten von Erstspendern.

In Deutschland werden täglich rund 15 000 Blutspenden benötigt. Jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 18 und 73 Jahren kann Blut spenden, und bis zum Alter von 64 Jahren kann man als Erstspender damit beginnen. Der Blutspende-Termin kurz vor Weihnachten gilt nicht umsonst als am besten besuchter Termin des ganzen Jahres in Laichingen. Nicht nur die Besucher strömten an diesem Tag in die Daniel-Schwenkmezger-Halle – auch das Blut floss in Strömen: Jedem der 514 Spender wurden 500 Milliliter Blut entnommen. Alle Blutkonserven zusammengenommen ergibt dies eine Menge von 257 Litern gespendetem Blut.

Doch was passiert mit dem Blut? Die verschiedenen Spenden sammle man im Blutspende-Institut in Ulm, erklärt Hardy Hepp, der stellvertretende Bereitschaftsleiter für Blutspenden beim DRK-Ortsverein in Laichingen. „Dort werden sie weiterverarbeitet und dann an die Krankenhäuser verteilt.“ Die Spende wird also überwiegend in der Region zur Verfügung gestellt, in der sie auch gespendet wurde. Aus der Blutspende selbst können verschiedene Blutprodukte gewonnen werden: Mit dem Erythrozytenkonzentrat, das aus den roten Blutkörperchen hergestellt wird, wird der Sauerstofftransport im Blut gesichert. Patienten, die an Blutgerinnungsstörungen und Blutungsneigungen leiden, kann mit Blutplasma geholfen werden, aber auch mit den Blutplättchen, die im Thrombozytenkonzentrat enthalten sind. Der Patient bekommt somit immer nur den Teil des Blutes, den er für seine Genesung aktuell benötigt.

Eisenwert im Blut wichtig

Bereits 1961 hat der erste Blutspende-Termin in Laichingen stattgefunden, seither finden hier jährlich drei bis fünf Termine statt. Pro Termin kommen zirka acht bis zwölf Erstspender. Die Blutspende bietet auch den Spendern einige Vorteile: Für die Spende werden die Blutgruppe und der Rhesusfaktor ermittelt, auch weitere Untersuchungen werden vorgenommen. Somit dient die Blutspende als Grundstein für die allgemeine Gesundheitsvorsorge. „Bei den Untersuchungen wird beispielsweise der Eisenwert im Blut untersucht.“ Dieser müsse über 100 liegen, damit eine Blutspende in Frage komme, sagt Hardy Hepp. „Auch der Blutdruck und der allgemeine Gesundheitszustand werden geprüft.“ Außerdem müsse ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm auf die Waage gebracht werden können.

Bei jedem Spendentermin müssen die Spender vor der eigentlichen Blutentnahme, die etwa zehn Minuten dauert, etwas Papierkram erledigen. Dazu gehört ein Fragebogen, der die Ärzte über den Gesundheitszustand des Spenders informiert, über in der Vergangenheit liegende Auslandsaufenthalte – einige Länder bergen ein gewisses Risiko für Virusinfektionen – oder Krankheiten und eingenommene Medikamente. Außerdem gibt es die Möglichkeit des vertraulichen Selbstausschlusses: Der Spender kann mithilfe eines Strichcode-Aufklebers, der auf dem Fragebogen für den Arzt angebracht wird, diesem unauffällig zu verstehen geben, dass sein Blut nicht verwendet werden soll. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Risiko besteht, sich mit HIV-Viren angesteckt zu haben. Auch Häftlinge dürfen bis vier Monate nach Haftentlassung kein Blut spenden, genauso wenig wie Personen, die sich Drogen spritzen oder dies in der Vergangenheit getan haben. Erstspender müssen zudem eine Datenschutz-Einwilligungserklärung unterschreiben und beantragen somit ihren Blutspenderausweis.

40 Leute im Einsatz

Aber auch die Helfer zeigen in Laichingen viel Engagement. „Am Tag vor dem Blutspende-Termin werden die Lebensmittel für den Imbiss gekauft, die Getränke lassen wir uns liefern“, erzählt der stellvertretende Bereitschaftsleiter für Blutspenden. Bereits um sechs Uhr gehe es in der Küche los. Insgesamt seien bei dem Termin 40 Leute aus dem Team im Einsatz, „hinzu kommen noch die ganzen ehrenamtlichen Helfer“, so Hardy Hepp. Und auch im Fall von Nebenwirkungen, die bei den Spendern auftreten können, ist das Team bestens gerüstet: „Sollte jemand aufgrund von Kreislaufproblemen umgefallen sein, muss sich der betroffene Spender auf eine der Liegen legen, die Füße werden hochgelegt, um den Kreislauf zu stabilisieren.“ Dann kümmere sich der leitende Arzt um den Spender. Was Erstspender angeht, bestehe eine feste Regel: „Die Erstspender müssen nach der Blutentnahme zehn Minuten liegen bleiben.“ Man wisse noch nicht, wie diese auf die Blutspende reagieren, während Mehrfachspender sich auch sitzend erholen dürften oder sogar gleich zum Buffet gehen könnten. „Die wissen selbst am besten, was ihnen gut tut.“

Und was sagen die Spender selbst? Die 21-Jährige India Metzler, die als Rettungssanitäterin beim DRK arbeitet, sich ehrenamtlich im Ortsverein engagiert und auch am Samstag Blutspender betreut hat, spendet zum vierten Mal Blut. Sie sagt: „Viele Menschen können mein Blut brauchen, ich kann es geben.“ Es sei eine gute Tat und sie gehe immer zu den Blutspende-Terminen, wenn sie Zeit hat. Christian Schurr ist am Samstag extra aus Kuchen gekommen, um zum dreiundsiebzigsten Mal Blut zu spenden. Der 41-Jährige ist der Meinung, dass man selbst auch froh sei, „wenn man mal einen Unfall hat, Bluttransfusionen braucht und jemand gespendet hat.“ Anfangs habe es sich durch Gespräche mit Freunden ergeben, dass er einmal zur Blutspende gegangen sei und danach nur unregelmäßig. Über die Jahre hinweg habe er dann aber versucht, jeden Termin einzuhalten. „Vom DRK fühle ich mich sehr gut betreut.“

Ihr Kommentar zum Thema

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Ansturm-auf-die-Liegen-_arid,10793783_toid,338.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.