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Lindau (Bodensee)
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Angela Heilmann stirbt im Alter von 71 Jahren

Stadt Lindau trauert um ehemalige Kulturamtsleiterin


Angela Heilmann
Angela Heilmann
archiv: hv

Lindau lz Fast ein Vierteljahrhundert lang hat Angela Heilmann das kulturelle Geschehen in der Stadt Lindau geprägt. Von 1987 bis 2011 war sie Leiterin des Kulturamts. Am vergangenen Freitag, 4. August, ist sie im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.

Geboren in Bamberg, aufgewachsen in München kam Angela Heilmann nach teils freiberuflicher Tätigkeit für diverse Museen an den Bodensee, wo sie die Leitung des Lindauer Kulturamts von einem nicht unumstrittenen Vorgänger übernahm, wie das Kulturamt schreibt. Es war keine leichte Aufgabe, der sie sich jedoch mit der ihr eigenen Begeisterungsfähigkeit und Tatkraft stellte: Der promovierten Kunsthistorikerin unterstanden sämtliche städtische Kultureinrichtungen, wobei sie für Museum und Theater auch inhaltlich-programmatisch verantwortlich war.

Tatsächlich fand Heilmann, die neben Kunstgeschichte auch Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften studiert hatte, hier ein Betätigungsfeld, das ihren vielseitigen Interessen entgegenkam: So deckten nicht nur die von ihr organisierten Ausstellungen im Cavazzen ein erstaunliches thematisches Spektrum ab, das vom Erfinder Felix Wankel (2002) bis zum Bildhauer Ernst Barlach (2004) reichte. Ähnlich breit war das Programm in den Sparten Theater und Konzert gefächert.

Bekannte Schauspieler wie Heribert Sasse, Pierre Brice, Georg Schramm, Gert Westphal, Johannes Heesters, Ellen Schwiers und andere mehr standen immer wieder auf der Bühne des Stadttheaters. Darüber hinaus gelang es Heilmann, neben solch namhaften Musikern wie Grigory Sokolov oder Thomas Quasthoff zahlreiche international renommierte Streichquartette nach Lindau zu holen und im Verlauf der Jahre ein kenntnisreiches Publikum für Kammermusik heranzuziehen – das Genre, dem ihre besondere Hingabe galt.

In Erinnerung bleiben Großveranstaltungen wie die zum 500. Jubiläum des Reichstags in Lindau (1996), die Milleniumssilvestergala im Stadttheater (1999/2000), der Lindauer Theatersommer mit einer Inszenierung des „Jedermann“ (2003) oder die „Künstlerbegegnungen der IBK“ (2001 und 2008) – Heilmann liebte und suchte die Herausforderung. Dass die Marionettenoper 2000 ein dauerhaftes Domizil im Stadttheater fand, ist ebenso ihr Verdienst wie der Umzug von Stadtbücherei und -archiv in größere und bessere Räume. Für die Umgestaltung des Erdgeschosses im Alten Rathaus zum Bibliotheksmuseum stellte sie erste Weichen.

Nach ihrer Pensionierung übernahm sie – umtriebig wie eh und je – die ehrenamtliche Leitung des Museums Langenargen, die sie bis zu ihrem Tod innehatte. Die Stadt Lindau wird ihr ein ehrendes Angedenken bewahren.

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