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Analyse zeigt die stärksten Branchen

Wirtschaftsforscher haben die sechs wichtigsten Kompetenzfelder der Region herausgearbeitet - Warum die Zahlen wichtig sind
Magirus-Feuerwehrautos sind Exportschlager der Innovationsregion Ulm.
Magirus-Feuerwehrautos sind Exportschlager der Innovationsregion Ulm.
Alexander Kaya

Ulm sz Was muss geschehen, damit die Innovationsregion Ulm wirtschaftsstark bleibt? Für diese Frage gibt es jetzt eine Diskussionsgrundlage. Das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos hat im Auftrag des Stadtentwicklungsverbands eine Analyse erstellt. Sie zeigt, dass sich die wichtigsten Branchen der Stadt Ulm, des Landkreises Neu-Ulm und des Alb-Donau-Kreises im deutschlandweiten Vergleich nicht verstecken müssen. Am Dienstagnachmittag hat Tobias Koch von Prognos die Analyse bei einer Versammlung des Stadtentwicklungsverbands vorgestellt.

In den Bereichen Maschinenbau und Metall liegt die Region aus der Stadt Ulm und den beiden Kreisen in Bezug auf die Beschäftigten auf den Plätzen sechs und sieben in Deutschland. In den vier anderen wichtigen Branchen ist sie zwei mal unter den besten Zwanzig und zwei mal unter den besten Dreißig zu finden.

Allerdings hinkt der Vergleich etwas. Denn Prognos hat für die Analyse die Zahlen der Stadt Ulm und der beiden Kreise zusammengefasst und mit Zahlen verglichen, die jeweils nur für einen Landkreis gelten. Die absoluten Zahlen sprechen jedoch auch so für die sogenannte Innovationsregion. 206 000 Menschen waren im Jahr 2016 hier beschäftigt, etwa 23 000 mehr als vor zehn Jahren. Damals hatte Prognos schon einmal eine solche Analyse angefertigt und die sechs wichtigsten Kompetenzfelder herausgearbeitet.

Die sind noch immer die gleichen: Metall, Maschinenbau, Nutzfahrzeugbau, Informations- und Kommunikationstechnik, Logistik und Life Science – also Chemie, Pharmazie, Gesundheitswesen, Medizin, Herstellung medizinischer Apparate und weitere verwandte Branchen.

Die Firmen dieser sechs Kompetenzfelder sind noch immer die größten Arbeitgeber der Innovationsregion.

Und es sind die mit dem stärksten Zuwachs, fast die Hälfte der neuen Arbeitsplätze ist dort entstanden. Am stärksten gewachsen ist die Logistikbranche: um 52 Prozent. Doch das liegt auch an Auslagerungen.

Einige Unternehmen haben neue Firmen geschaffen oder beauftragt, die für sie die Logistik übernehmen. Dass in der Branche jetzt so viele zusätzliche Angestellte arbeiten, liegt also auch an Verschiebungen zwischen den Kompetenzfeldern.

Noch etwas ist gleich geblieben: in den sechs stärksten Kompetenzfeldern sind annähernd je gleich viele Arbeitnehmer beschäftigt, auch wenn der Bereich Life Science etwas Vorsprung hat. „Es hängt nicht nur an einer Branche oder einem Unternehmen“, hob Tobias Koch von Prognos hervor, der die Analyse erstellt hat. Das unterscheide die Region von anderen wirtschaftsstarken Gebieten wie Ingolstadt oder Stuttgart.

Insgesamt haben Koch und seine Kollegin Melanie Reisch 22 Kompetenzfelder erarbeitet, denen die Firmen der Region zugewiesen werden können. Die sechs wichtigsten vereinen rund 40 Prozent der Angestellten auf sich.

Die Uni Ulm und die Hochschulen bieten zu allen Kompetenzfeldern passende Studiengänge an. Aus Sicht von Prognos-Mann Koch könnte das entscheidend sein. Passende Fachkräfte und Studenten zu finden, könne „der zukünftig fast wichtigere Schwerpunkt“ sein. Denn noch entscheidender als die Ansiedlung neuer Unternehmen sei die Entwicklung der bestehenden Firmen.

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU), zugleich Verbandsvorsitzender, stimmte dem zu: „Das funktioniert alles nur, wenn wir die richtigen Leute haben“, sagte er zum wirtschaftlichen Erfolg der Region. Dieser sei „kein Ruhekissen“. Die Ergebnisse der Analyse sollen helfen zu entscheiden, wo Gewerbeflächen entstehen können und welche Größe sie haben sollen. Auch bei der Arbeit am Standortmarketing sollen die Zahlen helfen.

Czisch betonte, es sei wichtig, dass aus den Forschungsprojekten auch Arbeitsplätze entstehen. Gerade habe die Uni Ulm beispielsweise zwei Förderanträge für Forschung an der Batterietechnik gestellt – angesichts der Diskussionen über Auto-Antriebe eine wohl zukunftsträchtige Technologie.

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