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Amüsant: Wechseljahre und Selbstverteidigung kommen auf die Bühne

Neues Programm - „Schwäbische Kleinkunst nach Eggenroter Hausfrauenart“ gibt es nach 2007 und 2009 jetzt zum dritten Mal

ELLWANGEN-EGGENROT sz (sj) – „Schwäbische Kleinkunst nach Eggenroter Hausfrauenart“ geht in die dritte Runde. Am 1. Juli startet auf dem Lindenhof Teil 3 des in der ganzen Region bekannten und beliebten Kabaretts, weitere Termine gibt es bis zum 12. November. Elf Mitglieder des Frauentreffs Eggenrot strapazieren wieder die Lachmuskeln ihres Publikums, einschließlich Christine Mairle-Zirbs, die musikalische Leiterin der Truppe, die sechs Lieder am Klavier begleitet.

Es geht um Wechseljahre und Hitzewellen, um graue Haare, Falten und Furchen, um Stilberatung und Bergabenteuer, um das Frührentnerinnendasein und um Probleme, die Mütter mit ihren heranwachsenden Kindern haben, Piercing und Tattoos inbegriffen. Die Texte sind „einfallsreich“, unterstreicht Ulrike Buchstab vom Scheuenhof. „Es ist schon was Anspruchsvolles, aber es holt einen im Alltag ab, es ist das eigene Leben“, erläutert Christine Mairle-Zirbs das, was auf der Bühne passiert. Mit Verweis auf das Lied von der „Flädlesupp“ unterstreicht die Eggenroterin, die die Melodien zu den Songs rund um Kuttla, Gsälz und Handy komponiert hat: „Eine Flädlesuppe gehört im Schwabenländle zu den Festtagsgerichten.“ Geschrieben wurden die höchst amüsanten und spritzigen Texte von Petra Mayer vom Lindenhof, die Mitwirkenden fanden sie an Heiligabend unterm Weihnachtsbaum. Für manch einen war es das schönste Weihnachtsgeschenk.

Das alltägliche Geschehen werde von „unnormalen“ Frauen gespielt, sagt Petra Mayer, von Frauen, die sich selber auf die Schippe nehmen, sich selber karikieren. „Ich muss immer denjenigen, für den ich schreibe, vor mir haben. Dann bin ich nicht mehr ich, sondern derjenige“, plaudert die 47-Jährige aus dem Nähkästchen und darüber, dass sie jetzt „jede meiner Frauen nachmachen“ könne. Mit Klaus Mayer und Günther Herschlein machen auch zwei Männer mit, und mit Tobias Bux, Patrick Kuhn und David und Jonathan Mayer ist auch die Jugend vertreten.

Die Kunst sei es, das zu spielen, was man nicht ist, sagt Petra Mayer. So spielt Ulrike Buchstab, die eigentlich von einem Bauernhof kommt, eine Stadt-Tussi. „Ich muss immer jemand Strenges spielen oder hochdeutsch“, sagt die Bankkauffrau mit Pferdeschwanz, die als Kundenberaterin bei der Kreissparkasse arbeitet. Beim Zahnarztsketch musste sie auch wieder die Zicke spielen, „aber das bin ich ja gar nicht“. Petra Mayer weiß es besser: „Wenn Ulrike ihre Augen aufreißt und die Augenbrauen hochzieht, dann verkörpert sie eigentlich die Befehlsinhaberin.“

Premiere der „Schwäbischen Kleinkunst“ ist am Freitag, 1. Juli, auf dem Lindenhof. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, aber nach den Aufführungen wird in der Suppenschüssel für einen guten Zweck gesammelt. „Mit dem Alltäglichen Gutes tun, ist unser Ziel, ist das, was uns auch auszeichnet“, so Petra Mayer. Für die Vorstellungen auf dem Lindenhof am Freitag, 1. Juli, und Samstag, 2. Juli, jeweils um 19.30 Uhr, sind Platzkarten erforderlich. Diese können ab 1. Juni bei Ingrid Brenner, Engelhardsweiler, unter der Telefonnummer 07961/54880 reserviert werden. Ab dem 30. September gibt es weitere Aufführungen (jeweils 19.30 Uhr): Konrad-Biesalski-Schule Wört (30.9.), Sängerhalle Wasseralfingen (1.10.), Alamannenhalle Lauchheim (7.10.), Schwesternwohnheim Ellwangen (14.10.), Hospiz Ellwangen (15.10.), Sankt Gertrudis Ellwangen (21.10.), Kochertal-Metropole Abtsgmünd (22.10.), Rathaus Wildenstein (4.11.), Jurahalle Ebnat (5.11.), Dorfhaus Kerkingen (11.11.) und Hospiz Ellwangen (12.11.).

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