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Adventslieder vermitteln hoffnungsvolle Botschaften

Anna Münst, Karl und Erich Vogel (links), Gertrud Gerner und Pfarrer Walter Stegmann (rechts) beim Adventstreffen der ehemalige
Anna Münst, Karl und Erich Vogel (links), Gertrud Gerner und Pfarrer Walter Stegmann (rechts) beim Adventstreffen der ehemalige Landwirtschaftsschülerinnen in Altheim.
Zieger

Altheim tz Informationen über das Sachgebiet Hauswirtschaft und Ernährung, vor allem jedoch Hintergründe zu bekannten Adventsliedern prägen das Adventstreffen ehemaliger Landwirtschaftsschülerinnen im Martinshaus Altheim. Diese Möglichkeit persönlicher Begegnung soll beibehalten werden.

Im Auftrag des Vereins landwirtschaftlicher Fachbildung im Kreis Biberach begrüßte Karl Vogel Repräsentanten von Landkreis und Landwirtschaftsschule, vor allem jedoch viele ehemalige Landwirtschaftsschülerinnen. Für ihn ist das jährliche Adventstreffen im Martinshaus Altheim eine gern genutzte Stätte der Begegnung und des Gesprächs.

Gertrud Gerner als Leiterin des Sachgebiets Hauswirtschaft und Ernährung beim Landwirtschaftsamt berichtete über Aktuelles von Schule und Amt. In einem neuen Kurs bereiten sich 13 Schülerinnen an der Fachschule auf das Amt einer Hauswirtschafterin vor. Für 20 Kandidaten ist es nicht mehr weit zur Prüfung. Im Blick auf gesunde Ernährung werden laufend Fortbildungskurse auch für Jugendgruppen angeboten. Nicht nur bei Feuerwehr, Ministranten oder Narrenzünften stößt man auf reges Interesse, geht es doch vorwiegend um Essen, Trinken und Entspannung.

Gewünschte Aktionen können beim Amt angemeldet werden. Im Jahr 2011 steht das Obst im Mittelpunkt. Die Referentin setzte sich dafür ein, den Ernährungsführerschein in Grundschulen zu etablieren. Ebenso wichtig sei die Fortbildung für Erzieherinnen im Blick auf Kindergärten, die Kindern unter drei Jahren Vollverpflegung anbieten. Mit Freude werde vermerkt, dass auch Männer zu Vorträgen mit landwirtschaftlichen Themen kommen.

Pfarrer Walter Stegmann bot Gedanken, Adventslieder anders zu lesen und zu singen. Advent mit Weihnachten und die Fastenzeit mit Ostern bezeichnete er als die beiden großen Festkreise in allen christlichen Kirchen. Advent war früher auch Fastenzeit. Er sollte eigentlich das ganze Jahr bewusster und nachhaltiger prägen. Nach Stegmanns Überzeugung gibt es im Advent die schönsten Lieder des Jahreskreises. Alte Texte vor allem vom Propheten Jesaja werden darin voll Spannung und Fröhlichkeit in Verse und Melodien umgesetzt. Alte Ikonen zeigen die Geburt Christi in einer Höhle mit einem Spalt nach oben als Hinweis auf Christi Grab und die österliche Botschaft. Das ernste Violett der Messgewänder und Kerzen im Advent werden durch freundliches Rosa am Sonntag Gaudeta unterbrochen.

An den Beispielen der Adventslieder „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ und „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ zeigte Stegmann, wie Philipp Nicolai anno 1599, mitten in der Zeit der Pest, hoffnungsvolle Lieder gedichtet hat. Das Hosianna weist auf den Palmsonntag, das Halleluja gehört zu Ostern. Selbst als ein Schüler Nicolais mit 15 Jahren an der Pest starb, dichtete er intensive Frohbotschaften für alle Lebenslagen. Auch bei der Erscheinung der heiligen drei Könige, so Stegmann, seien alle damals bekannten Erdteile und alle Altersgruppierungen vertreten: „Die ganze Welt geht vor Christus auf die Knie“ resümierte der Pfarrer, aller Welt sei damit der direkte Zugang zu Jesus geöffnet. Darin gründete sich auch die Hoffnung des Priesters und Jesuiten Alfred Delpp. Von den Nazis verfolgt, schreibt er 1944 in Einzelhaft mit gefesselten Händen zu alten Verheißungen neue Hoffnungszeichen. Mitten im Schecken sollen Engel mit Kerzen den Advent verkünden.

Die Spenden des Nachmittags sollen Kindern aus schwierigen Familien die Möglichkeit geben, an eine Jugendfreizeit mit Pfarrer Stegmann teilnehmen zu können.

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