Schwäbische.de Schwäbische.de
Bedeckt -4
Aalen
Lokales

Aalener wird aus Versehen zum Betrüger

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche im Netz – Mann hofft auf Gewinn und leitet fremdes Geld weiter

Gleich zwei Männer sind Betrügern auf den Leim gegangen, einer aus dem Raum Aalen.
Gleich zwei Männer sind Betrügern auf den Leim gegangen, einer aus dem Raum Aalen.
Andreas Braºcken/Archiv

Aalen an Die alte Betrugsmasche „Gewinnversprechen“ hat sich vermutlich so stark unter den potentiellen Opfern herumgesprochen, dass sie nicht mehr ausreichend rentabel ist. Nun haben die Betrüger kreativ nachgerüstet, wie die Polizei am Donnerstag berichtet hat.

Das bekannte Gewinnversprechen läuft so, dass jemand den Anruf „Sie haben gewonnen“ bekommt und dabei meist deutlich fünfstellige Beträge versprochen werden. Für den neuen Reichtum muss nur der klitzekleine Umweg über eine finanzielle Vorleistung gemacht werden. Der Umweg kommt als Gebühren, Notarkosten oder ähnliches daher und muss natürlich vorher überwiesen werden. Das überwiesene Geld ist dann, meist unwiederbringlich, weg. Vor dieser Masche wird seit Jahren gewarnt.

Auch jetzt wird immer noch „irgendjemand“ angerufen und eine hohe Gewinnsumme versprochen. Genauso geschehen, vor einiger Zeit im Raum Aalen. Der Aalener erhielt das Gewinnversprechen von 20000 Euro und erhielt auch die Aufforderung, zunächst 700 Euro Notarkosten zu überweisen. Als er widersprach und das als möglichen Trick enttarnte, wurde ihm die Möglichkeit aufgezeigt, die 700 Euro von seinem Gewinn abzuzweigen.

Wenn er damit einverstanden ist, bekäme er das benötigte Geld auf sein Konto überwiesen und müsse es nur weiterleiten. Mit dieser Variante zeigte sich der Aalener einverstanden. Und tatsächlich trudelte bei ihm auf dem Konto eine 700-Euro-Überweisung ein. Das Geld, das ihm ja scheinbar tatsächlich gehörte, konnte er weiterleiten, glaubte er. Und als dann der versprochene Gewinn nicht eintraf, ging er nicht zur Polizei, denn die 700 Euro fehlten ihm ja nicht wirklich.

Die Polizei wurde aber durch jemanden anderen auf den Plan gerufen. Bei einer Polizeidienststelle irgendwo in Deutschland hatte ein Mann Anzeige erstattet, weil er für einen Fernsehkauf bei einer Internetversteigerung 700 Euro bezahlt, das bezahlte Gerät aber nie erhalten hatte. Als Verkäufer nannte der Anzeigeerstatter den genannten Aalener, und der erhielt nun Besuch von der Polizei. Er fiel aus allen Wolken, denn er hatte nie einen Fernseher zum Kauf angeboten, allerdings, wie sich herausstellte, tatsächlich das Geld des Internetbieters erhalten.

Der Fernsehkäufer war nämlich in der Auktion unterlegen, aber als Bieter für die Betrüger erkennbar. Die nahmen Kontakt mit ihm auf und erzählten ihm, dass der Bieter, der den Zuschlag erhalten hatte, vom Kauf zurückgetreten wäre und er jetzt das Gerät zu seinem Gebot erhalten könne. Dafür müsse er diesen Betrag nur zuvor überweisen.

Als Empfängerkonto-Inhaber wurde der Aalener benannt. Der war nun im Besitz der 700 Euro „aus seinem Gewinn“ und schloss den Betrugskreislauf, als er die 700 Euro des Fernsehkäufers weiterleitete.

Betrogen ist nun zunächst der Fernsehkäufer. In der Folge können nun aber die Transaktionen auch zivilrechtlich überprüft werden, wobei auch eine Schadensersatzpflicht des Aaleners ins Spiel kommen könnte. Und auch die Polizei prüft, ob die Beteiligten sich strafrechtlich verantworten müssen; diese Ermittlungen laufen noch.

Wie man sich schützen kann?

Gewinne ohne Teilnahme an Gewinnspielen bleiben unwahrscheinlich.

Vorkasse zu leisten, in der Hoffnung auf einen Geldregen, ist nicht empfehlenswert. Geld aus einer Quelle zu erhalten, die man nicht kennt und für die man nie eine Leistung erbringen musste, ist mehr als unwahrscheinlich. Also: Finger weg von Vorkasse.

Und als Bieter einer Auktion? Zumindest nicht auf unbekannte Kontakte reagieren, die ungefragt von außerhalb der besuchten Internetplattform kommen.

Ihr Kommentar zum Thema

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Aalener-wird-aus-Versehen-zum-Betrueger-_arid,10592162_toid,1.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.