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Oberteuringen
Lokales

500 Jahre St. Martin: Immer auf der Höhe der Zeit

Ausstellung gibt Einblick in bewegte Geschichte – Seit dem 20. Jahrhundert wurde viel aus- und umgeräumt
Zwei Welten: So sah der Innenraum der St. Martin-Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus (links) und so heute (rechts).
Zwei Welten: So sah der Innenraum der St. Martin-Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus (links) und so heute (rechts).
Fotos: pr/anton fuchsloch

Oberteuringen sz Wie sich die Zeiten ändern: 500 Jahre Oberteuringer Kirchengeschichte auf 13 Schautafeln, zu denen sich ein paar fromme Requisiten wie ein Wachsstock, Rosenkränze, Versehkreuze und eine gekrönte Muttergottes gesellen, geben im Pfarrhaus einen kleinen, aber aufschlussreichen Einblick in die gravierenden Veränderungen, welche die St. Martinuskirche seit ihrem Neubau 1516/17 erfahren hat.

Susanne Traub hat zusammen mit anderen geschichtlich beschlagenen Teuringern Bilder und Texte zusammengestellt und auf Schautafeln gepinnt. „Wir haben uns dabei vor allem der Materialien bedient, die der ehemalige Häfler Stadtarchivar, Georg Wieland, anlässlich der 1200-Jahr-Feier der Pfarrei erarbeitet hat, und diese bis in die Gegenwart ergänzt“, sagt die Kirchengemeinderätin. Die Oberteuringer Pfarrer kennt man namentlich seit dem Jahr 752, Mathöus Eisele (1908-1912) ist der Erste, von dem man ein Gesicht sieht. Das älteste Foto der Kirche stammt aus den Jahren 1880 bis 1890.

Die Kirchenrenovierungen im 19., 20. und 21 Jahrhundert nehmen großen Raum in der Ausstellung ein. Sie sind gut dokumentiert und spiegeln die tiefgreifenden Veränderungen in Kunst und Kultur, in Frömmigkeit, Liturgie und Spiritualität, die die Kirche seit der Aufklärung mitgemacht hat. In Oberteuringen kann man das besonders gut nachvollziehen, weil man hier besonders viel aus- und umgeräumt hat, wie Traub sagt. Die Pfarrei sei reich gewesen und konnte sich leisten, nach der Mode zu gehen. Das erklärt die Odyssee mancher Bilder, Skulpturen oder Einrichtungsgegenstände, die entweder ganz verschwunden sind oder an anderen Orten verwendet wurden. Sakrale Gegenstände wie liturgische Gerätschaften, Kelche, Gewänder, Messbücher oder Vortragekreuze aus dem Kirchenschatz sind nur in Fotos zu sehen. Dass die Kirche aus „lebendigen Steinen“ besteht, zeigt die letzte Stellwand mit Hunderten Köpfen.

Vortrag über 1200 Jahre Pfarrei

500 Jahre Sankt Martinus

Elmar Kuhn, langjähriger Leiter des Kulturamtes des Bodenseekreises und Kenner der Geschichte Oberschwabens, gibt einen Einblick in die über 1200-jährige Geschichte der Kirchengemeinde Oberteuringen, mit einem Schwerpunkt auf die vergangenen 500 Jahre seit dem Bau der jetzigen Pfarrkirche. Der Vortrag beginnt am heutigen Freitag, 13. Oktober, um 19 Uhr im Sankt-Martinus-Haus. Im Anschluss an den Vortrag wird die Jubiläumsausstellung zur Kirchengeschichte eröffnet.

Die Ausstellung im katholischen Pfarrhaus Oberteuringen ist an folgenden Terminen geöffnet:

Samstag, 14. Oktober, 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr

Sonntag, 15. Oktober, 10.15 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr

Samstag, 21. Oktober, 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr

Sonntag, 22. Oktober, von 14 bis 16 Uhr

Zeitgleich mit der Ausstellung finden Kirchenführungen und

Kirchturmführungen statt, teilt die Kirchengemeinde mit.

Zeitgleich mit der Ausstellung finden Kirchenführungen und Kirchturmführungen statt. Weitere Informationen unter https://se-aeto.drs.de/

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