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13 000 Euro mehr Miete für den Club Vaudeville

Verein hofft auf höheren Mietkostenzuschuss der Stadt – vorerst kein „Club der Zukunft“

Hoffen auf Zuschüsse der Stadt zu Miete und Sanierung (von links): Marc Jehnes, Michaela Hege, Elias Keck und Lukas Sommer.
Hoffen auf Zuschüsse der Stadt zu Miete und Sanierung (von links): Marc Jehnes, Michaela Hege, Elias Keck und Lukas Sommer.
Julia Baumann

Lindau sz Der Club Vaudeville muss ab Dezember gut tausend Euro mehr Miete pro Monat zahlen. Festgeschrieben ist das in einem neuen Mietvertrag, den die GWG dem Verein vorgelegt hat. Doch die Mehrkosten von rund 13 000 im Jahr kann der Club nicht stemmen. Die Mitglieder hoffen nun auf die Unterstützung der Fraktionen. Denn sie fordern einen höheren Zuschuss von der Stadt. Und zwar nicht nur für die Miete, sondern auch für die Sanierung des Gebäudes. Der einst geplante „Club der Zukunft“ scheint vorerst vom Tisch zu sein.

„13 000 Euro mehr im Jahr sind für uns eine krasse Belastung“, sagt Marc Jehnes, Booker beim Club Vaudeville. Bisher hat der Verein für die Räume in der Von-Behring-Straße gut 3600 Euro Nettokaltmiete bezahlt, ab Dezember sollen es mehr als 4500 Euro sein. Zusätzlich sollen die Clubber in Zukunft 150 Euro Miete pro Monat für ihre Parkplätze bezahlen.

Für GWG-Chef Alexander Mayer, der seit 2014 Vermieter des Club Vaudevilles ist, ein ganz normaler Vorgang. „Es ist ja keine Mieterhöhung. Der alte Mietvertrag ist nach 20 Jahren ausgelaufen und jetzt gibt es einen neuen“, sagt er. Die höhere Miete berechne sich aus der Inflationsrate der vergangenen 20 Jahre – in denen die Miete des Clubs laut Mayer unverändert geblieben war. „Außerdem haben wir massiv in das Gebäude investiert.“ Zum Beispiel habe die GWG für eine halbe Million die uralten Heizungen im Gebäude durch neue ersetzt und Heizungsrohre besser gedämmt. „Damit spart der Club etwa 3000 Euro Nebenkosten pro Jahr“, so Mayer.

Club hat im vergangenen Jahr sehr gut gewirtschaftet

„Wir sind ein Verein und kein Wirtschaftsbetrieb“, sagt Clubmitglied Elias Keck. Im Monat über tausend Euro mehr zu verdienen, sei schlicht nicht möglich. „Wir arbeiten immer am Limit“, sagt Jehnes. 140 Veranstaltungen hat der Club Vaudeville im vergangenen Jahr organisiert, also im Schnitt jeden dritten Tag eine. Dazu kommen Großereignisse wie das „Umsonst und Draußen“ und das Lindauer Stadtfest. Gestemmt werde diese Arbeit von zwei hauptamtlichen Clubbern, zwei Lehrlingen, einem Hausmeister – und jeder Menge Ehrenamtlicher. „Alle sind mit viel Herzblut dabei.“

Noch mehr Veranstaltungen kann der Club, so Jehnes, nicht organisieren. „Und wir können auch nicht einfach die Getränke- oder die Eintrittspreise erhöhen.“ Schließlich sei das Hauptklientel des Clubs junge Leute. „Die zahlen keine 4,50 Euro pro Bier.“

Laut Jehnes wirtschaftet der Club schon gut: Im vergangenen Jahr habe der Verein ein Plus von rund 10 000 Euro eingefahren. „Doch es muss nur einmal beim Stadtfest regnen, und wir haben ein Minus von 10 bis 15 000 Euro“, so Jehnes. Außerdem brauche er Verein einen Puffer auf dem Konto, mit dem er außerplanmäßige Investitionen abdecken könne – zum Beispiel, wenn Teile der Musikanlage kaputtgehen.

Die Clubber hoffen nun, dass die Stadt ihren Mietkostenzuschuss um 1100 Euro pro Monat erhöht. „Dafür werden wir in nächster Zeit mit den verschiedenen Fraktionen sprechen“, so Jehnes. Denn der Zuschuss muss in den Haushalt der Stadt eingeplant werden.

„Club der Zukunft“ würde noch mehr kosten

Doch das ist nicht alles. „Wir brauchen noch einen weiteren Zuschuss, um den Club zu sanieren“, so Jehnes. Denn der neue Mietvertrag sei auf fünf Jahre ausgelegt – mit der Option auf eine Verlängerung um weitere fünf Jahre. „Für uns bedeutet das, dass wir die nächsten zehn Jahre in diesem Gebäude bleiben.“ Der „Club der Zukunft“, ein komplett neues Gebäude der GWG auf der anderen Straßenseite, sei für die Clubber damit erst einmal vom Tisch. „Wenn wir hier drin bleiben, dann müssen wir aber Boden, Lüftung und Toiletten auf den neuesten Stand bringen“, erklärt Jehnes. Zwar würden die Club-Mitglieder die Umbauarbeiten in Eigenregie bewältigen können, sie rechnen aber mit Materialkosten in Höhe von etwa 15 000 Euro.

Laut GWG-Chef Mayer schließt der neue Mietvertrag den Bau des „Clubs der Zukunft“ allerdings keineswegs aus. „Wir haben grundsätzlich kein Problem mit dem Fünf-Jahres-Mietvertrag“, so Mayer. Allerdings müssten sich die Club-Mitglieder darüber im Klaren sein, dass der neue Club definitiv mehr Miete kosten würde als die jetzigen Räumlichkeiten. „Aber wenn, dann müsste jetzt relativ zügig eine Entscheidung her“, so Mayer.

Jetziges Club-Gebäude wird nicht abgerissen

Das Gebäude, in dem der Club Vaudeville jetzt untergebracht ist, wird laut Mayer jedenfalls erst einmal nicht abgerissen. Zumindest nicht in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren. „Wir haben die Heizung repariert, die Fassade gestrichen und wollen das Dach sanieren“, so Mayer. „Außerdem sind die Räume derzeit alle vermietet.“

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