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„Wir wollen Ihnen eine neue militärische Heimat bieten“

Bundeswehrreform: Das Laupheimer Regiment wird zum Geschwader – Gemeinsamer Appell von Heer und Luftwaffe
"Nur gemeinsam kommen wir weiter“: Die Generäle Karl Müllner (vorne links) und Bruno Kasdorf schreiten die Front ab.
Roland Ray

LAUPHEIM sz Die Noch-Heeresflieger stehen in Reih und Glied, Augen geradeaus, mit unbewegter Miene. Wie es in ihnen aussieht? Man weiß es nicht. Der Generalleutnant Bruno Kasdorf ahnt es. „Für viele von Ihnen wird die Neuausrichtung am Standort mit großen Emotionen verbunden sein“, sagt der Inspekteur des Heeres beim Appell in der Kiesinger-Kaserne. Am 1. Januar 2013 werden die CH-53-Verbände der Heeresflieger in die Luftwaffe eingegliedert; die mittleren Transporthubschrauberregimenter 25 (Laupheim) und 15 (Rheine) werden aufgelöst und gehen im Hubschraubergeschwader 64 auf. Eine 40-jährige Geschichte ist zu Ende, Folge der Bundeswehrreform.

Der Fähigkeitstransfer markiere das Ende einer Ära und einen Neuanfang, sagt Kasdorf. Der Laupheimer Verband habe sich stets durch höchste Einsatzbereitschaft ausgezeichnet, durch Kreativität, Leidenschaft, Leistung und Expertise. „Darauf können Sie stolz sein“, lobt der General die Soldatinnen und Soldaten. „Auf Sie war und ist Verlass.“

Warum Bewährtes ändern? Weil die Bundeswehr für die Herausforderungen der Zukunft andere Organisationsformen brauche, sagt Kasdorf. Für kleiner werdende Streitkräfte in Zeiten schrumpfender Etats sei es überdies notwendig, Synergien zu nutzen.

Der Transporthubschrauber CH- 53 besitze hohe Einsatzrelevanz, so Kasdorf: „Der gemeinsame Appell von Heer und Luftwaffe soll diese besondere Bedeutung unterstreichen.“ Im Mittelpunkt aber stehe unverändert der Mensch. „Wir sind uns im Klaren, dass vor dem Hintergrund der Umgliederungen, bei weiter laufenden Einsätzen, Ihnen und Ihren Angehörigen viel abverlangt wird“, bekennt der erste Soldat des Heeres. Auch könne es bei Mammutprojekten wie der Bundeswehrreform nicht nur Gewinner geben. „Aber wir vertrauen einander und haben damit Erfolg“, übt Kasdorf demonstrativ den Schulterschluss mit der Luftwaffe und appelliert an die Laupheimer Soldaten, „in diesem Geist nach vorn zu schauen. Gemeinsam sind wir stark, egal welche Uniformfarbe wir tragen.“

Dem pflichtet der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, bei: „Nur gemeinsam kommen wir weiter.“ Er bittet um Verständnis, wenn die Überleitung von Aufgaben, Verantwortung und Personal „trotz des ehrlichen Bemühens, alles richtig zu machen“, hie und da nicht reibungslos verlaufe. Man werde noch letzte Hand anlegen, um allen Soldaten und ihren Familien Gewissheit zu verschaffen, wie es weitergeht. Wegen der Verkleinerung der CH-53-Flotte könnten nicht alle in der gewohnten Verwendung weiterdienen – „wir bemühen uns aber, dienstliche und persönliche Belange zu berücksichtigen“.

„Wir wollen Ihnen eine neue militärische Heimat bieten“, offeriert der Luftwaffengeneral den bisherigen Heeresfliegern. Die Luftwaffe sei sich ihrer neuen Verantwortung und der Einsatzverpflichtungen bewusst.

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