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Ulm
Lokales

„Verkommene“ Einkaufsmeile in der Ulmer City?

Alkohol-, Drogen- und Gewaltexzesse - Händler beklagen schlimme Zustände

Ulm sz Vergangenen Samstag in Ulm: Fünf junge Männer gehen in das Bekleidungsgeschäft Peek & Cloppenburg in der Ulmer Bahnhofstraße. Ohne sich gegenseitig Blicke auszutauschen, stopfen sie Taschen mit teuren Klamotten voll und verlassen zügig das Haus ohne zu bezahlen.

Drei der Diebe kann das verdutzte Personal stellen.

Nur einen Steinwurf weiter treffen sich regelmäßig „Jugendbanden“, wie Beobachter berichten, im Bereich Ende der Mühlengasse im Schutze der Sedelhöfe-Baustelle. Und pöbeln Passanten an.

Immer öfter suchen, wie weiter berichtet wird, am Samstagabend Familien mit Kindern Schutz im Sport-Sohn, um nicht in Berührung mit den Zuständen rund um die Bahnhofstraße zu kommen. Denn hier gewinne ab Freitagabend zunehmend Gewalt und offener Drogenkonsum die Oberhand.

Grafik: Hier werden die meisten Straftaten verübt

Sicherheits-Experte führt den Videobeweis

Dass diese Zustände nicht frei erfunden ist, untermalte am Dienstag Sertan Cem, der bei Sport-Sohn für die Sicherheit zuständig ist, bei einer Veranstaltung der CDU per Videos. Darauf zu sehen waren wüste Schlägereien direkt auf der Bahnhofstraße, offensichtlicher Drogenhandel im Bereich der begrünten Rondelle direkt davor und auf frischer Tat gefilmte Autoknacker im Bereich der Ulmer Diagonale.

Die Fraktion der Christdemokraten im Ulmer Gemeinderat hatte im Vorfeld zweier Sicherheitsgipfel mit Vertretern aus dem Rathaus, der Polizei und dem Gemeinderat Ulmer Händler eingeladen, um über ihre Erfahrungen zu berichten. „Das ist eine untragbare Situation“, sagte Ute Dieterich von Peek & Cloppenburg. Oft würden sich die Mitarbeiter des Textil-Filialisten am Samstagabend nicht mehr aus dem Haus trauen, weil sie am Personalausgang beleidigt, angemacht oder bedrängt würden. Auch Autos würden beschädigt.

Christoph Holbein, der Sport-Sohn-Chef, spricht ebenso von verängstigten Mitarbeitern, die sich tagtäglich mit aggressiven, zugedröhnten Ladendieben auseinandersetzen müssten. „Die Gegend ist total verkommen.“ Alkohol- und Drogenabhängige nehmen nach Einschätzung der Händler auch Tag für Tag die Sitzgelegenheiten auf dem kleinen Platz an der Dreikönigsgasse in Beschlag.

Zwei Stunden, nachdem Sport-Sohn-Ladendetektiv Cem die Täter – die fast ausschließlich einen Migrationshintergrund hätten, der Polizei übergebe, stünden sie wieder vor der Tür und würden Drohgebärden in Richtung der Mitarbeiter schicken.

Falls die Polizei überhaupt komme. Denn das ist nach Aussage von Cem nicht immer der Fall: „Ich will der Polizei nichts Böses aber das ist Fakt.“

Polizei weist Vorwürfe zurück

Ein schwerer Vorwurf, den Wolfgang Jürgens, der Pressesprecher der Polizei Ulm, weit von seiner Behörde weist. Das sei Unsinn. Allerdings sei bekannt, dass sich die Situation im Bereich der Bahnhofstraße verschärft habe. Die Baustelle vor dem Hauptbahnhof habe zu einer Verlagerung einer gewissen Szene in die Fußgängerzone geführt. Zudem würde eine Praxis in der Wengengasse, die Menschen mit Opiatabhängigkeit als Zielgruppe hat, die Drogenszene anziehen.

Thomas Kienle, der Fraktionschef der Ulmer CDU, spricht sich angesichts öffentlicher Exzesse für eine härtere Hand aus: „Wir haben einen Punkt erreicht, ab dem es keine Toleranz mehr gibt.“ Das habe nichts mehr mit unliebsamen aber letztlich unvermeidlichen Begleiterscheinungen einer Großstadt zu tun. Teile der Innenstadt seien zu einem Gefahrenschwerpunkt geworden. Da dürfe der Staat sich als Ordnungsmacht nicht zurück ziehen.

Längst habe die kritisierte Sicherheitslage auch wirtschaftliche Auswirkungen. Um „ein gewisses Klientel“ aus dem Laden zu haben, verzichtet etwa das DER-Reisebüro in der Glöcklergasse auf den Verkauft von Fernbustickets. Einen sechsstelligen Betrag investierte allein Sport-Sohn heuer in Ladendiebstahlprävention.

Kunden bleiben weg

Von „exorbitant“ steigenden Diebstählen berichtet Dieterich von Peek & Cloppenburg. Und dass aufgrund einer Atmosphäre, die von Betrunkenen und aggressiven Bettlern geprägt werde, die Kunden wegbleiben, hat Ulms Citymanager Henning Krone längst notiert. Es müsse etwas geschehen: „Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Kunden wohlfühlen.“ Helfen könnten seiner Meinung nach ein Alkoholverbot und mehr Platzverweise der Polizei in Richtung der Störer.

Verwundert über schlimme Zustände, die Teile der Händler schilderten, zeigte sich die Ulmer CDU-Stadträtin Karin Graf, die bewusst einen Gegenpol dazu setzen wollte: Noch nie sei sie in Ulm belästigt worden obwohl sie oft am Abend unterwegs sei.

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Die gute Frau mal öftes zu den schlimmsten Zeiten durch die Meile laufen lassen, am Besten noch mit einem gut sichtbaren Kreuz um den Hals und sie wird bereichert werden.

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"Verwundert über schlimme Zustände, die Teile der Händler schilderten, zeigte sich die Ulmer CDU-Stadträtin Karin Graf (...)"

Lasst uns doch >Ich sehe was, was du nicht siehst< spielen. Aber ohne Videobeweis. Verwunderung ausgeschlossen. mehr

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Einfach im Internet bestellen und nach Hause liefern lassen. Auf solche Shoppingerlebnisse kann ich seit Langem gut verzichten. Wundert sich wirklich noch jemand, warum unsere Innenstädte veröden?

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Das ist definitiv durch unsere Politiker tolerierte, akzeptierte - nein: bewusst herbeigeführte und weiter geförderte Staatsverwahrlosung! Mit diesen Lachnummern in EU, Bund, Ländern und Gemeinden ist das nicht mehr in den Griff zu bekommen! Wie gelähmt durch die Angst vor der rechten Keule starren sie auf diese Zustände und KEINER traut sich, etwas zu sagen oder gar einzugestehen... Das dickste dabei: den Bürgern ist das anscheinend vollkommen egal?! Und die Polizei kommt den Forderungen der hohen Politik unterwürfigst nach und relativiert so gut es geht, um jeglichen Makel von den hohen Damen und Herren abzuhalten - traurig! Und die Medien haken so wenig wie möglich nach, um ja keinen Staub aufzuwirbeln - oder redet heut noch jemand von der Polizeiakademie in Berlin? Und das Thema ist ja gerade mal 14 Tage her... Was ist das nur für ein Land geworden?! mehr

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Tja - auf dem besten Weg zum sog. "No-Go-Area"... Was soll man sagen?! Das wird der Normalzustand werden! Was in anderen Städten in Deutschland schon lange real ist, erreicht langsam aber SICHER auch die "Provinz"... Die Ausflüchte und Sprüche der Polizei sind nichts anderes, als der Versuch, das Versagen der Politik zu verdecken. Man muss jetzt auch gar nicht das "große Fass" aufmachen - immerhin haben wir das so gewollt - und deswegen so gewählt... mehr

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Ich bin oft mit der Bahn unterwegs und habe immer wieder Wartezeiten in Ulm zu überbrücken.Der beschriebene „zunehmende verkommene Eindruck um den Bahnhof und Fußgängerzone „ habe ich auch.Ich gehe ungern in die Stadt und bleibe eben im inneren Wartebereich.Vor lauter Toleranz und Wiilommenskultur
werden Verhaltensweisen toleriert die komplett unakzeptabel sind. mehr

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