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„Das Einzige was sicher ist, ist die Unsicherheit“

Das Improvisationstheater „Improshniko“ gastiert am Samstagabend in Tannhausen im Dorfgemeinschaftshaus.
privat

Tannhausen sz Der Verein Dorfgemeinschaft Tannhausen veranstaltet am Samstag, 16. März, ihr Frühjahrskleinkunstprogramm. Diesmal ist das Improvisationstheater „Improshnikov“ aus Ravensburg zu Gast. Till Maurer gehört seit acht Jahren zu der Theatertruppe. Simone Harr hat sich mit ihm über Improvisationstheater und die Veranstaltung am Samstag unterhalten.

SZ: Was kann ich mir unter Improvisationstheater vorstellen?

Till Maurer: Improvisationstheater versteht man am Besten, wenn man es sieht. Wenn man es erklären wollte: es gibt keine vorgefertigten Szenen, keine vorgefertigte Regie und keinen vorgefertigten Text, alles wird improvisiert. Es gibt jedoch bestimmte Spielformen. Wir spielen in Tannhausen zum Beispiel kurze Szenen, die zwischen einer und zehn Minuten lang sind. Aus dem Publikum holen wir uns Vorgaben. Zum Beispiel den Ort, den Titel der Szene oder den Beruf eines Akteurs. Dann fängt einer von uns an die Szene zu spielen und die anderen steigen mit ein.

SZ: Was bedeutet das für die Spieler auf der Bühne?

Maurer: Man muss spontan sein und gut zu hören können. Das Gute ist, dass man den Text nicht vergessen kann. Wenn man eine Idee im Kopf hat, dann muss sie auch das Publikum wissen und man muss einen roten Faden haben. Das klappt meistens hervorragend, aber manchmal auch nicht. Aber wenn mal etwas schief geht, dann ist das für das Publikum meist lustig.

SZ: Gibt es überhaupt eine Art Generalprobe?

Maurer: Wir trainieren alle zwei Wochen im Hoftheater Baienfurt, damit wir in der Übung bleiben. Aber das ist keine konkrete Vorbereitung auf einen bestimmten Auftritt. Bei diesem Improtraining sind sowohl Mitglieder des Ensembles, als auch Freunde oder Menschen, die Improvisation ausprobieren möchten. dabei.

SZ: Wie kam der Auftritt in Tannhausen zustande?

Maurer: Anne Rademacher hatte uns mal gesehen und war begeistert. Sie hat uns gefragt, ob wir in Tannhausen auftreten möchten.

SZ: Auf was dürfen Sie die Zuschauer außerdem freuen?

Maurer: In Tannhausen spielen wir kurze Szenen, die nichts miteinander zu tun haben. Das kann mal Musik, mal Sprache oder eine tänzerische Darbietung sein. Von den Themen her, sind wir vollkommen offen. Vielleicht kommt vom Publikum etwas über den Frühling, die anstehenden Bundestagswahlen oder die Kühe im Stall haben gerade die Grippe – auch das würden wir aufnehmen. Das Einzige was sicher ist, ist die Unsicherheit.

SZ: Wie wird das Publikum einbezogen?

M aurer: Wir holen niemanden auf die Bühne, um ihn dort lächerlich zu machen. Es gibt einen Moderator und der macht mit dem Publikum eine kleine Aufwärmrunde. Er fragt die Zuschauer beispielsweise nach ihrer Lieblingsfarbe oder dem Beruf des Opas. Die Vorgaben zu den Szenen kommen dann vom Publikum.

SZ: Wie sind Sie selbst zu „Improshnikov“ gekommen?

Maurer: ich habe in Köln unter anderem Bewegungstheater studiert und ein Jahr Tourneetheater gespielt. Als ich von Köln nach Oberschwaben kam, war das für mich ein kleiner Kulturschock. Ich habe dann von den Trainings von „Improshnikov“ gehört und mitgemacht. Als ich vor acht Jahren das Angebot bekam, bei „Improshnikov“ mitzumachen, habe ich zu gesagt. Beim Improvisationstheater muss man immer „Ja“ sagen, sonst klappt die Szene nich t.

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