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Baden-Württemberg

Schneeverwehungen als tödliche Falle?

Zerstörte Fahrzeuge stehen  auf der B31 bei Löffingen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald).
Zerstörte Fahrzeuge stehen auf der B31 bei Löffingen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald).

Heilbronn/Löffingen / lsw Schneeverwehungen waren möglicherweise Ursache für einen schweren Unfall nahe dem südbadischen Löffingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Dabei war am späten Dienstagabend eine 22 Jahre alte Autofahrerin ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen wurden schwer verletzt. Zudem haben Schneeverwehungen am Mittwoch den Verkehr im Kreis Heilbronn zum Teil lahmgelegt. Auch in Ulm, im Neckar-Odenwald-Kreis, im Kreis Göppingen und im Kreis Biberach krachte es deswegen mehrmals.

Bei Löffingen war eine Studentin mit ihrem Wagen auf der verschneiten und eisglatten Bundesstraße 31 ins Schleudern geraten. Zum Zeitpunkt des Unfalls blies nach Angaben der Polizei vom Mittwoch ein heftiger Wind und es gab Schneeverwehungen. Ob sie den Unfall auslösten, müsse noch geprüft werden. Das Auto der 22-Jährigen war auf ein entgegenkommendes Fahrzeug geprallt. Die junge Frau starb, ihre 21 Jahre alte Beifahrerin sowie die drei Insassen des anderen Autos wurden schwer verletzt. Die Straße musste für rund drei Stunden in beide Richtungen gesperrt werden.

In Ulm zählte die Polizei von Dienstagabend bis Mittwochmorgen 17 Glätte-Unfälle mit 4 Leichtverletzten und einem Schwerverletzten. Der Sachschaden beläuft sich auf insgesamt 80 000 Euro. Im Kreis Biberach verloren mehrere Autofahrer in Schneeverwehungen die Kontrolle über ihre Wagen und krachten in Leitplanken, Verkehrsschilder, andere Autos oder überschlugen sich. Insgesamt schepperte es neunmal.

Auf der Bundesstraße 293 bei Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn) geriet ein Laster in eine Schneehalde und kippte. Die geladenen Möbel mussten in ein anderes Fahrzeug geräumt werden. Deshalb musste die Bundesstraße mehrstündig gesperrt werden. Auf einer Landstraße zwischen Gemmingen und Eppingen blieben zwei Sattelschlepper stecken und blockierten die Fahrbahn. Die Schneeverwehungen waren vereist und selbst eine große Salzmenge nützte nichts mehr. Auch dort wurde die Straße für mehrere Stunden voll gesperrt.

In Göppingen krachte es wegen Schneeverwehungen und Glatteis zwölfmal. Eine 59-jährige Frau überschlug sich am Mittwoch mit ihrem Wagen. Weil sich die Fahrertür verklemmt hatte, rief die Frau ihren Mann per Handy um Hilfe. Die 59-Jährige erlitt starke Prellungen und Zerrungen. Am Dienstagabend hatte sich bereits ein Auto überschlagen. Der 21-jährige Fahrer blieb unverletzt. Eine Kreisstraße in Göppingen musste am Dienstag mehrere Stunden gesperrt werden, da zuvor wegen Schneeverwehungen und Glatteis drei Autos ineinandergekracht waren.

Schneeverwehungen wurden auch bei Unfällen im Neckar-Odenwald- Kreis beobachtet, wo es allein in der Nacht zum Mittwoch zehn Unfälle mit Blechschäden auf schneeglatten Straßen gab. Zwei Straßen wurden zeitweise voll gesperrt, andere wurden durch festgefahrene Autos und Lastwagen blockiert. „Die Straßen sind trocken und viele fahren deshalb wieder zu schnell“, sagte eine Polizeisprecherin. Wenn dann plötzlich Schnee auf die Straße wehe, würden viele Fahrer gefährdet.

(Erschienen: 10.03.2010 14:20)

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