Baden-Württemberg
Protest gegen Stuttgart 21 vor der Tür von Mappus
Genau eine Woche nach Beginn der Abbrucharbeiten am Nordflügel des Hauptbahnhofs erwarten die Veranstalter mehrere tausend Menschen vor der Villa Reitzenstein. Unter dem Motto „Mappus, tritt unsere Argumente nicht mit Füßen“ wollen sie ihre auf Zettel und Pappen geschriebenen Argumente gegen das Projekt auf die Straße kleben.
Befürworter und Gegner des Projekts streiten derweil darüber, ob Stuttgart 21 noch aufzuhalten ist. Die CDU-Fraktion im baden- württembergischen Landtag nahm unmittelbar vor einem Krisentreffen den Gegnern des Bahnprojekts die Hoffnung auf einen Baustopp. „Ich glaube, dass ein Teil des Protests darauf zurückzuführen ist, dass von bestimmten Kreisen namentlich den Grünen immer wieder suggeriert wird, das Thema sei noch nicht beschlossen oder der Bau umkehrbar“, sagte Fraktionschef Peter Hauk der „Rhein-Neckar-Zeitung“ (Mittwoch). „Tatsache ist aber: Alle beteiligten Gremien der Bundestag, der Landtag, der Stuttgarter Gemeinderat, die Region Stuttgart haben das beschlossen. Nach den Beschlüssen wurden die Verträge unterzeichnet die sind alle unter Dach und Fach.“
Dagegen sieht der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, Chancen, dass der umstrittene Bahnhofsneubau nach den anhaltenden Protesten noch gekippt wird. „Die Politiker und die Bahn haben sicherlich nicht mit so viel Widerstand gerechnet“, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch). „Zudem hat die CDU in Baden- Württemberg aufgrund ihrer schwindenden Mehrheiten jetzt wirklich Angst, die nächste Wahl zu verlieren. Das könnte dazu führen, dass man dieses Projekt noch mal überdenkt und auf Planungen zurückgreift, den Kopfbahnhof zu modernisieren.“
CDU-Fraktionschef Hauk sagte jedoch, er glaube nicht, dass sich die monatelangen Proteste für die CDU negativ bei der Landtagswahl im März kommenden Jahres auswirken könnten.
Bei dem 4,1 Milliarden Euro teuren Projekt Stuttgart 21 soll der Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt und an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden. Nach den massiven Protesten der vergangenen Monate ist nun ein Krisentreffen zwischen Gegnern und Projektträgern geplant. Die Gegner halten das Vorhaben für zu teuer und für verkehrspolitisch unsinnig.
(Erschienen: 01.09.2010 08:00)
Genau eine Woche nach Beginn der Abbrucharbeiten am Nordflügel des Hauptbahnhofs erwarten die Veranstalter mehrere tausend Menschen vor der Villa Reitzenstein. Unter dem Motto „Mappus, tritt unsere Argumente nicht mit Füßen“ wollen sie ihre auf Zettel und Pappen geschriebenen Argumente gegen das Projekt auf die Straße kleben.
Befürworter und Gegner des Projekts streiten derweil darüber, ob Stuttgart 21 noch aufzuhalten ist. Die CDU-Fraktion im baden- württembergischen Landtag nahm unmittelbar vor einem Krisentreffen den Gegnern des Bahnprojekts die Hoffnung auf einen Baustopp. „Ich glaube, dass ein Teil des Protests darauf zurückzuführen ist, dass von bestimmten Kreisen namentlich den Grünen immer wieder suggeriert wird, das Thema sei noch nicht beschlossen oder der Bau umkehrbar“, sagte Fraktionschef Peter Hauk der „Rhein-Neckar-Zeitung“ (Mittwoch). „Tatsache ist aber: Alle beteiligten Gremien der Bundestag, der Landtag, der Stuttgarter Gemeinderat, die Region Stuttgart haben das beschlossen. Nach den Beschlüssen wurden die Verträge unterzeichnet die sind alle unter Dach und Fach.“
Dagegen sieht der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, Chancen, dass der umstrittene Bahnhofsneubau nach den anhaltenden Protesten noch gekippt wird. „Die Politiker und die Bahn haben sicherlich nicht mit so viel Widerstand gerechnet“, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch). „Zudem hat die CDU in Baden- Württemberg aufgrund ihrer schwindenden Mehrheiten jetzt wirklich Angst, die nächste Wahl zu verlieren. Das könnte dazu führen, dass man dieses Projekt noch mal überdenkt und auf Planungen zurückgreift, den Kopfbahnhof zu modernisieren.“
CDU-Fraktionschef Hauk sagte jedoch, er glaube nicht, dass sich die monatelangen Proteste für die CDU negativ bei der Landtagswahl im März kommenden Jahres auswirken könnten.
Bei dem 4,1 Milliarden Euro teuren Projekt Stuttgart 21 soll der Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt und an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden. Nach den massiven Protesten der vergangenen Monate ist nun ein Krisentreffen zwischen Gegnern und Projektträgern geplant. Die Gegner halten das Vorhaben für zu teuer und für verkehrspolitisch unsinnig.
(Erschienen: 01.09.2010 08:00)
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