Baden-Württemberg
Baden-Württemberg kommt bei Bildungsmonitor auf Rang drei
Am erfolgreichsten unter allen Ländern war der Südwesten im Kampf gegen Bildungsarmut: So war der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss im Jahr 2008 mit 5,5 Prozent bundesweit am niedrigsten. Auch unterschreiten vergleichsweise wenige 15-Jährige die Mindeststandards im Textverständnis oder in Mathematik und den Naturwissenschaften.
Kultusministerin Marion Schick (CDU) sieht durch die Ergebnisse der Studie den Weg der baden-württembergischen Landesregierung bestätigt: „Es zeigt sich, dass sich die klare Prioritätensetzung der Landesregierung auszahlt.“ Als erfreulich wertete sie auch die bescheinigte Dynamik: So habe der Südwesten sich bei der „Zeiteffizienz“, also bei der Quote der Abbrecher, der Wiederholer oder der verspätet Eingeschulten, innerhalb eines Jahres von Platz fünf auf Platz zwei verbessert.
Handlungsbedarf sehen die Autoren der Studie noch bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie bei der Integration; hier belegte das Land den 13. beziehungsweise den 15. Platz. Laut der Studie sind für ausländische Kinder im Vergleich zu ihren deutschen Klassenkameraden die Chancen, die Schule erfolgreich abzuschließen, nur in Niedersachsen ungünstiger: Die Abbrecherquote unter ausländischen Schülern ist mit 13,7 Prozent 2,5 Mal so hoch wie im Schnitt aller Schüler. Zudem liege die Abitur-Quote bei Schülern ohne deutschen Pass in Baden-Württemberg mit 4,9 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt von 11,2 Prozent. Allerdings erwerben relativ viele ausländische Schüler an beruflichen Schulen eine Hochschulzugangsberechtigung.
Beim Thema frühkindliche Förderung sieht die Initiative Defizite in der Ganztagsbetreuung: Während im Bundesschnitt fast 30 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen ein Ganztagsangebot genießen, sind dies im Südwesten nur 11,4 Prozent. Auch die Betreuung für Kleinkinder müsse das Land massiv ausbauen. Dies sei umso wichtiger, um Kinder aus bildungsfernen Schichten den Einstieg in die Schule zu erleichtern und die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund zu verbessern.
In den beiden Bereichen Frühförderung und Integration legt die Studie angesichts von angespannter Finanzsituation nahe, die durch sinkende Schülerzahlen freiwerdenden Mitteln ins Bildungssystem zu reinvestieren. Im Jahr 2020 betrage dieses Umschichtungspotenzial im Südwesten allein bei den allgemeinbildenden Schulen rund 1,4 Milliarden Euro, heißt es in der Studie.
Kultusministerin Schick hatte bereits angekündigt, noch in diesem Jahr ein Gesamtkonzept zur frühkindlichen Bildung vorzulegen. Außerdem soll ein Expertenrat untersuchen, wie der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, Migrationshintergrund und Bildungserfolg entkoppelt werden kann.
Zu den Pluspunkten im Südwesten zählen die Autoren der Studie einen hohen Akademisierungsgrad: Fast ein Viertel eines Jahrgangs erwarben ihre Studienberechtigung an allgemeinbildenden Schulen, 22,8 Prozent an beruflichen Schulen — ein überdurchschnittlicher Wert, wie die Initiative betont. Zudem sei das Angebot an Ausbildungsstellen gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter größer als im Bundesschnitt. Bei beiden Kriterien belegte Baden-Württemberg einen zweiten Platz.
(Erschienen: 19.08.2010 16:10)
Am erfolgreichsten unter allen Ländern war der Südwesten im Kampf gegen Bildungsarmut: So war der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss im Jahr 2008 mit 5,5 Prozent bundesweit am niedrigsten. Auch unterschreiten vergleichsweise wenige 15-Jährige die Mindeststandards im Textverständnis oder in Mathematik und den Naturwissenschaften.
Kultusministerin Marion Schick (CDU) sieht durch die Ergebnisse der Studie den Weg der baden-württembergischen Landesregierung bestätigt: „Es zeigt sich, dass sich die klare Prioritätensetzung der Landesregierung auszahlt.“ Als erfreulich wertete sie auch die bescheinigte Dynamik: So habe der Südwesten sich bei der „Zeiteffizienz“, also bei der Quote der Abbrecher, der Wiederholer oder der verspätet Eingeschulten, innerhalb eines Jahres von Platz fünf auf Platz zwei verbessert.
Handlungsbedarf sehen die Autoren der Studie noch bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie bei der Integration; hier belegte das Land den 13. beziehungsweise den 15. Platz. Laut der Studie sind für ausländische Kinder im Vergleich zu ihren deutschen Klassenkameraden die Chancen, die Schule erfolgreich abzuschließen, nur in Niedersachsen ungünstiger: Die Abbrecherquote unter ausländischen Schülern ist mit 13,7 Prozent 2,5 Mal so hoch wie im Schnitt aller Schüler. Zudem liege die Abitur-Quote bei Schülern ohne deutschen Pass in Baden-Württemberg mit 4,9 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt von 11,2 Prozent. Allerdings erwerben relativ viele ausländische Schüler an beruflichen Schulen eine Hochschulzugangsberechtigung.
Beim Thema frühkindliche Förderung sieht die Initiative Defizite in der Ganztagsbetreuung: Während im Bundesschnitt fast 30 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen ein Ganztagsangebot genießen, sind dies im Südwesten nur 11,4 Prozent. Auch die Betreuung für Kleinkinder müsse das Land massiv ausbauen. Dies sei umso wichtiger, um Kinder aus bildungsfernen Schichten den Einstieg in die Schule zu erleichtern und die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund zu verbessern.
In den beiden Bereichen Frühförderung und Integration legt die Studie angesichts von angespannter Finanzsituation nahe, die durch sinkende Schülerzahlen freiwerdenden Mitteln ins Bildungssystem zu reinvestieren. Im Jahr 2020 betrage dieses Umschichtungspotenzial im Südwesten allein bei den allgemeinbildenden Schulen rund 1,4 Milliarden Euro, heißt es in der Studie.
Kultusministerin Schick hatte bereits angekündigt, noch in diesem Jahr ein Gesamtkonzept zur frühkindlichen Bildung vorzulegen. Außerdem soll ein Expertenrat untersuchen, wie der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, Migrationshintergrund und Bildungserfolg entkoppelt werden kann.
Zu den Pluspunkten im Südwesten zählen die Autoren der Studie einen hohen Akademisierungsgrad: Fast ein Viertel eines Jahrgangs erwarben ihre Studienberechtigung an allgemeinbildenden Schulen, 22,8 Prozent an beruflichen Schulen — ein überdurchschnittlicher Wert, wie die Initiative betont. Zudem sei das Angebot an Ausbildungsstellen gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter größer als im Bundesschnitt. Bei beiden Kriterien belegte Baden-Württemberg einen zweiten Platz.
(Erschienen: 19.08.2010 16:10)
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