Rund um Tuttlingen
Korruption: Gericht hebt Haftbefehl auf
Von unserem Redakteur Christoph Kiefer
Die Wurmlinger Unternehmerin saß seit dem 13. Mai in Untersuchungshaft, das heißt mehr als sechs Monate waren seit der Inhaftierung vergangen. „Wenn nach einem halben Jahr keine Anklage erhoben worden ist, sieht das Gesetz eine Haftprüfung vor“, erläuterte Claudia Krauth auf Anfrage unserer Zeitung den Grund der Entlassung. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat nach Aussage der Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft eine Verlängerung der Haft im Vergleich zu den Vorwürfen und den Ermittlungen als nicht verhältnismäßig erachtet. „Frau Buchmann hat die Haftanstalt deshalb verlassen.“
Ausland mauert
Wie Krauth weiter mitteilte, gehen die Ermittlungen dessen ungeachtet aber weiter. „Das Ermittlungsverfahren ist nicht beeinträchtigt, es läuft weiter.“ Es sei bei Haftentlassungen lediglich nicht mehr sichergestellt, dass sich der oder die Beschuldigte dem Verfahren stellt. Die Länge der Ermittlungen, die bereits zwei Jahre andauern, erklärt Krauth mit den zeitaufwändigen Recherchen im Ausland. „Wenn ein Land nicht mitmacht, ist es verflixt schwierig.“
Die Ermittlungen gehen dem Vorwurf der Steuerhinterziehung und Korruption nach. Vor einem Jahr hatten die Fahnder im Zuge der Ermittlungen mehrere Wohnungen durchsucht.
Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Bianca Buchmann, ehemalige Geschäftsführende Gesellschafterin der Hospital Engineering GmbH in Wurmlingen, im Zusammenhang mit der Lieferung von Krankenhaus-Ausrüstung nach Russland hohe Summen für Bestechung abgezweigt zu haben (wir berichteten). Von dem Auftrag in Höhe von 27 Millionen Euro sollen elf Millionen für dubiose Geschäfte verwendet worden sein.
Weitere Brisanz gewinnen die Vorwürfe, weil Buchmann bis zum 1. April 2009 Präsidentin des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft war. In dieser Eigenschaft begleitete sie zum Beispiel im Jahr 2000 den damaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Nigeria. Im Entwicklungs-Magazin e.velop der Bundesregierung veröffentlichte Buchmann Beiträge über den Wirtschaftsstandort Afrika, in denen sie unter anderem auf das „ungeheure Entwicklungspotenzial“ für deutsche Unternehmen hinwies.
Das Wurmlinger Unternehmen, das Buchmann zusammen mit ihrem Ehemann, gegen den ebenfalls Ermittlungen laufen, geführt hat, hat unterdessen eine neue Führung (wir berichteten). Manager Peter Ullmann soll das Unternehmen bis Mitte 2010 führen und bei der Suche nach einem neuen Geschäftsführer helfen.
(Erschienen: 08.12.2009 09:00)
Von unserem Redakteur Christoph Kiefer
Die Wurmlinger Unternehmerin saß seit dem 13. Mai in Untersuchungshaft, das heißt mehr als sechs Monate waren seit der Inhaftierung vergangen. „Wenn nach einem halben Jahr keine Anklage erhoben worden ist, sieht das Gesetz eine Haftprüfung vor“, erläuterte Claudia Krauth auf Anfrage unserer Zeitung den Grund der Entlassung. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat nach Aussage der Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft eine Verlängerung der Haft im Vergleich zu den Vorwürfen und den Ermittlungen als nicht verhältnismäßig erachtet. „Frau Buchmann hat die Haftanstalt deshalb verlassen.“
Ausland mauert
Wie Krauth weiter mitteilte, gehen die Ermittlungen dessen ungeachtet aber weiter. „Das Ermittlungsverfahren ist nicht beeinträchtigt, es läuft weiter.“ Es sei bei Haftentlassungen lediglich nicht mehr sichergestellt, dass sich der oder die Beschuldigte dem Verfahren stellt. Die Länge der Ermittlungen, die bereits zwei Jahre andauern, erklärt Krauth mit den zeitaufwändigen Recherchen im Ausland. „Wenn ein Land nicht mitmacht, ist es verflixt schwierig.“
Die Ermittlungen gehen dem Vorwurf der Steuerhinterziehung und Korruption nach. Vor einem Jahr hatten die Fahnder im Zuge der Ermittlungen mehrere Wohnungen durchsucht.
Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Bianca Buchmann, ehemalige Geschäftsführende Gesellschafterin der Hospital Engineering GmbH in Wurmlingen, im Zusammenhang mit der Lieferung von Krankenhaus-Ausrüstung nach Russland hohe Summen für Bestechung abgezweigt zu haben (wir berichteten). Von dem Auftrag in Höhe von 27 Millionen Euro sollen elf Millionen für dubiose Geschäfte verwendet worden sein.
Weitere Brisanz gewinnen die Vorwürfe, weil Buchmann bis zum 1. April 2009 Präsidentin des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft war. In dieser Eigenschaft begleitete sie zum Beispiel im Jahr 2000 den damaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Nigeria. Im Entwicklungs-Magazin e.velop der Bundesregierung veröffentlichte Buchmann Beiträge über den Wirtschaftsstandort Afrika, in denen sie unter anderem auf das „ungeheure Entwicklungspotenzial“ für deutsche Unternehmen hinwies.
Das Wurmlinger Unternehmen, das Buchmann zusammen mit ihrem Ehemann, gegen den ebenfalls Ermittlungen laufen, geführt hat, hat unterdessen eine neue Führung (wir berichteten). Manager Peter Ullmann soll das Unternehmen bis Mitte 2010 führen und bei der Suche nach einem neuen Geschäftsführer helfen.
(Erschienen: 08.12.2009 09:00)


































