Rund um Tuttlingen
Finanzlage macht Feuerwehren zu schaffen
Wie der erste Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Tuttlingen, Ernst Mutzel, berichtete, habe sich die Situation bei den Gemeinden bezüglich der Finanzierung der Feuerwehren „drastisch verschlechtert“. Alle geplanten Investitionen seien bis auf wenige Ausnahmen verschoben oder gestrichen worden. „Jeder Kommandant muss mehrfach vor dem Gemeinderat dringende Anschaffungen anmahnen oder begründen“, berichtete er.
Als Beispiel führte er Tuttlingen an: Hier kritisierte er, dass der geplante Bau einer neuen Feuerwache bis auf weiteres verschoben wurde, obwohl der Stadtrat bereits im Juli 2008 beschlossen habe, dass diesem Vorhaben „nun formell nichts mehr im Wege“ stehe, wie er aus Zeitungsberichten zitierte. Die Feuerwehr könne diese Entscheidung des Stadtrats nur „sehr schwer nachvollziehen, und es ist auch für die Motivation der Feuerwehr-Männer nicht gerade dienlich“.
Enttäuscht ist Mutzel auch über die Entscheidung des Kreistags, das Fahrschulfahrzeug für die Feuerwehren aus dem Haushalt zu streichen. Diese Einrichtung habe sich für die Einsatzfahrer bewährt und die Gemeinden sparten dadurch rund 500 Euro pro Führerschein. Zudem sei diese Einrichtung, abgesehen von einigen kleinen Reparaturen, kostendeckend gewesen. Er appellierte deshalb an den bei der Versammlung anwesenden Landrat Guido Wolf MdL: „Ich glaube, hier muss noch mal nachgedacht werden.“ Doch Wolf winkte gleich kopfschüttelnd ab. Der Landrat begründete in seiner Rede den Entschluss des Kreistags damit, dass das Fahrschulfahrzeug wegen seines Alters aufgegeben werden müsste. Er räumte aber auch ein, dass dadurch „höhere Kosten für die Gemeinde entstehen“.
Mutzel gab nach 17 Jahren sein Amt als Vorsitzender ab. Sein Nachfolger ist Ernst Heinemann aus Renquishausen, der bis dahin das Amt des dritten stellvertretenden Vorsitzenden inne hatte. Dieses übernimmt nun Bernd Knittel aus Hattingen.
Zudem gab es bei der Versammlung Ehrungen: Mutzel überreichte das Sonderehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbands an die ehemaligen Kommandanten Karl Hipp aus Fridingen und Ernst Heinemann aus Renquishausen sowie an den Kommandanten und Schriftführer Wolfram Nestel aus Neuhausen und Kassenwart Richard Dreher aus Denkingen.
Besondere Auszeichnung
Eine nicht alltägliche Ehrung ging an die „Schwäbische Zeitung“: Redaktionsleiter Ludger Möllers nahm als Vertreter des Medienhauses Schwäbischer Verlag von Mutzel die Auszeichnung „Partner der Feuerwehr entgegen“ – mit Urkunde und Plakette. Der Vorsitzende begründete die Vergabe damit, dass die lokale Tageszeitung im Kreis Tuttlingen in den vergangenen Jahren stets dafür gesorgt hat, dass die Arbeit der Feuerwehr durch die örtliche Berichterstattung positiv ins Gedächtnis der Bevölkerung gerufen wurde.
Möllers bedankte sich und sagte: „Diese Ehrung ist eine Verpflichtung für die Zukunft.“ Das Medienhaus werde auch weiterhin über die Wehren, ihre Einsätze und den vorbeugenden Brandschutz berichten: „Diese Themen sind für unsere Leser von hoher Relevanz.“
Weiterhin geehrt wurde Immendingens Bürgermeister Helmut Mahler. Er erhielt das silberne Ehrenzeichen des deutschen Feuerwehrverbands für sein 40-jähriges Engagement zum Wohl der Feuerwehren.
(Erschienen: 21.03.2010 20:50)
Wie der erste Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Tuttlingen, Ernst Mutzel, berichtete, habe sich die Situation bei den Gemeinden bezüglich der Finanzierung der Feuerwehren „drastisch verschlechtert“. Alle geplanten Investitionen seien bis auf wenige Ausnahmen verschoben oder gestrichen worden. „Jeder Kommandant muss mehrfach vor dem Gemeinderat dringende Anschaffungen anmahnen oder begründen“, berichtete er.
Als Beispiel führte er Tuttlingen an: Hier kritisierte er, dass der geplante Bau einer neuen Feuerwache bis auf weiteres verschoben wurde, obwohl der Stadtrat bereits im Juli 2008 beschlossen habe, dass diesem Vorhaben „nun formell nichts mehr im Wege“ stehe, wie er aus Zeitungsberichten zitierte. Die Feuerwehr könne diese Entscheidung des Stadtrats nur „sehr schwer nachvollziehen, und es ist auch für die Motivation der Feuerwehr-Männer nicht gerade dienlich“.
Enttäuscht ist Mutzel auch über die Entscheidung des Kreistags, das Fahrschulfahrzeug für die Feuerwehren aus dem Haushalt zu streichen. Diese Einrichtung habe sich für die Einsatzfahrer bewährt und die Gemeinden sparten dadurch rund 500 Euro pro Führerschein. Zudem sei diese Einrichtung, abgesehen von einigen kleinen Reparaturen, kostendeckend gewesen. Er appellierte deshalb an den bei der Versammlung anwesenden Landrat Guido Wolf MdL: „Ich glaube, hier muss noch mal nachgedacht werden.“ Doch Wolf winkte gleich kopfschüttelnd ab. Der Landrat begründete in seiner Rede den Entschluss des Kreistags damit, dass das Fahrschulfahrzeug wegen seines Alters aufgegeben werden müsste. Er räumte aber auch ein, dass dadurch „höhere Kosten für die Gemeinde entstehen“.
Mutzel gab nach 17 Jahren sein Amt als Vorsitzender ab. Sein Nachfolger ist Ernst Heinemann aus Renquishausen, der bis dahin das Amt des dritten stellvertretenden Vorsitzenden inne hatte. Dieses übernimmt nun Bernd Knittel aus Hattingen.
Zudem gab es bei der Versammlung Ehrungen: Mutzel überreichte das Sonderehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbands an die ehemaligen Kommandanten Karl Hipp aus Fridingen und Ernst Heinemann aus Renquishausen sowie an den Kommandanten und Schriftführer Wolfram Nestel aus Neuhausen und Kassenwart Richard Dreher aus Denkingen.
Besondere Auszeichnung
Eine nicht alltägliche Ehrung ging an die „Schwäbische Zeitung“: Redaktionsleiter Ludger Möllers nahm als Vertreter des Medienhauses Schwäbischer Verlag von Mutzel die Auszeichnung „Partner der Feuerwehr entgegen“ – mit Urkunde und Plakette. Der Vorsitzende begründete die Vergabe damit, dass die lokale Tageszeitung im Kreis Tuttlingen in den vergangenen Jahren stets dafür gesorgt hat, dass die Arbeit der Feuerwehr durch die örtliche Berichterstattung positiv ins Gedächtnis der Bevölkerung gerufen wurde.
Möllers bedankte sich und sagte: „Diese Ehrung ist eine Verpflichtung für die Zukunft.“ Das Medienhaus werde auch weiterhin über die Wehren, ihre Einsätze und den vorbeugenden Brandschutz berichten: „Diese Themen sind für unsere Leser von hoher Relevanz.“
Weiterhin geehrt wurde Immendingens Bürgermeister Helmut Mahler. Er erhielt das silberne Ehrenzeichen des deutschen Feuerwehrverbands für sein 40-jähriges Engagement zum Wohl der Feuerwehren.
(Erschienen: 21.03.2010 20:50)


































