Rund um Tuttlingen
57-Jähriger rast bei 241 Sachen auf dem Auto mit

Von unserer Mitarbeiterin Anika Luz
An der Landebahn des ehemaligen Militärflugplatzes Neuhausen ob Eck herrscht gespannte Ruhe. Eine Menschentraube hat sich auf halber Höhe neben der Bahn versammelt. Auf dem benachbarten Trainingsparcours fährt kein einziges Auto mehr. Aus der Ferne tauchen zwei stark beschleunigende Autos auf. Auf einem davon liegt ein Mensch in Lederanzug und Helm, nur mit Händen und Füßen gesichert. Allein durch seine Körperspannung hält er sich bei einer Geschwindigkeit von 241 Stundenkilometern an dem 630 PS starken Porsche 996 Turbo fest. Die Fenster sind geschlossen, die Greiffläche an der wenige Millimeter hohen Kante des Daches extrem gering.
Die beiden Sportwagen kommen schließlich am Ende der Landebahn zum Stehen und Hubert Weishaupt aus Diepoldshofen hat sich einen neuen Eintrag im Guinessbuch der Rekorde gesichert: Noch nie zuvor ist ein Mensch bei so hoher Geschwindigkeit auf einem Autodach mitgefahren. Der bisherige Rekord lag bei 194 Stundenkilometern.
Die beiden Porsche fahren in gemäßigtem Tempo auf die Menschenmenge zu, halten an und die rund 50 Sportfahrer der „Schnellen Schwaben“ feiern den erfolgreichen Akteur. Bei dem ist von Erleichterung noch keine Spur. „Fünf Sekunden länger, und ich hätte mich nicht mehr halten können“, gesteht er und schüttelt Arme und Beine aus. Seine ganze Kraft hat er in diese halbe Minute gesteckt. Dann sieht er sich um. „Hat man ein Fahrzeug für den anderen Versuch gefunden?“, fragt er voller neuem Tatendrang.
Jetzt, wo er auf der 1,4 Kilometer langen Landebahn ist, möchte er einen seiner bestehenden Weltrekorde verbessern. 1991 hat er sich mit den Händen am Heck eines Formel-2-Autos angehängt und hat es auf Skiern auf 229 Stundenkilometer gebracht. „Das hat ein schönes Funkenfeuer gegeben“, erinnert sich Weishaupt. Den Geschwindigkeitsrekord möchte er aufbessern, aber der Fahrer mit dem vorgesehen Fahrzeug ist nicht angereist.
„Wenn andere meinen, dass etwas nicht geht, dann reizt es mich“, erklärt der bis in die Fingerkuppen durchtrainierte Diepoldshofer. „Ich probiere das ein Mal aus. Dann kann ich sagen, ob es geht oder nicht.“ Auf einer Tuning-Messe lernte er den semiprofessionellen Sportfahrer Martin Garbrecht kennen. Zunächst schüttelte dieser den Kopf, als er von der waghalsigen Idee hörte. „Als ich ihm Bilder meiner anderen Rekorde gezeigt habe“ – mal mit Skiern auf dem Autodach eines Formel 2-Autos in Abfahrtstellung, mal mit Skischuhen ohne Stahlplatten hinter demselben Fahrzeug und mit Bigfoots hinter an einem Flugzeug übers nasse Gras – „hat er sich dann doch für eine Testfahrt bereit erklärt.“ Der Pilot vertraut dem Rekordjäger. „Der weiß schon was er tut“, meint er bestimmt.
Während Weishaupt den neuen Rekord für sich verarbeitet, bewegen sich die „Schnellen Schwaben“, die aus ganz Süddeutschland, der Schweiz und Österreich angereist sind, in ihren Sportwagen nach und nach wieder auf den Trainingsparcours. Mit brummenden Motoren und quietschenden Reifen testen sie die technischen Grenzen ihrer Fahrzeuge aus. Drei Mal im Jahr mieten sie das ehemalige Flughafen-Gelände für Fahrsicherheitstrainings an. „Im Süden gibt es wenige Möglichkeiten, sein Fahrzeug auszutesten. Wir waren auch schon am Hockenheimring, der ist allerdings wegen der Sicherheitsplanken riskanter“, erklärt der Hobbyfahrer Christian Fränkel.
Am 18. September drehen die „Schnellen Schwaben“ wieder in Neuhausen ob Eck ihre Runden. Wer weiß: Vielleicht rast Hubert Weishaupt dann auf Skiern hinter einem Sportwagen her.
(Erschienen: 15.08.2010 14:25)

Von unserer Mitarbeiterin Anika Luz
An der Landebahn des ehemaligen Militärflugplatzes Neuhausen ob Eck herrscht gespannte Ruhe. Eine Menschentraube hat sich auf halber Höhe neben der Bahn versammelt. Auf dem benachbarten Trainingsparcours fährt kein einziges Auto mehr. Aus der Ferne tauchen zwei stark beschleunigende Autos auf. Auf einem davon liegt ein Mensch in Lederanzug und Helm, nur mit Händen und Füßen gesichert. Allein durch seine Körperspannung hält er sich bei einer Geschwindigkeit von 241 Stundenkilometern an dem 630 PS starken Porsche 996 Turbo fest. Die Fenster sind geschlossen, die Greiffläche an der wenige Millimeter hohen Kante des Daches extrem gering.
Die beiden Sportwagen kommen schließlich am Ende der Landebahn zum Stehen und Hubert Weishaupt aus Diepoldshofen hat sich einen neuen Eintrag im Guinessbuch der Rekorde gesichert: Noch nie zuvor ist ein Mensch bei so hoher Geschwindigkeit auf einem Autodach mitgefahren. Der bisherige Rekord lag bei 194 Stundenkilometern.
Die beiden Porsche fahren in gemäßigtem Tempo auf die Menschenmenge zu, halten an und die rund 50 Sportfahrer der „Schnellen Schwaben“ feiern den erfolgreichen Akteur. Bei dem ist von Erleichterung noch keine Spur. „Fünf Sekunden länger, und ich hätte mich nicht mehr halten können“, gesteht er und schüttelt Arme und Beine aus. Seine ganze Kraft hat er in diese halbe Minute gesteckt. Dann sieht er sich um. „Hat man ein Fahrzeug für den anderen Versuch gefunden?“, fragt er voller neuem Tatendrang.
Jetzt, wo er auf der 1,4 Kilometer langen Landebahn ist, möchte er einen seiner bestehenden Weltrekorde verbessern. 1991 hat er sich mit den Händen am Heck eines Formel-2-Autos angehängt und hat es auf Skiern auf 229 Stundenkilometer gebracht. „Das hat ein schönes Funkenfeuer gegeben“, erinnert sich Weishaupt. Den Geschwindigkeitsrekord möchte er aufbessern, aber der Fahrer mit dem vorgesehen Fahrzeug ist nicht angereist.
„Wenn andere meinen, dass etwas nicht geht, dann reizt es mich“, erklärt der bis in die Fingerkuppen durchtrainierte Diepoldshofer. „Ich probiere das ein Mal aus. Dann kann ich sagen, ob es geht oder nicht.“ Auf einer Tuning-Messe lernte er den semiprofessionellen Sportfahrer Martin Garbrecht kennen. Zunächst schüttelte dieser den Kopf, als er von der waghalsigen Idee hörte. „Als ich ihm Bilder meiner anderen Rekorde gezeigt habe“ – mal mit Skiern auf dem Autodach eines Formel 2-Autos in Abfahrtstellung, mal mit Skischuhen ohne Stahlplatten hinter demselben Fahrzeug und mit Bigfoots hinter an einem Flugzeug übers nasse Gras – „hat er sich dann doch für eine Testfahrt bereit erklärt.“ Der Pilot vertraut dem Rekordjäger. „Der weiß schon was er tut“, meint er bestimmt.
Während Weishaupt den neuen Rekord für sich verarbeitet, bewegen sich die „Schnellen Schwaben“, die aus ganz Süddeutschland, der Schweiz und Österreich angereist sind, in ihren Sportwagen nach und nach wieder auf den Trainingsparcours. Mit brummenden Motoren und quietschenden Reifen testen sie die technischen Grenzen ihrer Fahrzeuge aus. Drei Mal im Jahr mieten sie das ehemalige Flughafen-Gelände für Fahrsicherheitstrainings an. „Im Süden gibt es wenige Möglichkeiten, sein Fahrzeug auszutesten. Wir waren auch schon am Hockenheimring, der ist allerdings wegen der Sicherheitsplanken riskanter“, erklärt der Hobbyfahrer Christian Fränkel.
Am 18. September drehen die „Schnellen Schwaben“ wieder in Neuhausen ob Eck ihre Runden. Wer weiß: Vielleicht rast Hubert Weishaupt dann auf Skiern hinter einem Sportwagen her.
(Erschienen: 15.08.2010 14:25)

































