Stadtnachrichten Trossingen
Sänger schmachten im Kesselhaus
Die sieben Sänger machten Veronika den Hof, schwärmten mit verklärtem Augenaufschlag von den Reizen der schönen Isabella von Kastilien, schmachteten in Erinnerungen an Marie, verschenkten den kleinen grünen Kaktus an Donna Clara mit den unvergleichlichen Beinen. Das sei zwar die (wankelmütige) Liebe der Matrosen, beteuerten die Charmeure, doch Moderator Heinz Kollross entlarvte das Tun der Sänger als Vielweiberei. Er erzählte auch die Geschichte der Comedian Harmonists.
Den Vorbildern der Trossinger Sänger seien bei allem Ruhm zwei Dinge versagt geblieben: Ein Auftritt im Kesselhaus und die Begleitung durch fünf junge Talente, die an diesem Abend voll und ganz überzeugten und die Herzen des Publikums für sich gewannen. Benedict Bühler ist neun Jahre alt, dennoch begleitete er seine zwei Jahre ältere Schwester Amélie am Klavier. Sie sang die lustige Geschichte von Mustache, dem Taschendieb. Für beide war es der erste öffentliche Auftritt, den sie locker meisterten.
Auch die zehn Jahre alte Johanna Hermann stand mit der Ballade über einen Liebesbrief auf einem Hühnerei und einem musikalischen Blick "over the rainbow" weit hinter den Regenbogen, recht souverän zum ersten Mal auf der Bühne.
Schon viel Erfahrung brachte die 15-jährige Verena Natschke mit, die sich bei Wettbewerben wie "Jugend musiziert" mit Höchstpunktzahlen erste Plätze sichert. Die junge Sopranistin versetzte das Publikum in Staunen. "Wahnsinn, so etwas habe ich noch nie gehört", meinten die ergriffen lauschenden Zuhörer. Jung und frisch, mit einer erstaunlichen Reife sang Verena Natschke die Arie "o mio babbino car" so überzeugend, als wüsste sie schon um den ganzen Schmerz der Welt. Mit der Arie der Adele als "Unschuld vom Lande" zog sie alle stimmlichen und schauspielerischen Register. Am Klavier begleitete Sandro Dalfovo. Der 17-Jährige hat bei nationalen und internationalen Wettbewerben bereits alles Erreichbare, bis hin zu Sonderpreisen abgeräumt. Mit Scherzo Nr. 1 von Chopin begeisterte er die 200 Zuhörer restlos. Zum Sonderkonzert wurde seine Zugabe, die ihm tosenden Applaus bescherte.
"Bar zum Krokodil" ist das Ziel
Die Comedy Brothers zogen frech-frivol durch die "Bar zum Krokodil", kosteten als "Bel Ami" das Glück bei allen Frauen, schworen gänzlich (un)-glaubwürdig "du bist nicht die Erste, aber vielleicht die Letzte", dann sei man "treu". Große Pantomimen- und Stimmklasse bewiesen sie mit "Creole love call". Hier wurden die Stimmen zum wimmernden Saxophon, fiepende Klarinetten konkurrierten mit gestopften Trompeten und die Stühle dienten als Kontrabass. "Irgendwo auf der Welt" sinnierten schließlich Matthias Listmann, erster Tenor und musikalischer Leiter, Jochen Schlenker erster Tenor, Dieter Bach, zweiter Tenor, Michael Bühler, dritter Tenor, Mark Zube, Barition, Siegfried Lemke, zweiter Bass und Holger Wolff, zweiter Bass, irgendwo müsse es ein kleines Stück vom Glück geben.
Für das Publikum öffnete sich das Tor zum Glück im Kesselhaus, spätestens als die schmelzenden Stimmen versicherten: ich küsse ihre Hand, Madame.
(Erschienen: 19.11.2008 00:07)
Die sieben Sänger machten Veronika den Hof, schwärmten mit verklärtem Augenaufschlag von den Reizen der schönen Isabella von Kastilien, schmachteten in Erinnerungen an Marie, verschenkten den kleinen grünen Kaktus an Donna Clara mit den unvergleichlichen Beinen. Das sei zwar die (wankelmütige) Liebe der Matrosen, beteuerten die Charmeure, doch Moderator Heinz Kollross entlarvte das Tun der Sänger als Vielweiberei. Er erzählte auch die Geschichte der Comedian Harmonists.
Den Vorbildern der Trossinger Sänger seien bei allem Ruhm zwei Dinge versagt geblieben: Ein Auftritt im Kesselhaus und die Begleitung durch fünf junge Talente, die an diesem Abend voll und ganz überzeugten und die Herzen des Publikums für sich gewannen. Benedict Bühler ist neun Jahre alt, dennoch begleitete er seine zwei Jahre ältere Schwester Amélie am Klavier. Sie sang die lustige Geschichte von Mustache, dem Taschendieb. Für beide war es der erste öffentliche Auftritt, den sie locker meisterten.
Auch die zehn Jahre alte Johanna Hermann stand mit der Ballade über einen Liebesbrief auf einem Hühnerei und einem musikalischen Blick "over the rainbow" weit hinter den Regenbogen, recht souverän zum ersten Mal auf der Bühne.
Schon viel Erfahrung brachte die 15-jährige Verena Natschke mit, die sich bei Wettbewerben wie "Jugend musiziert" mit Höchstpunktzahlen erste Plätze sichert. Die junge Sopranistin versetzte das Publikum in Staunen. "Wahnsinn, so etwas habe ich noch nie gehört", meinten die ergriffen lauschenden Zuhörer. Jung und frisch, mit einer erstaunlichen Reife sang Verena Natschke die Arie "o mio babbino car" so überzeugend, als wüsste sie schon um den ganzen Schmerz der Welt. Mit der Arie der Adele als "Unschuld vom Lande" zog sie alle stimmlichen und schauspielerischen Register. Am Klavier begleitete Sandro Dalfovo. Der 17-Jährige hat bei nationalen und internationalen Wettbewerben bereits alles Erreichbare, bis hin zu Sonderpreisen abgeräumt. Mit Scherzo Nr. 1 von Chopin begeisterte er die 200 Zuhörer restlos. Zum Sonderkonzert wurde seine Zugabe, die ihm tosenden Applaus bescherte.
"Bar zum Krokodil" ist das Ziel
Die Comedy Brothers zogen frech-frivol durch die "Bar zum Krokodil", kosteten als "Bel Ami" das Glück bei allen Frauen, schworen gänzlich (un)-glaubwürdig "du bist nicht die Erste, aber vielleicht die Letzte", dann sei man "treu". Große Pantomimen- und Stimmklasse bewiesen sie mit "Creole love call". Hier wurden die Stimmen zum wimmernden Saxophon, fiepende Klarinetten konkurrierten mit gestopften Trompeten und die Stühle dienten als Kontrabass. "Irgendwo auf der Welt" sinnierten schließlich Matthias Listmann, erster Tenor und musikalischer Leiter, Jochen Schlenker erster Tenor, Dieter Bach, zweiter Tenor, Michael Bühler, dritter Tenor, Mark Zube, Barition, Siegfried Lemke, zweiter Bass und Holger Wolff, zweiter Bass, irgendwo müsse es ein kleines Stück vom Glück geben.
Für das Publikum öffnete sich das Tor zum Glück im Kesselhaus, spätestens als die schmelzenden Stimmen versicherten: ich küsse ihre Hand, Madame.
(Erschienen: 19.11.2008 00:07)
































