Stadtnachrichten Trossingen
Im Treffpunkt raucht's bis zum Schluss
Seit August darf in den Gaststätten des Landes nicht mehr geraucht werden. Das gilt auch für eine der letzten Trossinger Bierkneipen, den "Treffpunkt". Wirt Mijo Tomasovic betont, dass er auf das Gesetz hinweisen würde. "Hier ist Rauchverbot", sage er zu allen seinen Gästen. Er sagt aber auch: "Ich schlage niemandem die Zigarette aus dem Mund". So hängen in der Kneipe zwar mindestens fünf "Rauchen-Verboten-Schilder", am Tresen gönnen sich die Gäste aber weiter die "Kippe zum Bier".
Mijo Tomasovic ist seit 15 Jahren in der Gastronomie tätig. Er führte fünf verschiedene Gaststätten, seit sechs Jahren das Rock-Café am Maschke-Platz. Er habe immer gut von seinen Betrieben leben können, sagt der 33-Jährige. Doch mit dem Rauchverbot sehe er keine Chance mehr, zu bestehen. Im August habe er für zwei Wochen das Rauchverbot eingehalten - und die Konsequenzen gespürt. "Die Gäste blieben daheim", sagt der Wirt. Vor allem die Stammkundschaft, die das "Feierabendbier" trinkt, sei nicht mehr gekommen. Denn 90 Prozent seiner Gäste seien Raucher, sagt Tomasovic. Im "Treffpunkt" sei es schwierig, eine abgetrennte Raucherecke zu schaffen. Über Alternativen habe er aber gar nicht länger nachgedacht. "Ich will mich nicht ducken", erklärt der Wirt.
So zieht Tomasovic die Konsequenzen. Er will sich künftig in der Versicherungsbranche versuchen und öffnet den "Treffpunkt" am 22. Dezember zum letzten Mal. Dass bis dahin im Rock-Café weitergeraucht wird, sei auf der einen Seite ein gewisser Protest, sagt der Wirt. Auf der anderen Seite wiegt sich Tomasovic in der Sicherheit, dass ihm nichts passieren könne: "Ich hör" ja ohnehin auf".
Die Haltung des Gastwirts ist mittlerweile auch bei der Ordnungsbehörde bekannt. "Es ist der erste Fall, wo man sich den Anordnungen so vehement widersetzt", sagt Dieter Kohler, Hauptamtsleiter der Stadt. Er verdeutlicht, dass man zwischen uneinsichtigen Rauchern und uneinsichtigen Gastwirten unterscheiden muss. Wer in Gaststätten raucht, müsse mit einem Bußgeld (40 Euro) rechnen. Wer sich als Wirt dem Gesetz nachhaltig widersetzt, dem könne man letztlich die Gaststättenerlaubnis entziehen. Bisher habe man noch kein scharfes Geschütz aufgefahren. In den bekannt gewordenen Fällen sei noch kein Bußgeld kassiert worden. Es wurde nur zur Kenntnis genommen, wo geraucht wurde. "Wir wollen den Wirten auch eine Chance geben, sich auf die neue Situation einzustellen", erklärt Kohler.
Verfahren dauert zu lange
Weil der "Treffpunkt" in drei Wochen schließt, werde das Amt in diesem Fall nichts mehr unternehmen. Ein Verfahren, das zum Entzug der Gaststättenerlaubnis führen könnte, würde zu lange dauern, sagt Dieter Kohler.
(Erschienen: 06.12.2007 00:07)
Seit August darf in den Gaststätten des Landes nicht mehr geraucht werden. Das gilt auch für eine der letzten Trossinger Bierkneipen, den "Treffpunkt". Wirt Mijo Tomasovic betont, dass er auf das Gesetz hinweisen würde. "Hier ist Rauchverbot", sage er zu allen seinen Gästen. Er sagt aber auch: "Ich schlage niemandem die Zigarette aus dem Mund". So hängen in der Kneipe zwar mindestens fünf "Rauchen-Verboten-Schilder", am Tresen gönnen sich die Gäste aber weiter die "Kippe zum Bier".
Mijo Tomasovic ist seit 15 Jahren in der Gastronomie tätig. Er führte fünf verschiedene Gaststätten, seit sechs Jahren das Rock-Café am Maschke-Platz. Er habe immer gut von seinen Betrieben leben können, sagt der 33-Jährige. Doch mit dem Rauchverbot sehe er keine Chance mehr, zu bestehen. Im August habe er für zwei Wochen das Rauchverbot eingehalten - und die Konsequenzen gespürt. "Die Gäste blieben daheim", sagt der Wirt. Vor allem die Stammkundschaft, die das "Feierabendbier" trinkt, sei nicht mehr gekommen. Denn 90 Prozent seiner Gäste seien Raucher, sagt Tomasovic. Im "Treffpunkt" sei es schwierig, eine abgetrennte Raucherecke zu schaffen. Über Alternativen habe er aber gar nicht länger nachgedacht. "Ich will mich nicht ducken", erklärt der Wirt.
So zieht Tomasovic die Konsequenzen. Er will sich künftig in der Versicherungsbranche versuchen und öffnet den "Treffpunkt" am 22. Dezember zum letzten Mal. Dass bis dahin im Rock-Café weitergeraucht wird, sei auf der einen Seite ein gewisser Protest, sagt der Wirt. Auf der anderen Seite wiegt sich Tomasovic in der Sicherheit, dass ihm nichts passieren könne: "Ich hör" ja ohnehin auf".
Die Haltung des Gastwirts ist mittlerweile auch bei der Ordnungsbehörde bekannt. "Es ist der erste Fall, wo man sich den Anordnungen so vehement widersetzt", sagt Dieter Kohler, Hauptamtsleiter der Stadt. Er verdeutlicht, dass man zwischen uneinsichtigen Rauchern und uneinsichtigen Gastwirten unterscheiden muss. Wer in Gaststätten raucht, müsse mit einem Bußgeld (40 Euro) rechnen. Wer sich als Wirt dem Gesetz nachhaltig widersetzt, dem könne man letztlich die Gaststättenerlaubnis entziehen. Bisher habe man noch kein scharfes Geschütz aufgefahren. In den bekannt gewordenen Fällen sei noch kein Bußgeld kassiert worden. Es wurde nur zur Kenntnis genommen, wo geraucht wurde. "Wir wollen den Wirten auch eine Chance geben, sich auf die neue Situation einzustellen", erklärt Kohler.
Verfahren dauert zu lange
Weil der "Treffpunkt" in drei Wochen schließt, werde das Amt in diesem Fall nichts mehr unternehmen. Ein Verfahren, das zum Entzug der Gaststättenerlaubnis führen könnte, würde zu lange dauern, sagt Dieter Kohler.
(Erschienen: 06.12.2007 00:07)































