Stadtnachrichten Trossingen
Bibliothek birgt so manchen kleinen Schatz
Die Zahlen, von denen Bibliotheksleiterin Lilian Fuchs berichtet, beeindrucken: So bewahrt sie in Trossingen 65000 Notenhefte auf. Hinzu kommen unter anderem 4000 Bücher mit dem Schwerpunkt Musik und Musikpädagogik. "Wir haben 900 laufende Meter Regale", sagt der Direktor der Bundesakademie, René Schuh. Oder, bildhaft ausgedrückt: "Wenn wir die Regale am Stück aufstellen würden, reichten sie vom oberen Kreisverkehr bis zur evangelischen Kirche in Trossingen."
1999 ist die Präsenzbibliothek, die seit 35 Jahren besteht, erweitert worden. Seither stehen 350 Quadratmeter zur Verfügung. Hinzu kommt das Archiv, eine "kleine Schatzkiste", wie Schuh es formuliert. Größter Schatz darin ist ein Exemplar der ersten gedruckten Fassung der Partitur von Haydns "Schöpfung" aus dem Jahr 1800. Im Gegensatz zur Bibliothek ist das Archiv nicht öffentlich zugänglich. Die Bücherei jedoch nutzten "Leute aus ganz Deutschland, die anreisen, um zu recherchieren", berichtet Schuh. Auch Studenten der Trossinger Musikhochschule oder vom Hohner-Konservatorium kämen, um etwa für Referate Fachliteratur zu wälzen. Da es sich um eine Präsenzbibliothek handelt, sind die Werke nicht ausleihbar. "Aber die Studenten können sich etwa Noten fürs Akkordeon ausleihen und damit in einem unserer Übungsräume spielen", erläutert der Direktor. Auch Musiklehrer kämen, die Literatur für ihre Schüler suchten und in der Akademie direkt ausprobieren könnten. Hauptnutzer sind natürlich die Teilnehmer von Seminaren in der Bundeseinrichtung.
Die Bibliothek beherbergt eine Reihe musikhistorisch wertvoller Sammlungen und Archive. Dazu gehören die Sammlung Konrad Wölki und das Archiv Hermann Ambrosius, zweier Komponisten von unter anderem Zupfmusik. Vor zwei Jahren erhielt die Bibliothek den Nachlass des 1992 verstorbenen Komponisten Lukas Haug. Er hatte in Trossingen bei Hugo Herrmann studiert und wollte seine Werke einer Institution der Musikstadt überlassen wissen, um sie einem breiten Nutzerkreis zugänglich zu machen. Auch der Briefwechsel von David Whitwell aus Los Angeles mit Komponisten wie Igor Strawinsky fand im Jahr 2000 eine neue Heimat in der Institutsbibliothek.
Sie dient zudem 34 Mitgliedsverbänden der Bundesakademie als Archiv. So befindet sich dort laut Schuh das gesamte Notenarchiv des Bundesjazzorchesters. Gemeinsam mit dem Deutschen-Harmonika-Verband wurden im vergangenen Jahr die "Trossinger Akkordeon-Archive" ins Leben gerufen. Ziel der Kooperation ist es, nicht mehr verlegte oder zugängliche sowie aktuelle Wettbewerbsliteratur für Akkordeons an einem zentralen Ort zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch eine Komponisten-Datenbank gibt es mit mehr als 11 000 Namen, zudem stehen den Nutzern rund hundert Fach- und Verbandszeitschriften zur Verfügung.
57 550 Medien sind verzeichnet
2006 begann ein Projekt mit der Zielsetzung, alle im Archiv befindlichen Manuskripte in einem digitalen Archiv zusammenzufassen. Bis Ende vergangenen Jahres konnten alle Manuskripte digitalisiert werden, die in gutem Zustand sind oder ohne größeren Aufwand ausgebessert werden konnten. Ende 2007 waren in den drei Katalogen der Bibliothek mit Noten, Büchern sowie Tonträgern und Audio/Video insgesamt 57 550 Medien verzeichnet. Vor zwei Jahren begann Lilian Fuchs mit der Entwicklung von Bestandsverzeichnissen, untergliedert in Orchestermusik, Blasmusik und Musik für Kinder. Letzteres enthält etwa Kindermusicals oder die Preisträger des "Leopold"-Medienpreises des Verbands deutscher Musikschulen. "Das ist interessant für Erzieherinnen oder Lehrerinnen", weist Schuh darauf hin, dass die Bibliothek auch für deren Arbeit Anregungen bereit halten könnte. Für den Herbst plant der Akademie-Direktor, seit wenigen Wochen stolzer Vater von Zwillingen, einen Eltern-Beratungsabend zum Thema "Gute Musik für Kinder", basierend auf dem Leopold-Archiv.
Wer mehr über die Einrichtung erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.bibliothek@bundesakademie-trossingen.de schlau machen.
(Erschienen: 23.05.2008 00:06)
Die Zahlen, von denen Bibliotheksleiterin Lilian Fuchs berichtet, beeindrucken: So bewahrt sie in Trossingen 65000 Notenhefte auf. Hinzu kommen unter anderem 4000 Bücher mit dem Schwerpunkt Musik und Musikpädagogik. "Wir haben 900 laufende Meter Regale", sagt der Direktor der Bundesakademie, René Schuh. Oder, bildhaft ausgedrückt: "Wenn wir die Regale am Stück aufstellen würden, reichten sie vom oberen Kreisverkehr bis zur evangelischen Kirche in Trossingen."
1999 ist die Präsenzbibliothek, die seit 35 Jahren besteht, erweitert worden. Seither stehen 350 Quadratmeter zur Verfügung. Hinzu kommt das Archiv, eine "kleine Schatzkiste", wie Schuh es formuliert. Größter Schatz darin ist ein Exemplar der ersten gedruckten Fassung der Partitur von Haydns "Schöpfung" aus dem Jahr 1800. Im Gegensatz zur Bibliothek ist das Archiv nicht öffentlich zugänglich. Die Bücherei jedoch nutzten "Leute aus ganz Deutschland, die anreisen, um zu recherchieren", berichtet Schuh. Auch Studenten der Trossinger Musikhochschule oder vom Hohner-Konservatorium kämen, um etwa für Referate Fachliteratur zu wälzen. Da es sich um eine Präsenzbibliothek handelt, sind die Werke nicht ausleihbar. "Aber die Studenten können sich etwa Noten fürs Akkordeon ausleihen und damit in einem unserer Übungsräume spielen", erläutert der Direktor. Auch Musiklehrer kämen, die Literatur für ihre Schüler suchten und in der Akademie direkt ausprobieren könnten. Hauptnutzer sind natürlich die Teilnehmer von Seminaren in der Bundeseinrichtung.
Die Bibliothek beherbergt eine Reihe musikhistorisch wertvoller Sammlungen und Archive. Dazu gehören die Sammlung Konrad Wölki und das Archiv Hermann Ambrosius, zweier Komponisten von unter anderem Zupfmusik. Vor zwei Jahren erhielt die Bibliothek den Nachlass des 1992 verstorbenen Komponisten Lukas Haug. Er hatte in Trossingen bei Hugo Herrmann studiert und wollte seine Werke einer Institution der Musikstadt überlassen wissen, um sie einem breiten Nutzerkreis zugänglich zu machen. Auch der Briefwechsel von David Whitwell aus Los Angeles mit Komponisten wie Igor Strawinsky fand im Jahr 2000 eine neue Heimat in der Institutsbibliothek.
Sie dient zudem 34 Mitgliedsverbänden der Bundesakademie als Archiv. So befindet sich dort laut Schuh das gesamte Notenarchiv des Bundesjazzorchesters. Gemeinsam mit dem Deutschen-Harmonika-Verband wurden im vergangenen Jahr die "Trossinger Akkordeon-Archive" ins Leben gerufen. Ziel der Kooperation ist es, nicht mehr verlegte oder zugängliche sowie aktuelle Wettbewerbsliteratur für Akkordeons an einem zentralen Ort zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch eine Komponisten-Datenbank gibt es mit mehr als 11 000 Namen, zudem stehen den Nutzern rund hundert Fach- und Verbandszeitschriften zur Verfügung.
57 550 Medien sind verzeichnet
2006 begann ein Projekt mit der Zielsetzung, alle im Archiv befindlichen Manuskripte in einem digitalen Archiv zusammenzufassen. Bis Ende vergangenen Jahres konnten alle Manuskripte digitalisiert werden, die in gutem Zustand sind oder ohne größeren Aufwand ausgebessert werden konnten. Ende 2007 waren in den drei Katalogen der Bibliothek mit Noten, Büchern sowie Tonträgern und Audio/Video insgesamt 57 550 Medien verzeichnet. Vor zwei Jahren begann Lilian Fuchs mit der Entwicklung von Bestandsverzeichnissen, untergliedert in Orchestermusik, Blasmusik und Musik für Kinder. Letzteres enthält etwa Kindermusicals oder die Preisträger des "Leopold"-Medienpreises des Verbands deutscher Musikschulen. "Das ist interessant für Erzieherinnen oder Lehrerinnen", weist Schuh darauf hin, dass die Bibliothek auch für deren Arbeit Anregungen bereit halten könnte. Für den Herbst plant der Akademie-Direktor, seit wenigen Wochen stolzer Vater von Zwillingen, einen Eltern-Beratungsabend zum Thema "Gute Musik für Kinder", basierend auf dem Leopold-Archiv.
Wer mehr über die Einrichtung erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.bibliothek@bundesakademie-trossingen.de schlau machen.
(Erschienen: 23.05.2008 00:06)
































