Rund um Trossingen
Rietheimer Institution feiert 90. Geburtstag

Vielleicht ist diese Bezeichnung schon sehr früh entstanden, um ihn eindeutig von den weiteren vier Hans Marquardts in Rietheim unterscheiden zu können. Heute ist er der einzige Bürger der Gemeinde, der diesen Namen trägt. Klar ist aber auch, dass ihn sein handwerkliches Können und seine freundliche zugewandte Art zur „Institution“ gemacht haben.
Doch ehe der junge Mann vom Höfle nach der Lehre beruflich richtig durchstarten konnte, wurde er erst einberufen und in den Krieg geschickt. 1945 kehrte er nach Rietheim zurück. 1951 machte Hans Marquardt die Meisterprüfung und heiratete seine Frau Helga. Er wurde Vater dreier Söhne und hatte von Anfang an jede Menge Arbeit.
Er hat unzählige Wasserleitungen verlegt, verstopfte Rohre freigemacht, tropfende Wasserhähne abgedichtet oder ausgetauscht, Geländer geschweißt, verzweifelten Rietheimern wieder Zugang zu ihren Häusern und Wohnungen verschafft. Und da er, wenn möglich, dabei das Schloss nicht beschädigen wollte, wählte er auch schon mal den Weg übers Dach.
Alles mögliche hat er repariert, am häufigsten wohl Motorsägen und Rasenmäher. In den Anfangsjahren verkaufte er amerikanische Motorsägen, später dann Rasenmäher. Ein kleiner Laden kam hinzu, den Ehefrau Helga betrieb und den sie später zu einem Haushaltswarengeschäft erweiterte. Hans Marquardt hat auch etliche Lehrlinge ausgebildet.
Auch als er das Rentenalter schon längst erreicht hatte, wandten sich die Rietheimer bei Problemen mit Installation oder Sanitäranlagen immer noch ganz selbstverständlich an den „Schlosser“, der sich freundlich wie eh und je alles anhörte und dann auch wirklich anrückte, um Abhilfe zu schaffen.
Hans Marquardt gehört zu jener besonderen Spezies von Persönlichkeiten, die so wohl nur im dörflichen Umfeld gedeihen konnte. Denn neben der beruflichen Tätigkeit, die kaum freie Zeit ließ, und der Familie entwickelte er viele weitere Talente, Fähigkeiten und Hobbys.
Das erste private Telefon im Ort
Neuem war er stets aufgeschlossen, er hatte das erste private Telefon in Rietheim, ein „Zweieranschluss“, den er sich mit dem Gasthaus „Schwanen“ teilte. Er legte sich auch schon früh ein Auto und einen Fernseher zu. Freude hatte er auch stets am Reisen. Als Rentner ging er regelmäßig zum Schwimmen und unternahm mit Freunden Ausflüge.
Erst im Rentenalter konnte er sich auch seinem liebsten Hobby widmen, dem Korbflechten, das ihm einst sein Großvater beigebracht hatte. Und nur zu gern arbeitete Hans Marquardt – und tut dies auch immer noch – im Wald, um „Holz zu machen“. Auch die Korbflechterei geht ihm noch gut von der Hand, und bei kleineren Reparaturen sagt der hilfsbereite Mann auch mit 90 nicht nein.
Sein Geburtstag wurde jetzt groß gefeiert. Denn nicht nur Familie und Verwandtschaft, Bürgermeister, Pfarrer und die Vertreter von TSV, Musikverein, Gesangverein und Obst- und Gartenbauverein wollten Glückwünsche überbringen, sondern jede Menge Mitbürger, auch aus den Nachbargemeinden. Man kennt ihn halt, den Schlosser. Und dem war es eine wirkliche Freude, so viele Leute zu empfangen und um sich zu haben.
(Erschienen: 06.02.2012 18:40)

Vielleicht ist diese Bezeichnung schon sehr früh entstanden, um ihn eindeutig von den weiteren vier Hans Marquardts in Rietheim unterscheiden zu können. Heute ist er der einzige Bürger der Gemeinde, der diesen Namen trägt. Klar ist aber auch, dass ihn sein handwerkliches Können und seine freundliche zugewandte Art zur „Institution“ gemacht haben.
Doch ehe der junge Mann vom Höfle nach der Lehre beruflich richtig durchstarten konnte, wurde er erst einberufen und in den Krieg geschickt. 1945 kehrte er nach Rietheim zurück. 1951 machte Hans Marquardt die Meisterprüfung und heiratete seine Frau Helga. Er wurde Vater dreier Söhne und hatte von Anfang an jede Menge Arbeit.
Er hat unzählige Wasserleitungen verlegt, verstopfte Rohre freigemacht, tropfende Wasserhähne abgedichtet oder ausgetauscht, Geländer geschweißt, verzweifelten Rietheimern wieder Zugang zu ihren Häusern und Wohnungen verschafft. Und da er, wenn möglich, dabei das Schloss nicht beschädigen wollte, wählte er auch schon mal den Weg übers Dach.
Alles mögliche hat er repariert, am häufigsten wohl Motorsägen und Rasenmäher. In den Anfangsjahren verkaufte er amerikanische Motorsägen, später dann Rasenmäher. Ein kleiner Laden kam hinzu, den Ehefrau Helga betrieb und den sie später zu einem Haushaltswarengeschäft erweiterte. Hans Marquardt hat auch etliche Lehrlinge ausgebildet.
Auch als er das Rentenalter schon längst erreicht hatte, wandten sich die Rietheimer bei Problemen mit Installation oder Sanitäranlagen immer noch ganz selbstverständlich an den „Schlosser“, der sich freundlich wie eh und je alles anhörte und dann auch wirklich anrückte, um Abhilfe zu schaffen.
Hans Marquardt gehört zu jener besonderen Spezies von Persönlichkeiten, die so wohl nur im dörflichen Umfeld gedeihen konnte. Denn neben der beruflichen Tätigkeit, die kaum freie Zeit ließ, und der Familie entwickelte er viele weitere Talente, Fähigkeiten und Hobbys.
Das erste private Telefon im Ort
Neuem war er stets aufgeschlossen, er hatte das erste private Telefon in Rietheim, ein „Zweieranschluss“, den er sich mit dem Gasthaus „Schwanen“ teilte. Er legte sich auch schon früh ein Auto und einen Fernseher zu. Freude hatte er auch stets am Reisen. Als Rentner ging er regelmäßig zum Schwimmen und unternahm mit Freunden Ausflüge.
Erst im Rentenalter konnte er sich auch seinem liebsten Hobby widmen, dem Korbflechten, das ihm einst sein Großvater beigebracht hatte. Und nur zu gern arbeitete Hans Marquardt – und tut dies auch immer noch – im Wald, um „Holz zu machen“. Auch die Korbflechterei geht ihm noch gut von der Hand, und bei kleineren Reparaturen sagt der hilfsbereite Mann auch mit 90 nicht nein.
Sein Geburtstag wurde jetzt groß gefeiert. Denn nicht nur Familie und Verwandtschaft, Bürgermeister, Pfarrer und die Vertreter von TSV, Musikverein, Gesangverein und Obst- und Gartenbauverein wollten Glückwünsche überbringen, sondern jede Menge Mitbürger, auch aus den Nachbargemeinden. Man kennt ihn halt, den Schlosser. Und dem war es eine wirkliche Freude, so viele Leute zu empfangen und um sich zu haben.
(Erschienen: 06.02.2012 18:40)
































