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Rund um Spaichingen

Treue der Tiere rührt zutiefst

Reitpony Schnute und Hund Bobby halten treu zu Christine Grimm.
Reitpony Schnute und Hund Bobby halten treu zu Christine Grimm. (Foto: privat)

Von Christine Grimm

Gosheim Unsere Serie „Abenteuer Haustier“ hat Leserin Christine Grimm aus Gosheim veranlasst, ihre eigene Haustiergeschichte aufzuschreiben, die, wie sie versichert, genau so passiert sei.

„Unsere Haustiere sind etwas größerer Natur als die üblichen Hamster, Hunde und Wellensittiche“, erzählt Christine Grimm. Sie besitzt nämlich Pferde. Bis vor einigen Jahren – bis zur Geburt ihrer Kinder – war sie täglich mit ihrem Reitpony Schnute und ihrem Hund Bobby im Gelände unterwegs. „Die beiden waren ein eingespieltes Team. Man konnte sagen, sie verstanden sich ohne Worte“, erzählt Christine Grimm.

Wenn Bobby „mal musste“, blieb Schnute stehen und wartete auf ihn, bis er mit seinem Geschäft fertig war Umgekehrt galt das gleiche.

Eines Tages entdeckte Christine Grimm auf einem ihrer Ausritte einen ihr bislang unbekannten Weg, der halb versteckt und kaum einsehbar war, weit abseits ihrer üblichen Reitstrecken. „Natürlich wollte ich wissen, wohin dieser Weg führte und schlug ihn ein. Der Pfad führte steil bergauf, wurde immer felsiger und schmaler. Für mein Reitpony waren solche Strecken nichts Ungewöhnliches. Sie kam mit jedem Untergrund klar.“

Doch irgendwann war der Weg zu Ende, es gab kein Weiterkommen mehr, und Umdrehen war unmöglich, weil der Pfad gerade mal zwei Huf breit war. Und für den „Rückwärtsgang“ war die Strecke einfach zu lang. Linker Hand ragte eine unüberwindliche Steilwand neben uns auf, rechts ging es eine Geröllhalde hinab, erinnert sich Grimm. „Die war selbst für mein trittsicheres Pferd zu gefährlich. Was tun?“

Gerade, als sie absteigen wollte, sprang ein aufgeschrecktes Reh aus dem Gestrüpp vor uns und verschwand krachend die Steilwand hinauf. Schnute machte einen entsetzten Satz zur Seite und ich flog in hohem Bogen aus dem Sattel und kullerte die Geröllhalde hinab.

„Ich dachte nur, jetzt ist alles aus, da setzten sich Schnute und Bobby in Bewegung und folgten mir auf allen Vieren rutschend die Geröllhalde hinab. Bis ich unten ankam, warteten sie dort schon.“

Außer einem staubigen Fell hatten sie keinen Schaden erlitten, im Gegensatz zu Christine Grimm, die ziemlich verschrammt war. Geduldig harrten die beiden Tiere neben ihr aus, bis sie wieder in der Lage war, in den Sattel zu steigen und den langen Heimweg anzutreten.

„Die Treue meiner beiden Freunde“, so zieht Christine Grimm das Resümee ihrer Geschichte, „rührte mich zutiefst und ich mag gar nicht daran denken, was passiert wäre, hätten sie die Flucht ergriffen.“

(Erschienen: 06.02.2012 18:25)

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