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Rund um Spaichingen

Mönche leben noch heute Benedikts Regeln

Nach der Hauptversammlung des Vinzenzvereins berichtet ein Pater über Beuron
Der Vortrag von Pater Methodius OSB, Beuron kam bei den Besuchern so gut an, dass spontan eine Spendeaktion gestartet wurde. Vorsitzender Norbert Schnee (links) übergab die Spenden dem Referenten (Mitte), rechts Pater Sabu.
Der Vortrag von Pater Methodius OSB, Beuron kam bei den Besuchern so gut an, dass spontan eine Spendeaktion gestartet wurde. Vorsitzender Norbert Schnee (links) übergab die Spenden dem Referenten (Mitte), rechts Pater Sabu. (Foto: Herlinde Groß)

Von Herlinde Groß

Denkingen Um möglichst viel Raum für den Vortrag des Benediktinerpaters Methodius zum Thema „Die Regel des heiligen Benedikt – ein Lebensprogramm für heute“ zu haben, blieben die Regularien der Mitgliederversammlung des Vinzenzvereins kurz. Es standen auch keine Wahlen auf der Tagesordnung .

Vorsitzender Norbert Schnee hob die Arbeit des caritativen Vereins hervor. Neben einer Fahrt nach Reute „Auf den Spuren der guten Beth“ mit 50 Teilnehmern wurde die Nikolausaktion unter die Fittiche des Vereins gestellt, damit der alte Brauch auch weiterhin Bestand habe. Der Besuchdienst ging zu Jubilaren und Neuzugezogenen. Schwester Maria Elisabeth besucht die Kranken, und an Weihnachten wurden 40 kranke und alte Personen beschenkt.

Im kommenden Jahr werde man wieder eine Fahrt nach Untermarchtal organisieren. Da der Vinzenzverein in diesem Jahr zusammen mit der Schwesternstation das 100-Jahr-Jubiläum feiern könne, findet im November eine Festwoche statt. Der Adventsmarkt unter der Hauptorganisation von Maria Spielvogel erbrachte 500 Euro, ging aus dem Kassenbericht von Beate Streicher hervor, den Priska Burchardt vorlas.

Auch nach 1500 Jahren aktuell

In einer Tonbildschau informierte sodann der Benediktiner über das Leben der Beuroner Mönche seit der Gründung des Klosters 1863. Der Heilige Benedikt, nach dessen Regeln die Mönche ihr Leben richten, lebte vor über 1500 Jahren, doch seien seine geistlichen Lehren auch in der Zeit des Internets lebendig und aktuell.

Das Klosterleben der Benediktiner ist durch das Gebet geprägt. Im Mittelpunkt steht dabei das Gebet in der Gemeinschaft, was durch das Losungswort „ora et labora“ (bete und arbeite) der Benediktiner gekennzeichnet ist. Die Vorfahren der Beuroner Patres waren die Augustiner-Chorherren, die sich um 1077 in Beuron ansiedelten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster zerstört und 1732-38 wieder aufgebaut. Die Säkularisation hob auch das Stift Beuron auf und übergab es mit all seinen Besitzungen dem fürstlichen Hause von Hohenzollern-Sigmaringen, ließ Pater Methodius die Geschichte Beurons aufleben.

Nach 60 Jahren ermöglichte Fürstin Katharina von Hohenzollern den Neubeginn klösterlichen Lebens. In der Blützeit des Klosters lebten dort 300 Mönche. Derzeit befinden sich 50 Mönche verschiedenen Alters und Herkunft noch im Kloster. Sechs Mal kommen sie am Tag zum gemeinsamen Gebet zusammen. Eigenständige Persönlichkeit der Gottsuche formen, Verzicht auf persönlichen Besitz, lebenslange Bindung an die klösterliche Gemeinschaft, Gehorsam und Ehelosigkeit geloben die Mönche an ihrer feierlichen Profess.

Neben dem Einblick in das Klosterleben teilte der Referent mit, dass sich jedes Benediktiner Kloster wirtschaftlich selber tragen muss. Deshalb haben die Mönche von Beuron eine ganze Reihe ökonomischer, wissenschaftlicher und pastoraler Projekte begonnen und aufgebaut. Das Kloster ist nicht dem Bischof, sondern direkt dem Papst der so genannten Kongregation für das gottgeweihte Leben in Rom unterstellt.

(Erschienen: 09.02.2012 17:35)

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