Rund um Spaichingen
Bischof Fürst warnt vor Verzettelung

Dekan Matthias Koschar begrüßt rund 40 pastorale Mitarbeiter des Dekanats Tuttlingen-Spaichingen und etwa 150 Gemeindemitglieder. Hoch hinaufgekommen in die „Highlands der Diözese“ sei der Bischof. Hier in der Höhe sei man Gott ein bisschen näher, aber auch die Turbulenzen seien stärker, wie man es jüngst erlebt habe. Dabei spielt der Dekan auf die Differenzen an, die der Wehinger Kirchengemeinderat vor über einem Jahr mit dem Pfarrer der Seelsorgeeinheit Lemberg hatte.
Der Bischof erläutert den Gemeindemitgliedern, was es mit der nachfolgenden Konferenz auf sich habe. Regelmäßig besuche er pastorale Einrichtungen, um sich über Probleme und Erwartungen zu informieren, die in den verschiedenen Gemeinden und Einrichtungen anstünden. „Wir leben in unruhigen Zeiten. Als Kirche können wir uns das nicht aussuchen“, sagt Fürst. „Auch im Zusammenleben sind wir zerrissen.“ Trotzdem gelte es, als lebendige Kirche ein glaubwürdiges Zeichen abzulegen und auf die Botschaft des Heils zu vertrauen.
Da beschäftige ihn ein Bibelwort besonders: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ In der modernen Übersetzung des Matthäus-Wortes heiße es: „… die ihr unruhig seid – ich will euch Ruhe verschaffen“. Dieses Wort mache Mut und verspreche innere Sicherheit in aller äußeren Zerrissenheit. So solle auch die Gemeindearbeit mit Souveränität, Lebenskraft und Freude bewältigt werden – frei nach dem Gebet des heiligen Augustinus: „Unruhig ist unser Herz bis es Ruhe findet in dir.“
Der neue Hausherr der Heilig-Kreuz-Kirche Pfarrer Adam Galazka liest aus dem Petrusbrief und Diakon Giovanni Fascia spricht die Fürbitten. Die musikalische Gestaltung der Vesper übernehmen die Schola des katholischen Kirchenchors Heilig-Kreuz (Karl-Heinz Hermle, Hermann Landolt, Hubert Fetzer, Andreas Drobny) zusammen mit dem Organisten Horst Maute.
Nach der Andacht hat Bischof Fürst ein paar nette Begegnungen mit Gemeindemitgliedern vor der Kirche. Beim Gang über den „Roten Platz“ ins katholische Gemeindehaus zeigt er sich beeindruckt vom „großstädtischen“ Flair der Gemeinde. Angesprochen auf die zunehmende Belastung, die auf jeden Seelsorger zukommen, der in einer Seelsorgeeinheit für mehrere Kirchengemeinden zuständig ist, meint Fürst: „Ich halte stets gute Kontakte zu den Gemeinden, versuche vakante Stellen umgehend zu besetzen und stark belastete Pfarrer zu entlasten, wo es geht. Das ist natürlich oft schwierig.“ Das Problem der Überbelastung der einzelnen Geistlichen rühre zu einem Großteil daher, dass die Anspruchshaltung der Gemeinden gestiegen sei. Eine Vielfalt großer Erwartungen, wie sie noch nie da gewesen sei, sei heute in fast jeder Kirchengemeinde die Regel. „Wir dürfen uns auf keinen Fall übernehmen – und uns ja nicht verzetteln.“
In der nachfolgenden nicht öffentlichen Dekanatskonferenz, zu der nur hauptamtliche pastorale Mitarbeiter und Pensionäre eingeladen seien, und die der Diözesanbischof alle drei Jahre besuche, gehe es vor allem um den Dialogprozess, der die Kirche derzeit bewege, verrät Dekanatsreferent Hans-Peter Mattes vor Beginn der Sitzung.
(Erschienen: 07.02.2012 14:40)

Dekan Matthias Koschar begrüßt rund 40 pastorale Mitarbeiter des Dekanats Tuttlingen-Spaichingen und etwa 150 Gemeindemitglieder. Hoch hinaufgekommen in die „Highlands der Diözese“ sei der Bischof. Hier in der Höhe sei man Gott ein bisschen näher, aber auch die Turbulenzen seien stärker, wie man es jüngst erlebt habe. Dabei spielt der Dekan auf die Differenzen an, die der Wehinger Kirchengemeinderat vor über einem Jahr mit dem Pfarrer der Seelsorgeeinheit Lemberg hatte.
Der Bischof erläutert den Gemeindemitgliedern, was es mit der nachfolgenden Konferenz auf sich habe. Regelmäßig besuche er pastorale Einrichtungen, um sich über Probleme und Erwartungen zu informieren, die in den verschiedenen Gemeinden und Einrichtungen anstünden. „Wir leben in unruhigen Zeiten. Als Kirche können wir uns das nicht aussuchen“, sagt Fürst. „Auch im Zusammenleben sind wir zerrissen.“ Trotzdem gelte es, als lebendige Kirche ein glaubwürdiges Zeichen abzulegen und auf die Botschaft des Heils zu vertrauen.
Da beschäftige ihn ein Bibelwort besonders: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ In der modernen Übersetzung des Matthäus-Wortes heiße es: „… die ihr unruhig seid – ich will euch Ruhe verschaffen“. Dieses Wort mache Mut und verspreche innere Sicherheit in aller äußeren Zerrissenheit. So solle auch die Gemeindearbeit mit Souveränität, Lebenskraft und Freude bewältigt werden – frei nach dem Gebet des heiligen Augustinus: „Unruhig ist unser Herz bis es Ruhe findet in dir.“
Der neue Hausherr der Heilig-Kreuz-Kirche Pfarrer Adam Galazka liest aus dem Petrusbrief und Diakon Giovanni Fascia spricht die Fürbitten. Die musikalische Gestaltung der Vesper übernehmen die Schola des katholischen Kirchenchors Heilig-Kreuz (Karl-Heinz Hermle, Hermann Landolt, Hubert Fetzer, Andreas Drobny) zusammen mit dem Organisten Horst Maute.
Nach der Andacht hat Bischof Fürst ein paar nette Begegnungen mit Gemeindemitgliedern vor der Kirche. Beim Gang über den „Roten Platz“ ins katholische Gemeindehaus zeigt er sich beeindruckt vom „großstädtischen“ Flair der Gemeinde. Angesprochen auf die zunehmende Belastung, die auf jeden Seelsorger zukommen, der in einer Seelsorgeeinheit für mehrere Kirchengemeinden zuständig ist, meint Fürst: „Ich halte stets gute Kontakte zu den Gemeinden, versuche vakante Stellen umgehend zu besetzen und stark belastete Pfarrer zu entlasten, wo es geht. Das ist natürlich oft schwierig.“ Das Problem der Überbelastung der einzelnen Geistlichen rühre zu einem Großteil daher, dass die Anspruchshaltung der Gemeinden gestiegen sei. Eine Vielfalt großer Erwartungen, wie sie noch nie da gewesen sei, sei heute in fast jeder Kirchengemeinde die Regel. „Wir dürfen uns auf keinen Fall übernehmen – und uns ja nicht verzetteln.“
In der nachfolgenden nicht öffentlichen Dekanatskonferenz, zu der nur hauptamtliche pastorale Mitarbeiter und Pensionäre eingeladen seien, und die der Diözesanbischof alle drei Jahre besuche, gehe es vor allem um den Dialogprozess, der die Kirche derzeit bewege, verrät Dekanatsreferent Hans-Peter Mattes vor Beginn der Sitzung.
(Erschienen: 07.02.2012 14:40)
































