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Stadtnachrichten Sigmaringen

Einsatzkräfte evakuieren 260 Menschen

Gasleck: Polizei und Feuerwehr lassen wegen Explosionsgefahr Landratsamt und Anna-Haus räumen
Erregte Beratungen: 260 Menschen müssen evakuiert werden. Der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle (li). verfolgt die Arbeit von Polizei und Feuerwehr.
Erregte Beratungen: 260 Menschen müssen evakuiert werden. Der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle (li). verfolgt die Arbeit von Polizei und Feuerwehr. (Foto: Christoph Wartenberg)

Von Christoph Wartenberg

Sigmaringen Nein, diesmal war es keine Feuerwehrübung: Über 260 Menschen sind gestern aus dem Landratsamt und dem Anna-Haus evakuiert worden, weil ein Bagger gegen 11.30 Uhr bei den Arbeiten für den Landratsamtsanbau auf eine undichte Gasleitung gestoßen war. Nachdem auch in den Gebäuden intensiver Gasgeruch festgestellt worden war entschied man sich bei Polizei und Feuerwehr für die Räumung der Gebäude.

Die Gasleitung war hinter dem rötlichen Gebäude, in dem das Baurechtsamt und der Katastrophenschutz untergebracht sind, beschädigt worden. Es bestand nach Auskunft der Polizei akute Explosionsgefahr.

Die gesamte Sigmaringer Feuerwehr, Polizei aus dem Kreisgebiet sowie DRK und Malteser Hilfsdienst waren im Einsatz. Vor allem mussten die psychisch kranken Menschen aus dem Anna-Haus, von denen vier bettlägerig sind, versorgt werden. Auch der Chef der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses, Dr. Frank-Thomas Bopp, und die Notfallseelsorge waren zur Betreuung der Kranken vor Ort. Nach einer Zwischenstation der Patienten in der Halle des Roten Kreuzes konnten diese in den Krankenhäusern des Kreises untergebracht werden. Die Stadt hatte vorsichtshalber die Turnhalle des Hohenzollern-Gymnasiums bereitgestellt.

Alle Büros kontrolliert

Der Katastrophenschutzbeauftrage des Landkreises, Roland Grootherder, kontrollierte die Räumung aller Büros des Landratsamts persönlich. In dem Gebäude gibt es keine Lautsprecheranlage für Durchsagen. „Die Alarmierung erfolgt über den PC, da läuft dann eine akustische und optische Warnung, aber das ist nicht optimal, da muss man sich mal Gedanken machen“, sagte der Erste Landesbeamte Rolf Vögtle, der die Evakuierung und Sicherung der Gebäude verfolgte.

Günstig war der Umstand, dass am Aschermittwoch noch etliche Mitarbeiter des Landratsamts im Urlaub waren und sich dadurch die Zahl der zu evakuierenden Mitarbeiter reduzierte.

Die Gebäude im Bereich des Landratsamts sind durch Versorgungsleitungen und teilweise Kellerräume miteinander verbunden, sodass das Gas sich in mehreren Gebäuden ausbreiten konnte. Überdies sind Gebäude und Leitungen alt. Außerdem gibt es in diesem Bereich einen kiesigen Untergrund, in dem sich Gas ausbreiten kann, bevor es sich verflüchtigt, erläuterte Kreisbrandmeister Michael Hack die Lage.

Die Polizei sperrte die Gegend weiträumig ab und richtete eine Umleitung ein. Auf dem Parkplatz hatte die Feuerwehr eine mobile Kommandozentrale eingerichtet und rund um den Gebäudekomplex einen Brandschutz eingerichtet. Es waren 52 Feuerwehrleute, 35 Rettungskräfte und 50 Polizeibeamte im Einsatz. „Im Zweifelsfall muss man klotzen, nicht kleckern und hier gibt es ja zahlreiche Menschen, die man schützen muss“, erklärte Feuerwehr-Kommandant Thomas Westhauser.

Die Feuerwehr hatte mit Gasmessgeräten die Lage kontrolliert, bevor die Stadtwerke, die über spezielle, sehr empfindliche Messgeräte verfügt, die ständige Überprüfung übernahmen. Weil das Gasnetz in diesem Bereich nicht durch einen Schieber abgeschottet werden kann, musste die Leitung aufgegraben werden. Bei der provisorischen Reparatur des Lecks durch die Stadtwerke stellte sich heraus, dass vermutlich ein Kupplungsteil durch den langanhaltenden Frost undicht geworden war. Die Gasversorgung der Bevölkerung war nicht gefährdet.

Nach einer Gasprüfung im Anna-Haus um 15.30 Uhr und der Belüftung aller Gebäude wurden die Sperrungen und Umleitungen gegen 16 Uhr wieder aufgehoben.

(Erschienen: 22.02.2012 18:50)

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