Rund um Sigmaringen
Warum der „Flugplatz Birkhof“ doch nicht gebaut wurde
Von unserem Mitarbeiter Klaus Böhme
In der Ausstellung, die im Obergeschoss des Rathauses aufgebaut war, fühlte man sich spontan in ein Fliegermuseum versetzt. Erwin Seßler, dem Initiator der Ausstellung mit geschichtlicher Bedeutung, war es in der Vorbereitungsphase gelungen, zwei potente Fachleute zu finden, die mit technischem Gerät, Fotos und bildlichen Darstellungen die Ausstellung über den dokumentarischen Bereich hinaus bereicherten.
Hans-Heinrich Kaukel, Oberstleutnant d.R. und Ulrich Wesner ein Fachmann für Flugzeugelektrik, steuerten aus ihren privaten Sammlungen Erinnerungsstücke bei, die man sonst nur in Museen bestaunen kann. Kaukel als ehemaliger Starfighterpilot und Wesner Mitglied der ME 109-Restaurierungskompanie von Bitz gaben interessante Informationen, die man in einem Heimatmuseum wohl selten erfährt. Erwin Seßler und seine Fachleute mussten sich die Zeit für das Mittagessen wegen des großen Besucherinteresses förmlich stehlen.
Das Geheimnis über die Aufgabe des Projekts lüftete ein Erlass des Luftfahrtministeriums der ebenfalls zu den Ausstellungsstücken gehörte: Der damalige verantwortliche Minister hatte 1958 beim Aufbau der Bundeswehr mehr Kampfflugzeuge beschafft, als die Flugplätze in nebelfreien Gebieten aufnehmen konnten. Zu hohe Erschließungskosten gaben schließlich den Ausschlag, dass der geplante NATO-Flugplatz Birkhof/Gammertingen nicht gebaut wurde. Dies wurde durch einen internen Erlass des Ministeriums im Hause verfügt.
Aus der Aussage des damals unmittelbar betroffenen Winterlinger Bürgermeisters a. D. Fritz Wizemann kann man ermessen, wie die Aufgabe des Projektes auf die umliegenden Gemeinden gewirkt hat. Der betagte Bürgermeister meinte im Gespräch mit Erwin Seßler: “Einerseits stand die Ablehnung, anderseits lockten Arbeitsplätze und wirtschaftlicher Aufschwung, einschließlich kostengünstiger Wohnungsbau.
Einige Besucher bedauerten, dass diese interessante Ausstellung nur einen Tag geöffnet war. Seßler hatte die Ausstellung aus Anlass der Bürgermeisterwahl in Winterlingen organisiert.
(Erschienen: 03.05.2010 15:50)
Von unserem Mitarbeiter Klaus Böhme
In der Ausstellung, die im Obergeschoss des Rathauses aufgebaut war, fühlte man sich spontan in ein Fliegermuseum versetzt. Erwin Seßler, dem Initiator der Ausstellung mit geschichtlicher Bedeutung, war es in der Vorbereitungsphase gelungen, zwei potente Fachleute zu finden, die mit technischem Gerät, Fotos und bildlichen Darstellungen die Ausstellung über den dokumentarischen Bereich hinaus bereicherten.
Hans-Heinrich Kaukel, Oberstleutnant d.R. und Ulrich Wesner ein Fachmann für Flugzeugelektrik, steuerten aus ihren privaten Sammlungen Erinnerungsstücke bei, die man sonst nur in Museen bestaunen kann. Kaukel als ehemaliger Starfighterpilot und Wesner Mitglied der ME 109-Restaurierungskompanie von Bitz gaben interessante Informationen, die man in einem Heimatmuseum wohl selten erfährt. Erwin Seßler und seine Fachleute mussten sich die Zeit für das Mittagessen wegen des großen Besucherinteresses förmlich stehlen.
Das Geheimnis über die Aufgabe des Projekts lüftete ein Erlass des Luftfahrtministeriums der ebenfalls zu den Ausstellungsstücken gehörte: Der damalige verantwortliche Minister hatte 1958 beim Aufbau der Bundeswehr mehr Kampfflugzeuge beschafft, als die Flugplätze in nebelfreien Gebieten aufnehmen konnten. Zu hohe Erschließungskosten gaben schließlich den Ausschlag, dass der geplante NATO-Flugplatz Birkhof/Gammertingen nicht gebaut wurde. Dies wurde durch einen internen Erlass des Ministeriums im Hause verfügt.
Aus der Aussage des damals unmittelbar betroffenen Winterlinger Bürgermeisters a. D. Fritz Wizemann kann man ermessen, wie die Aufgabe des Projektes auf die umliegenden Gemeinden gewirkt hat. Der betagte Bürgermeister meinte im Gespräch mit Erwin Seßler: “Einerseits stand die Ablehnung, anderseits lockten Arbeitsplätze und wirtschaftlicher Aufschwung, einschließlich kostengünstiger Wohnungsbau.
Einige Besucher bedauerten, dass diese interessante Ausstellung nur einen Tag geöffnet war. Seßler hatte die Ausstellung aus Anlass der Bürgermeisterwahl in Winterlingen organisiert.
(Erschienen: 03.05.2010 15:50)


































