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Rund um Sigmaringen

Verband berät Paare in Trennung

Wenn die Partnerschaft zerbricht, stehen die Beteiligten neben dem emotionalen Scherbenhaufen oft auch im organisatorischen Chao
Wenn die Partnerschaft zerbricht, stehen die Beteiligten neben dem emotionalen Scherbenhaufen oft auch im organisatorischen Chao

Kreis Sigmaringen / sz Bei Trennung und Scheidung können sich viele Fragen auftun. Der „Interessensverband Unterhalt und Familienrecht“ (isuv) bietet nun regelmäßig am ersten Mittwoch im Monat einen kostenlosen Vortrag Sigmaringen an.

Von unserer Mitarbeiterin   Vera Romeu

Der Verband hat sich zum Ziel gesetzt, Geschiedene, Ehepaare und nicht eheliche Lebensgemeinschaften bei Trennung zu beraten. „Wir wollen nützliches Wissen über die rechtlichen und steuerlichen Folgen von Trennungen vermitteln. Der Unterhalt der Kinder ist dabei ein ganz wichtiges Thema“, erklärt Max Weidinger, Leiter der Beratungsstelle in Ravensburg, der die Aktivitäten in Sigmaringen initiiert und koordiniert.

Der Verband möchte erreichen, dass die Paare schon wissen was auf sie zukommt, bevor sie zum Rechtsanwalt gehen. Entscheidungen sollten so getroffen werden, dass die Folgen vorab in Betracht gezogen werden. „Das erspart den Menschen viel Zeit, Ärger und auch Geld“, erklärt Weidinger.

Der Personenkreis, der von Trennung oder Scheidung betroffen ist, wird immer größer. „Es gibt insgesamt rund 70 Trennungsfolgen“, erklärt Weidinger, „zehn bis zwölf treffen bei jedem zu. Da haben wir Merkblätter zusammengestellt, die helfen, das Wichtige zu beachten und Richtige zu tun.“

Monatliche Treffen

An jedem ersten Mittwoch im Monat wird es ab sofort einen Informationsabend mit wechselnden Schwerpunktthemen geben. In dieser Woche referiert Roland Hoheisel-Gruler, Fachanwalt für Familienrecht, zum Thema „Nichteheliche Lebensgemeinschaft – was kann alles geregelt werden und was ist zu beachten?“. Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Meist seien es Frauen, die zu den Vorträgen kommen, denn sie wollten wissen, wie es nach der Trennung weitergehen soll, gerade in Sachen Unterhalt und Umgang mit den Kindern.

Der Verband sucht nach weiteren Referenten, um noch mehr Themengebiete abdecken zu können. „Wir suchen auch aktive Mitglieder, die sich vor Ort engagieren. Sie werden von uns geschult, um sich richtig einsetzen zu können“, sagt Weidinger. Der Verband ist in Sigmaringen gerade im Aufbau. Die Verantwortlichen beobachten nun, ob sich der Einsatz lohnt.

Den Interessenverband gibt es seit 30 Jahren. Er ist in vielen Landkreisen aktiv. „Es ist eine Solidaritätsgemeinschaft“, sagt Weidinger. Niemand, der die Vorträge besucht, müsse aber Mitglied werden. Der Verband kämpft um die gesellschaftliche Verankerung einiger Grundsätze. Dazu gehört das Recht der Kinder auf gewaltfreie Erziehung und das Recht auf gemeinsame Elternverantwortung. Jeder Erwachsene sollte laut Verband die Möglichkeit haben, nach einer gescheiterten Bindung sein Leben mit einer neuen Partnerschaft wieder lebenswert zu machen. Rechtliche Rahmenbedingungen sollen dabei helfen. Steuerpflichtige sollten etwa nur das tatsächlich zur Verfügung stehende Einkommen versteuern müssen, findet der Verband.

„Wir setzen uns ein für Gerechtigkeit beim Kinder- und Ehegattenunterhalt, für Ausgewogenheit gegenüber der Zweitfamilie und auch in Bezug auf den Versorgungsausgleich. Wir beraten nicht nur die Betroffenen, sondern nehmen auch Einfluss auf der politischen Ebene, um die Gesetzgebung voranzubringen“, erklärt Weidinger.

(Erschienen: 01.02.2010 18:50)

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