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Rund um Sigmaringen

Migranten gewähren Einblicke

Bibel in aramäischer Handschrift aus dem Besitz von Pfarrer Issa Gharib, Pfullendorf
Bibel in aramäischer Handschrift aus dem Besitz von Pfarrer Issa Gharib, Pfullendorf

Messkirch / sz Als Beitrag zum Kulturschwerpunkt „Migration und Integration“ zeigt die Kreisgalerie Schloss Meßkirch vom 25. Juli bis 17. Oktober die Ausstellung „Heimat-Erinnerungen: Gegenstände und Geschichten von Migranten im Landkreis Sigmaringen“.

Anhand der Lebenswege und Erfahrungen von 39 Zuwanderern, die aus 21 Herkunftsländern in den vergangenen 100 Jahren an die obere Donau gekommen sind, wird globale Migrationsgeschichte im regionalen Ausschnitt dokumentiert. Es werden die vielfach dramatischen Ursachen von Migration vorgestellt und die Bedingungen und Herausforderungen für eine gelingende Integration der Zuwanderer aus der Perspektive der Migranten geschildert. Ein besonderes Anliegen ist es dabei, die Zuwanderer mit ihren Schicksalen zu Wort kommen zu lassen.

Inhaltlich spannt sich das Spektrum von der italienischen Arbeitsmigration der wilhelminischen Zeit über den von rassistischem Zwang und Gewalt geprägten „Ausländereinsatz“ unter der Herrschaft des Nationalsozialismus und die Aufnahme der Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten und den „volksdeutschen“ Siedlungsräumen auf dem Balkan im Gefolge des Zweiten Weltkriegs bis hin zu den Gastarbeitern aus den europäischen Mittelmeerländern und der Türkei seit der Mitte der 1950er Jahre, den deutschstämmigen Spätaussiedlern aus den Staaten der früheren Sowjetunion seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ 1989/90 und schließlich den vor allem aus Afrika und Asien kommenden Flüchtlingen der Gegenwart. Im Mittelpunkt der Schau stehen Erinnerungsgegenstände der Migranten aus ihrer alten Heimat, die jeweilige Migrationsgeschichte wird mit kurzen Texten sowie Familienfotos vorgestellt.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 25. Juli, 16.30 Uhr, im Festsaal von Schloss Meßkirch eröffnet. Nach der Begrüßung durch Landrat Dirk Gaerte wird Kreisarchivar Edwin Weber in die Ausstellung einführen. Die musikalische Begleitung übernehmen Dorle Ferber und das japanisch-iranische Ehepaar Eiko und Asghar Khoshnavaz mit Beiträgen aus dem eigens zum Migrationsjahr erarbeiteten Stimmenprojekt „Kauderwelschia“. Bis 17. Oktober ist die Ausstellung jeweils von Freitag bis Sonntag sowie feiertags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

(Erschienen: 21.07.2010 13:55)

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