Rund um Sigmaringen
Im Keller stehen gut 300 Modellautos
Beim Besuch der Schwäbischen Zeitung zeigt Erich Steinhart zuerst sein extra eingerichtetes Formel-1- Zimmer. Man fühlt sich auf dem Weg in den Keller, wo sich der Raum befindet, fast so, als ob es in die Boxengasse geht - Poster, Plakate, Autogrammkarten von allen namhaften Formel-1-Piloten pflastern den Weg.
Im Raum summiert sich die Sammlung zu einem höchst beeindruckenden Bild. Auf Regalen, die logischerweise in Ferrari-Farben leuchten, stehen gut und gerne dreihundert Modellautos. Die größeren Modelle stehen auf dem Boden, flankiert von zwei original Formel-1-Reifen (geschätzte 70 Zentimeter breit), die er von dem Finnen Keke Roßberg, dessen Sohn Nico ebenfalls Rennfahrer ist, geschenkt bekommen hat. „Das war ein hartes Stück Arbeit, die Reifen nach Hause zu bringen“, erinnert sich Steinhart. Die Wände sind dicht an dicht mit Nahaufnahmen von Stars wie Ayrton Senna, Niki Lauda, Nelson Piquet und Jean Alesi, alle von Steinhart fotografiert, tapeziert.
Dabei wurde die Leidenschaft für die Formel 1 eher zufällig, im Jahr 1977 von seinem damaligen Chef entfacht. Dieser nahm Steinhart zum Rennen nach Monza mit, auf der Haupttribüne hatten die Beiden beste Plätze. „Da war es um mich geschehen“, sagt Steinhart.
Auf die Frage, wie er denn an die ganzen hautnahen Kontakte gekommen sei, erzählt er über eine weitere glückliche Fügung. Anfang der 80-er Jahre sei er mit einer Schweizer Reisegruppe, da er beruflich in der Schweiz tätig war, zum Rennen nach England gereist. Damals war der Austragungsort Brands Hatch, heute finden die Rennen in Silverstone statt. Auf dem Flughafen habe ihn der Reiseleiter einfach vergessen, doch irgendwie sei er, auf recht abenteuerliche Weise, ins Hotel in London gekommen.
Die Gruppe, die schon das freie Training besuchen durfte, kam am Abend ebenfalls ins Hotel, wo Steinhart wartend an der Bar saß. Dem Reiseleiter war sein Fehler mehr als unangenehm, als Widergutmachung stattete er Steinhart mit einem Presseausweis aus, so dass er überall Zutritt bekam. Daraus entwickelte sich auch ein persönlicher Kontakt mit dem Reiseleiter. Allein in England war Steinhart 14 Mal, weitere zwei bis drei Rennen gehörten zum jährlichen Programm. „Das war mein Urlaub“, bekennt Steinhart.
Nie Streit wegen Formel 1
Und die Familie? Seine Frau Ulrike, die beim interessanten Gespräch dabei ist, sagt: „Wir hatten nie Streit wegen der Formel 1. Ich war auch öfters mit dabei und kann die Begeisterung meines Mannes nachvollziehen.“ Seine Tochter Isabell schwärmt ebenfalls von den Rennen, die man oft mit mehreren Familien zusammen besucht habe.
Den tragischen Unfalltod von Ayrton Senna am 1. Mai 1994 hat Steinhart mit einer akribisch zusammengestellten Collage dokumentiert. „Das war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte der Formel 1.“ Jetzt sei er nicht mehr so fanatisch wie früher, meint Steinhart, er gehe vermutlich zu keinem Rennen dieses Jahr.
(Erschienen: 28.01.2011 19:30)
Beim Besuch der Schwäbischen Zeitung zeigt Erich Steinhart zuerst sein extra eingerichtetes Formel-1- Zimmer. Man fühlt sich auf dem Weg in den Keller, wo sich der Raum befindet, fast so, als ob es in die Boxengasse geht - Poster, Plakate, Autogrammkarten von allen namhaften Formel-1-Piloten pflastern den Weg.
Im Raum summiert sich die Sammlung zu einem höchst beeindruckenden Bild. Auf Regalen, die logischerweise in Ferrari-Farben leuchten, stehen gut und gerne dreihundert Modellautos. Die größeren Modelle stehen auf dem Boden, flankiert von zwei original Formel-1-Reifen (geschätzte 70 Zentimeter breit), die er von dem Finnen Keke Roßberg, dessen Sohn Nico ebenfalls Rennfahrer ist, geschenkt bekommen hat. „Das war ein hartes Stück Arbeit, die Reifen nach Hause zu bringen“, erinnert sich Steinhart. Die Wände sind dicht an dicht mit Nahaufnahmen von Stars wie Ayrton Senna, Niki Lauda, Nelson Piquet und Jean Alesi, alle von Steinhart fotografiert, tapeziert.
Dabei wurde die Leidenschaft für die Formel 1 eher zufällig, im Jahr 1977 von seinem damaligen Chef entfacht. Dieser nahm Steinhart zum Rennen nach Monza mit, auf der Haupttribüne hatten die Beiden beste Plätze. „Da war es um mich geschehen“, sagt Steinhart.
Auf die Frage, wie er denn an die ganzen hautnahen Kontakte gekommen sei, erzählt er über eine weitere glückliche Fügung. Anfang der 80-er Jahre sei er mit einer Schweizer Reisegruppe, da er beruflich in der Schweiz tätig war, zum Rennen nach England gereist. Damals war der Austragungsort Brands Hatch, heute finden die Rennen in Silverstone statt. Auf dem Flughafen habe ihn der Reiseleiter einfach vergessen, doch irgendwie sei er, auf recht abenteuerliche Weise, ins Hotel in London gekommen.
Die Gruppe, die schon das freie Training besuchen durfte, kam am Abend ebenfalls ins Hotel, wo Steinhart wartend an der Bar saß. Dem Reiseleiter war sein Fehler mehr als unangenehm, als Widergutmachung stattete er Steinhart mit einem Presseausweis aus, so dass er überall Zutritt bekam. Daraus entwickelte sich auch ein persönlicher Kontakt mit dem Reiseleiter. Allein in England war Steinhart 14 Mal, weitere zwei bis drei Rennen gehörten zum jährlichen Programm. „Das war mein Urlaub“, bekennt Steinhart.
Nie Streit wegen Formel 1
Und die Familie? Seine Frau Ulrike, die beim interessanten Gespräch dabei ist, sagt: „Wir hatten nie Streit wegen der Formel 1. Ich war auch öfters mit dabei und kann die Begeisterung meines Mannes nachvollziehen.“ Seine Tochter Isabell schwärmt ebenfalls von den Rennen, die man oft mit mehreren Familien zusammen besucht habe.
Den tragischen Unfalltod von Ayrton Senna am 1. Mai 1994 hat Steinhart mit einer akribisch zusammengestellten Collage dokumentiert. „Das war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte der Formel 1.“ Jetzt sei er nicht mehr so fanatisch wie früher, meint Steinhart, er gehe vermutlich zu keinem Rennen dieses Jahr.
(Erschienen: 28.01.2011 19:30)


































