Rund um Sigmaringen
Historische Funde: Überraschung ist möglich
Von unserem Redakteur
Ignaz Stösser
„Im Zusammenhang mit den derzeitigen Renovierungsarbeiten haben wir bei Vertretern der Denkmalpflege und des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Uni Tübingen eine positive Bereitschaft erreichen können“, machte Bürgermeister Holger Jerg im Gespräch mit der SZ deutlich. Bereits in den 1980er Jahren sind vom damaligen Landesdenkmalamt umfangreiche archäologische Ausgrabungen in und um die frühmittelalterliche Michaelskapelle vorgenommen worden. „Leider ist bislang wegen fehlender Mittel und Personalkapazitäten eine abschließende wissenschaftliche Untersuchung und Aufarbeitung der damaligen Ausgrabungsfunde nicht erfolgt“, bedauert Jerg.
Seit nun fast 30 Jahren würden die Funde in den Magazinen des Landesdenkmalamtes vor sich hin schlummern. Gefunden wurden Reste von Bodenfliesen, Skelettteile, Grabbeigaben, Reste von Balken, anhand derer man vielleicht Rückschlüsse auf die Baukultur des frühen Mittelalters ziehen kann.
Der Bürgermeister hat nun die ehemalige Professorin Dr. Dr. Barbara Scholkmann für das Projekt gewinnen können. Die ausgewiesene Fachkennerin der Archäologie des Mittelalters habe sich intensiv für das Anliegen der Gammertinger eingesetzt und erreicht, dass ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Scholkmann-Instituts sich sowohl um die früheren als auch um die derzeitigen Funde kümmere, so Jerg. Dr. Sören Frommer wird im Rahmen eines Zeitvertrages in Abstimmung mit Barbara Scholkmann die Funde archäologisch auswerten. Die Uni Tübingen hat bereits einen zwölfmonatigen Arbeitsplan erarbeitet.
Solch eine Arbeit kostet Geld. Im Wesentlichen fallen allerdings nur die Personalkosten für den wissenschaftlichen Mitarbeiter an. Und die liegen laut Berechnungen der Denkmalpflege und der Universität bei 40 000 Euro. Davon will das Land 20 000 Euro aus ihren Archäologiemitteln bereitstellen. Die anderen 20 000 Euro bleiben bei der Stadt hängen. „Das sollte uns die Sache wert sein“, meint Jerg. Der Gemeinderat folgte seiner Ansicht und gab bereits in einer Sitzung vor der Sommerpause einstimmig grünes Licht dafür. In zwei aufeinanderfolgenden Haushaltsjahren sollen jeweils 10 000 Euro eingeplant werden.
Der Arbeitsplan sieht vor, dass bereits im Oktober mit der wissenschaftlichen Arbeit begonnen wird. Der Fundbestand soll vollständig erfasst, die einzelnen Bauphasen der Kapelle sollen herausgearbeitet werden und am Ende der Arbeit, die im Herbst kommenden Jahres abgeschlossen sein wird, soll ein druckfähiger Bericht mit Bildmaterial stehen. Laut Bürgermeister Jerg ist bislang zwar nicht vorgesehen Buch aufzulegen. „Darüber haben wir uns noch keine konkreten Gedanken gemacht.“ Er könne sich aber beispielsweise auch eine Ausstellung vorstellen. Doch zunächst wolle man abwarten, was bei der wissenschaftlichen Arbeit herauskommt. Barbara Scholkmann soll laut Jerg jedenfalls Andeutungen gemacht haben, dass eventuell auch eine kleine Überraschung möglich sei.
(Erschienen: 02.09.2010 15:55)
Von unserem Redakteur
Ignaz Stösser
„Im Zusammenhang mit den derzeitigen Renovierungsarbeiten haben wir bei Vertretern der Denkmalpflege und des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Uni Tübingen eine positive Bereitschaft erreichen können“, machte Bürgermeister Holger Jerg im Gespräch mit der SZ deutlich. Bereits in den 1980er Jahren sind vom damaligen Landesdenkmalamt umfangreiche archäologische Ausgrabungen in und um die frühmittelalterliche Michaelskapelle vorgenommen worden. „Leider ist bislang wegen fehlender Mittel und Personalkapazitäten eine abschließende wissenschaftliche Untersuchung und Aufarbeitung der damaligen Ausgrabungsfunde nicht erfolgt“, bedauert Jerg.
Seit nun fast 30 Jahren würden die Funde in den Magazinen des Landesdenkmalamtes vor sich hin schlummern. Gefunden wurden Reste von Bodenfliesen, Skelettteile, Grabbeigaben, Reste von Balken, anhand derer man vielleicht Rückschlüsse auf die Baukultur des frühen Mittelalters ziehen kann.
Der Bürgermeister hat nun die ehemalige Professorin Dr. Dr. Barbara Scholkmann für das Projekt gewinnen können. Die ausgewiesene Fachkennerin der Archäologie des Mittelalters habe sich intensiv für das Anliegen der Gammertinger eingesetzt und erreicht, dass ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Scholkmann-Instituts sich sowohl um die früheren als auch um die derzeitigen Funde kümmere, so Jerg. Dr. Sören Frommer wird im Rahmen eines Zeitvertrages in Abstimmung mit Barbara Scholkmann die Funde archäologisch auswerten. Die Uni Tübingen hat bereits einen zwölfmonatigen Arbeitsplan erarbeitet.
Solch eine Arbeit kostet Geld. Im Wesentlichen fallen allerdings nur die Personalkosten für den wissenschaftlichen Mitarbeiter an. Und die liegen laut Berechnungen der Denkmalpflege und der Universität bei 40 000 Euro. Davon will das Land 20 000 Euro aus ihren Archäologiemitteln bereitstellen. Die anderen 20 000 Euro bleiben bei der Stadt hängen. „Das sollte uns die Sache wert sein“, meint Jerg. Der Gemeinderat folgte seiner Ansicht und gab bereits in einer Sitzung vor der Sommerpause einstimmig grünes Licht dafür. In zwei aufeinanderfolgenden Haushaltsjahren sollen jeweils 10 000 Euro eingeplant werden.
Der Arbeitsplan sieht vor, dass bereits im Oktober mit der wissenschaftlichen Arbeit begonnen wird. Der Fundbestand soll vollständig erfasst, die einzelnen Bauphasen der Kapelle sollen herausgearbeitet werden und am Ende der Arbeit, die im Herbst kommenden Jahres abgeschlossen sein wird, soll ein druckfähiger Bericht mit Bildmaterial stehen. Laut Bürgermeister Jerg ist bislang zwar nicht vorgesehen Buch aufzulegen. „Darüber haben wir uns noch keine konkreten Gedanken gemacht.“ Er könne sich aber beispielsweise auch eine Ausstellung vorstellen. Doch zunächst wolle man abwarten, was bei der wissenschaftlichen Arbeit herauskommt. Barbara Scholkmann soll laut Jerg jedenfalls Andeutungen gemacht haben, dass eventuell auch eine kleine Überraschung möglich sei.
(Erschienen: 02.09.2010 15:55)

































