Stadtnachrichten Pfullendorf
Plötzlich kommt das Aus für den neuen Schultes

Von unserem Mitarbeiter Ingo Selle
„O quam cito transit gloria mundi!“, sagt der Lateiner, und der Simultanübersetzer deklamiert: „Oh wie schnell vergeht der Ruhm der Welt“.
Genau so ist es am Schmotzigen dem Herdwangen-Schönacher Bürgermeister Ralph Gerster ergangen! Die Anzahl der wenigen, offiziellen Amtsstunden, bevor er die Macht im historischen Herdwanger Rathaus wieder in völlig unfähige Hände abgeben musste -- der hoch gelobte 100-Tage-Schultes Markus Blender hatte sich schon vorher vom Acker gemacht und ist wohl weislich gar nicht erst erschienen -- kann sich jeder rechenkundige Grundschüler unschwer selbst abzählen.
Doch vor der Abdankung musste Gerster – exakt wie im wahren, politischen Leben - noch ein Wechselbad der Gefühle über sich ergehen lassen. Denn vom Bürgermeister zum Hausmeister ist es in Herdwangen nicht nur „ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit“ (Astronaut Neil Armstrong bei der ersten Mondlandung 1969), sondern das närrisch exekutierte „Hire and Fire“ durch die geballte Macht der Narrenpräsidenten im Eselohren-Keller.
Hatte Ralph Gerster anfangs noch Schutz unter seinem Hausmeister-Habit gesucht und mit einem gewaltigen Besen -- denn die Neuen sollen ja bekanntlich besonders gut kehren -- um Beistand gebuhlt, so nahmen die Eselohren-Obersten als Hausherren im Narrenkeller den flotten Feger gleich mal gewaltig in die Pflicht.
Hubert Baur, als Vorsitzender der Schwurkammer, wortgewaltig unterstützt vom Ex-Präsidenten Konrad Jäger dem Ersten, ließen den Delinquenten auf die Verfassung der hausherrlichen Eselohren schwören. Bei der eindeutig eigennützigen Zeremonie wurden Gerster weit reichende Zugeständnisse abgepresst, so etwa das Handanlegen beim Freibier ausschenken bei allen Generalversammlungen der über 30 Vereine auf der Gemarkung.
„Das ist Nötigung“, versuchte sich der so in die Pflicht genommene zu wehren, aber es sollte noch härter kommen: „König Konrad“ ernannte den soeben abgesetzten Schultes zum Zwangsmitglied bei allen Vereinen. Freibierverdächtig ist natürlich auch das Versäumnis des Enttrohnten, beim „Badnerlied“ nicht die Rechte auf dem Herzen gehabt zu haben, sondern sich beidhändig am Kehrbesen zu stützen!
Mit Kappe auf dem Kopf!! Kopf hoch, statt einen Kopf kürzer hieß es anschließend für den Frischling bei Werner Möhrle, dem Obersten der Schönacher Dreizipfelritter. Denn der schlug den gerade erst Degradierten zum Knappen der Rittergilde, natürlich auch mit den entsprechenden Beförderungs-Forderungen untermauert. Als großzügig erwiesen haben sich die Aftholderberger Berggeister.
Obergeist Markus Glöckler winkte mit einer hochprozentigen, hochgeistigen Korruptionalie in der klarsichtigen Flasche. An Bestechungsgeschenken hat es auch der Abgesetzte in Hinblick auf seine künftige Heim- und Arbeitsstätte nicht fehlen lassen: Drei vielpfundige Zopfbrote, an die Narrenpräsidenten in Form des Rathausschlüssels überreicht, sollen für beste Reinkarnation des Geschassten nach dem Aschermittwoch Stimmung machen.
(Erschienen: 12.02.2010 14:00)

Von unserem Mitarbeiter Ingo Selle
„O quam cito transit gloria mundi!“, sagt der Lateiner, und der Simultanübersetzer deklamiert: „Oh wie schnell vergeht der Ruhm der Welt“.
Genau so ist es am Schmotzigen dem Herdwangen-Schönacher Bürgermeister Ralph Gerster ergangen! Die Anzahl der wenigen, offiziellen Amtsstunden, bevor er die Macht im historischen Herdwanger Rathaus wieder in völlig unfähige Hände abgeben musste -- der hoch gelobte 100-Tage-Schultes Markus Blender hatte sich schon vorher vom Acker gemacht und ist wohl weislich gar nicht erst erschienen -- kann sich jeder rechenkundige Grundschüler unschwer selbst abzählen.
Doch vor der Abdankung musste Gerster – exakt wie im wahren, politischen Leben - noch ein Wechselbad der Gefühle über sich ergehen lassen. Denn vom Bürgermeister zum Hausmeister ist es in Herdwangen nicht nur „ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit“ (Astronaut Neil Armstrong bei der ersten Mondlandung 1969), sondern das närrisch exekutierte „Hire and Fire“ durch die geballte Macht der Narrenpräsidenten im Eselohren-Keller.
Hatte Ralph Gerster anfangs noch Schutz unter seinem Hausmeister-Habit gesucht und mit einem gewaltigen Besen -- denn die Neuen sollen ja bekanntlich besonders gut kehren -- um Beistand gebuhlt, so nahmen die Eselohren-Obersten als Hausherren im Narrenkeller den flotten Feger gleich mal gewaltig in die Pflicht.
Hubert Baur, als Vorsitzender der Schwurkammer, wortgewaltig unterstützt vom Ex-Präsidenten Konrad Jäger dem Ersten, ließen den Delinquenten auf die Verfassung der hausherrlichen Eselohren schwören. Bei der eindeutig eigennützigen Zeremonie wurden Gerster weit reichende Zugeständnisse abgepresst, so etwa das Handanlegen beim Freibier ausschenken bei allen Generalversammlungen der über 30 Vereine auf der Gemarkung.
„Das ist Nötigung“, versuchte sich der so in die Pflicht genommene zu wehren, aber es sollte noch härter kommen: „König Konrad“ ernannte den soeben abgesetzten Schultes zum Zwangsmitglied bei allen Vereinen. Freibierverdächtig ist natürlich auch das Versäumnis des Enttrohnten, beim „Badnerlied“ nicht die Rechte auf dem Herzen gehabt zu haben, sondern sich beidhändig am Kehrbesen zu stützen!
Mit Kappe auf dem Kopf!! Kopf hoch, statt einen Kopf kürzer hieß es anschließend für den Frischling bei Werner Möhrle, dem Obersten der Schönacher Dreizipfelritter. Denn der schlug den gerade erst Degradierten zum Knappen der Rittergilde, natürlich auch mit den entsprechenden Beförderungs-Forderungen untermauert. Als großzügig erwiesen haben sich die Aftholderberger Berggeister.
Obergeist Markus Glöckler winkte mit einer hochprozentigen, hochgeistigen Korruptionalie in der klarsichtigen Flasche. An Bestechungsgeschenken hat es auch der Abgesetzte in Hinblick auf seine künftige Heim- und Arbeitsstätte nicht fehlen lassen: Drei vielpfundige Zopfbrote, an die Narrenpräsidenten in Form des Rathausschlüssels überreicht, sollen für beste Reinkarnation des Geschassten nach dem Aschermittwoch Stimmung machen.
(Erschienen: 12.02.2010 14:00)

































