Stadtnachrichten Pfullendorf
Grupp: Deutschland braucht Unternehmer statt Manager

Von unserer Mitarbeiterin Anthia Schmitt
Mit Grupp sprachen der Wirtschaftsjournalist Peter Ludäscher und Bürgermeister Thomas Kugler. Gleich eine ganze Reihe von Themen berührte Wolfgang Grupp, der seine Produkte ausschließlich in Deutschland fertigt und auch weitgehend Materialien aus deutscher Herstellung verwendet. Für den 1. Mai als Tag der Arbeit fand er nur zustimmende Worte: „Ich habe ihn nie als Kampftag gesehen, er ist ein Feiertag, den sich die Mitarbeiter durch ihre Leistung verdient haben.“ Zur Nachfolgeregelung in den Betrieben sagte er: „Wer unter seinen Kindern keinen Nachfolger findet, hat als Vorbild versagt.“ Auch in Sachen Geldanlage hatte Grupp einen Rat bereit: „Kaufen Sie keine Firmenanteile, wenn es einer Firma gut geht, gibt sie nämlich nichts her, nur wenn es ihr schlecht geht, sollen andere einspringen.“ Den Zuhörern im vollbesetzten Bewirtungszelt sprach Grupp mit seinen Aussagen aus dem Herzen. Immer wieder brach spontaner Applaus aus und am Schluss wollte der Beifall nicht enden.
Verantwortung muss zurück
Der Grundtenor seiner Ausführungen betraf aber Verantwortung und Haftung. Verantwortung des Unternehmers für sein Unternehmen und seine Mitarbeiter, Verantwortung der Eltern für ihre Kinder, Verantwortung der Politiker für ihr Land und ihre Stadt, Verantwortung der Banken bei der Gewährung von Krediten. „Die Verantwortung muss zurückkehren“, sagte Grupp, die Gesellschaft brauche Anständigkeit, Gerechtigkeit und ein Miteinander. In direkten Zusammenhang mit der Verantwortung brachte er die Haftung: „Müssten die Manager mit ihren Millionengehältern in die Haftung gehen, hätte der Größenwahn der Expansion schnell ein Ende.“
Eine konkrete Gefahr sah er in der Auslagerung von Produktion in Billiglohnländer. Nicht am Schreibtisch finde Entwicklung und Forschung statt, sondern an den Arbeitsplätzen. Würden diese ins Ausland verlagert, verlagere sich auch die Entwicklung dorthin und es sei nur eine Frage der Zeit, bis diese Länder den Vorsprung aufgeholt hätten. Beispiele fügte er aus seiner eigenen Branche hinzu: „Ich kenne keinen, dem es besser geht, seit er im Ausland produziert, aber ich kenne viele, die von der Bildfläche verschwunden sind.“ Die Entscheidungsträger bei Schiesser beispielsweise seien aus seiner Sicht Verbrecher, denn sie hätten Milliarden im Ausland investiert und 3500 Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet. Die Zeche zahle am Ende der Steuerzahler. Solche Investitionen seien keine Zukunftsentscheidungen, sondern Massengräber.
Der Standort Deutschland sei gut, man müsse nur die Chancen und Stärken nützen. Für jene Unternehmer, die noch mit ihrem eigenen Geld für ihre Betriebe haften, forderte er Steuererleichterungen: „Dann trennt sich die Spreu vom Weizen.“ Deutschland brauche statt Managern wieder inhabergeführte Unternehmen, bei denen die Unternehmerfamilien mit ihrem ganzen Besitz in der Haftung seien, so wie es die Großväter vorgemacht hätten.
Das gleiche gelte in der Politik. Auch hier habe man die Größenwahnsinnigen entscheiden lassen, führte er das Beispiel Griechenlands in der Europäischen Union an. „Die verantwortlichen europäischen Politiker haben geschlafen.“ Es werde aber nicht aus den Fehlern und Krisen gelernt, sondern die gleichen Leute machten weiter.
Zur konkreten Situation in Pfullendorf kam Bürgermeister Kugler zu Wort. Er kritisierte, dass bei Alno mit Steuergeldern aus Nordrhein-Westfalen Arbeitsplätze in Pfullendorf vernichtet würden, „ein Standortwettbewerb innerhalb der Bundesländer“. Rund 1000 Arbeitsplätze bei Alno seien einschließlich der fremdvergebenen Arbeiten und der Zulieferer in Pfullendorf in Gefahr und die Aufsichtsräte seien als „Salz- und Sandstreuer“ unterwegs. Das Problem in Pfullendorf sei nicht die Gewerbesteuer, sondern die betroffenen Familien und die Kaufkraft. Das Ziel müsse deshalb sein, so viele Arbeitsplätze bei Alno in der Stadt zu halten, wie nur irgend möglich.
(Erschienen: 03.05.2010 12:05)

Von unserer Mitarbeiterin Anthia Schmitt
Mit Grupp sprachen der Wirtschaftsjournalist Peter Ludäscher und Bürgermeister Thomas Kugler. Gleich eine ganze Reihe von Themen berührte Wolfgang Grupp, der seine Produkte ausschließlich in Deutschland fertigt und auch weitgehend Materialien aus deutscher Herstellung verwendet. Für den 1. Mai als Tag der Arbeit fand er nur zustimmende Worte: „Ich habe ihn nie als Kampftag gesehen, er ist ein Feiertag, den sich die Mitarbeiter durch ihre Leistung verdient haben.“ Zur Nachfolgeregelung in den Betrieben sagte er: „Wer unter seinen Kindern keinen Nachfolger findet, hat als Vorbild versagt.“ Auch in Sachen Geldanlage hatte Grupp einen Rat bereit: „Kaufen Sie keine Firmenanteile, wenn es einer Firma gut geht, gibt sie nämlich nichts her, nur wenn es ihr schlecht geht, sollen andere einspringen.“ Den Zuhörern im vollbesetzten Bewirtungszelt sprach Grupp mit seinen Aussagen aus dem Herzen. Immer wieder brach spontaner Applaus aus und am Schluss wollte der Beifall nicht enden.
Verantwortung muss zurück
Der Grundtenor seiner Ausführungen betraf aber Verantwortung und Haftung. Verantwortung des Unternehmers für sein Unternehmen und seine Mitarbeiter, Verantwortung der Eltern für ihre Kinder, Verantwortung der Politiker für ihr Land und ihre Stadt, Verantwortung der Banken bei der Gewährung von Krediten. „Die Verantwortung muss zurückkehren“, sagte Grupp, die Gesellschaft brauche Anständigkeit, Gerechtigkeit und ein Miteinander. In direkten Zusammenhang mit der Verantwortung brachte er die Haftung: „Müssten die Manager mit ihren Millionengehältern in die Haftung gehen, hätte der Größenwahn der Expansion schnell ein Ende.“
Eine konkrete Gefahr sah er in der Auslagerung von Produktion in Billiglohnländer. Nicht am Schreibtisch finde Entwicklung und Forschung statt, sondern an den Arbeitsplätzen. Würden diese ins Ausland verlagert, verlagere sich auch die Entwicklung dorthin und es sei nur eine Frage der Zeit, bis diese Länder den Vorsprung aufgeholt hätten. Beispiele fügte er aus seiner eigenen Branche hinzu: „Ich kenne keinen, dem es besser geht, seit er im Ausland produziert, aber ich kenne viele, die von der Bildfläche verschwunden sind.“ Die Entscheidungsträger bei Schiesser beispielsweise seien aus seiner Sicht Verbrecher, denn sie hätten Milliarden im Ausland investiert und 3500 Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet. Die Zeche zahle am Ende der Steuerzahler. Solche Investitionen seien keine Zukunftsentscheidungen, sondern Massengräber.
Der Standort Deutschland sei gut, man müsse nur die Chancen und Stärken nützen. Für jene Unternehmer, die noch mit ihrem eigenen Geld für ihre Betriebe haften, forderte er Steuererleichterungen: „Dann trennt sich die Spreu vom Weizen.“ Deutschland brauche statt Managern wieder inhabergeführte Unternehmen, bei denen die Unternehmerfamilien mit ihrem ganzen Besitz in der Haftung seien, so wie es die Großväter vorgemacht hätten.
Das gleiche gelte in der Politik. Auch hier habe man die Größenwahnsinnigen entscheiden lassen, führte er das Beispiel Griechenlands in der Europäischen Union an. „Die verantwortlichen europäischen Politiker haben geschlafen.“ Es werde aber nicht aus den Fehlern und Krisen gelernt, sondern die gleichen Leute machten weiter.
Zur konkreten Situation in Pfullendorf kam Bürgermeister Kugler zu Wort. Er kritisierte, dass bei Alno mit Steuergeldern aus Nordrhein-Westfalen Arbeitsplätze in Pfullendorf vernichtet würden, „ein Standortwettbewerb innerhalb der Bundesländer“. Rund 1000 Arbeitsplätze bei Alno seien einschließlich der fremdvergebenen Arbeiten und der Zulieferer in Pfullendorf in Gefahr und die Aufsichtsräte seien als „Salz- und Sandstreuer“ unterwegs. Das Problem in Pfullendorf sei nicht die Gewerbesteuer, sondern die betroffenen Familien und die Kaufkraft. Das Ziel müsse deshalb sein, so viele Arbeitsplätze bei Alno in der Stadt zu halten, wie nur irgend möglich.
(Erschienen: 03.05.2010 12:05)

































