Stadtnachrichten Pfullendorf
150 Alno-Leute sollen gehen --Betriebsrat stimmt zu
Von unserem Redakteur Volker Knab
Erst gestern Vormittag hat der Pfullendorfer Betriebsrat dem Interessenausgleich und Sozialplan zugestimmt. Am Dienstag wurde dem Vernehmen nach bis nach 21 Uhr um einen Sozialplan gerungen, während die IG Metall ihre Mitglieder bereits um 18 Uhr zu einer Versammlung einbestellt hatte, um sie über die bevorstehende Zustimmung zum Abbau von 150 Jobs am Standort zu informieren. Dabei seien die Wogen hochgegangen -- nicht wenige der Mitglieder gingen den zweiten Bevollmächtigten der IG Metall Albstadt, Michael Föst, scharf an. „Ist doch egal. Das Werk ist sowieso schon kaputt!“ oder „Bist Du auch schon geschmiert?“, machten sich manche der Beschäftigten Luft. Sie wollten Streik, selbst wenn das Unternehmen dann in die Insolvenz geht.
Föst rechtfertigte die Zustimmung der Gewerkschaft mit dem Einbruch bei den Auftragszahlen. Eine weitere Ausweitung der seit März bestehenden Kurzarbeit -- wie von den Arbeitnehmervertretern gefordert -- habe der Vorstand abgelehnt und offenbar mit der kompletten Stilllegung des Werks gedroht. „Ich kann die wirtschaftliche Realität nicht wegstreiken“, so Föst. Im Fall einer Insolvenz seien die Beschäftigten weit schlechter gestellt, als wenn der Betriebsrat einen Sozialplan aushandele.
22 Prozent weniger gegenüber der fürs laufende Jahr geplanten Schrankproduktion -- diese Zahl wird von Mitarbeitern aus der Betriebsversammlung kolportiert. Zahlen wollte eine Alno-Sprecherin weder bestätigen noch kommentieren. Sie räumt allerdings ein, dass innerhalb des Konzerns mit seinen vier Marken die Lage von Alno besonders brisant ist -- und dass dies auch eine Folge der Konzernrestrukturierung unter dem Namen „Alno 2013“ sei. Denn kurz nachdem Alno-Vorstandsvorsitzender Jörg Deisel zum Jahresanfang überraschend das Restukturierungsprogramm vorgelegt hatte, das am Ende in drei Jahren Pfullendorf nur noch als Standort von hochwertigen Küchen mit einer Mitarbeiterzahl von 250 sieht, zog der Küchenmöbelhersteller massiv die Preise für Alno-Küchen an -- die Nachfrage sank entsprechend, weshalb man, wie es jetzt heißt, auf weitere freie Kapazitäten reagieren müsse, sprich Stellen abbauen.
(Erschienen: 15.07.2010 10:05)
Von unserem Redakteur Volker Knab
Erst gestern Vormittag hat der Pfullendorfer Betriebsrat dem Interessenausgleich und Sozialplan zugestimmt. Am Dienstag wurde dem Vernehmen nach bis nach 21 Uhr um einen Sozialplan gerungen, während die IG Metall ihre Mitglieder bereits um 18 Uhr zu einer Versammlung einbestellt hatte, um sie über die bevorstehende Zustimmung zum Abbau von 150 Jobs am Standort zu informieren. Dabei seien die Wogen hochgegangen -- nicht wenige der Mitglieder gingen den zweiten Bevollmächtigten der IG Metall Albstadt, Michael Föst, scharf an. „Ist doch egal. Das Werk ist sowieso schon kaputt!“ oder „Bist Du auch schon geschmiert?“, machten sich manche der Beschäftigten Luft. Sie wollten Streik, selbst wenn das Unternehmen dann in die Insolvenz geht.
Föst rechtfertigte die Zustimmung der Gewerkschaft mit dem Einbruch bei den Auftragszahlen. Eine weitere Ausweitung der seit März bestehenden Kurzarbeit -- wie von den Arbeitnehmervertretern gefordert -- habe der Vorstand abgelehnt und offenbar mit der kompletten Stilllegung des Werks gedroht. „Ich kann die wirtschaftliche Realität nicht wegstreiken“, so Föst. Im Fall einer Insolvenz seien die Beschäftigten weit schlechter gestellt, als wenn der Betriebsrat einen Sozialplan aushandele.
22 Prozent weniger gegenüber der fürs laufende Jahr geplanten Schrankproduktion -- diese Zahl wird von Mitarbeitern aus der Betriebsversammlung kolportiert. Zahlen wollte eine Alno-Sprecherin weder bestätigen noch kommentieren. Sie räumt allerdings ein, dass innerhalb des Konzerns mit seinen vier Marken die Lage von Alno besonders brisant ist -- und dass dies auch eine Folge der Konzernrestrukturierung unter dem Namen „Alno 2013“ sei. Denn kurz nachdem Alno-Vorstandsvorsitzender Jörg Deisel zum Jahresanfang überraschend das Restukturierungsprogramm vorgelegt hatte, das am Ende in drei Jahren Pfullendorf nur noch als Standort von hochwertigen Küchen mit einer Mitarbeiterzahl von 250 sieht, zog der Küchenmöbelhersteller massiv die Preise für Alno-Küchen an -- die Nachfrage sank entsprechend, weshalb man, wie es jetzt heißt, auf weitere freie Kapazitäten reagieren müsse, sprich Stellen abbauen.
(Erschienen: 15.07.2010 10:05)

































