Stadtnachrichten Pfullendorf
„Die Zerschlagung des Alno-Standortes Pfullendorf rechnet sich für den Konzern nicht“
„Dabei verkennen Sie, dass die existenziellen Probleme der Alno-Gruppe nicht durch den Produktionsstandort als solchen entstanden sind, sondern durch die Probleme in Form von Marktverlusten, unzureichender Marktdurchdringung, Produktionsüberkapazitäten in der gesamten Gruppe“, heißt es in dem Antwortschreiben von Bürgermeister und Fraktionssprecher. Weiter verwahren sie sich gegen die Aussage, das Unternehmen habe umfassend und detailliert informiert. Sie weisen darauf hin, dass im Dezember-Gespräch mit Bürgermeister Kugler noch vom Wettbewerb der Standorte die Rede gewesen sei und vom möglichen Abbau von rund 130 Mitarbeitern. Nach wie vor fehlten Fakten und Analysen.
Die SZ dokumentiert das Schreiben im Wortlaut. Es zeigt die Verbitterung, die sich inzwischen durch die von Täuschungen geprägte Informationspolitik der Konzern-Führung aufgebaut hat:
„Sehr geehrter Herr Haase,
Ihr Antwortschreiben auf unseren offenen Brief haben wir erhalten und möchten mit diesem Schreiben auf Ihre Ausführungen eingehen und unsere Sichtweise noch einmal darstellen.
Wir haben kein Verständnis dafür, dass ein funktionierender und schlagkräftiger Produktionsstandort wie Pfullendorf so einfach zerschlagen wird.
Sie begründen in Ihrem Antwortschreiben die existenziellen Probleme der Unternehmensgruppe ALNO mit einem desaströsen Geschäftsverlauf in Pfullendorf.
Dabei verkennen Sie, dass die existenziellen Probleme der ALNO-Gruppe nicht durch den Produktionsstandort als solchen entstanden sind, sondern durch die Probleme in Form von Marktverlusten, unzureichender Marktdurchdringung, Produktionsüberkapazitäten in der gesamten Gruppe.
Sie und Herr Deisel argumentieren stets mit vagen Andeutungen, wie z.B. mit gravierenden Strukturproblemen, ohne die einzelnen Argumente mit Fakten oder nachvollziehbaren Alternativen zu unterlegen.
Mit einer radikalen Abwertung und Zerschlagung eines Standortes passen Sie zwar Kapazitäten an, aber andere Probleme, wie z.B. überdimensionale Leerstände am hiesigen Standort werden dadurch erst geschaffen.
Wenn Sie die holprige Informationspolitik als ausreichend darstellen, so können wir diesem Argument in keinster Weise folgen.
Richtig ist, dass es zwischen dem Bürgermeister und Herrn Deisel zwei Gespräche (am 25. August und am 16. Dezember) gegeben hat.
Bei diesen Gesprächen wurden ebenfalls nur Allgemeinplätze angeführt und auf die schlechte Lage von ALNO aufmerksam gemacht.
Beim Dezember-Gespräch war im Übrigen noch die Rede vom Wettbewerb der Standorte und einer echten Chance für Pfullendorf.
Außerdem war insbesondere bei diesem Gespräch noch der Abbau von rd. 130 Mitarbeitern und die Verlagerung der Konzernzentrale nach Düsseldorf Gegenstand der Diskussion und nicht der nun drohende, absolute Kahlschlag am hiesigen Standort.
Auch ist es nach wie vor nicht nachvollziehbar, dass die Fraktionsvorstände des Gemeinderates der Stadt Pfullendorf ausdrücklich am letzten Gespräch nicht teilnehmen durften, um so keine weiteren Augen- und Ohrenzeugen der Gespräche zu haben.
Unter offener Kommunikation verstehen wir eindeutig etwas anderes.
Wenn die Faktenlage schon so eindeutig wäre, wie Sie von Ihnen und Herrn Deisel dargestellt wird, wieso erfahren wir in Pfullendorf dann keine Fakten und Analyseergebnisse, über die man sich konkret auseinandersetzen kann.
Es waren noch im Spätherbst Änderungen angedacht, die dem Stammwerk Pfullendorf innerhalb der ALNO-Gruppe nach wie vor eine Hauptrolle ermöglicht hätten.
Mit einem moderaten Arbeitsplatzabbau und dem kombinierten Schichtmodell ist eine gute Auslastung des Standortes Pfullendorf möglich.
Vom Urheber dieses konstruktiven Vorschlages haben Sie sich getrennt, wie wir vermuten, nicht weil das Konzept als solches nicht tragfähig war, sondern weil es nicht in die (vermutlich schon seit längerem angedachte) Strategie der Liquidierung des Pfullendorfer Standortes hineingepasst hat.
Aus den Gesprächen zwischen dem Bürgermeister und Herrn Deisel lässt sich -auf den Punkt gebracht- nur so zusammenfassen, dass so manche Entscheidungsträger im Konzern aus welchen Gründen auch immer, mit Pfullendorf Berührungsprobleme haben.
Und diese Berührungsprobleme sind erkennbar nicht nur mit Zahlen und Fakten zu erklären, sondern sitzen eher tiefer im emotionalen Bereich.
Wir erkennen in der Gesamtbetrachtung nur das Ergebnis, dass manchen Entscheidungsträgern im ALNO-Konzern der Pfullendorfer Standort lästig ist.
Nur damit können wir uns erklären, dass weder wir, noch die betroffenen Beschäftigten am Pfullendorfer Standort, mit überzeugenden und belegbaren Argumenten versorgt werden.
Auch ist die Tatsache für uns nicht nachvollziehbar, dass mit großem finanziellem Aufwand die funktionierenden Produktionsanlagen der Volumenmodelle in Pfullendorf abgebaut und in Enger wieder aufgebaut und integriert werden sollen.
Hier werden mit viel Aufwand Leerstände in Pfullendorf produziert und in Enger dann in relativer Enge eine Produktionsanlage platziert, die nicht die Expansionsmöglichkeiten hat, die man evtl. in der Zukunft benötigt.
In guten Zeiten wurden hier in Pfullendorf in Jahr mehr als 1,5 Mio. Schränke produziert, eine Kapazität, welche leicht den avisierten und künftigen Ausstoß von Pfullendorf und Enger zusammen darstellt.
Da hier sogar noch Platzreserven vorhanden sind, wären Kapazitätsanpassungen nach oben im Falle einer erfolgreichen Zukunft von ALNO ohne weiteres möglich.
Es klingt wie Hohn, wenn Sie das angedachte Konzept ALNO 2013 als zweite Chance für Pfullendorf sehen.
Wo bitte soll bei einer radikalen Zerschlagung eines Standortes mit Potential und guten Möglichkeiten eine zweite Chance erkennbar sein?
Machen Sie sich doch mal intensiv Gedanken darüber, wie der ineinander verbundene Standort Pfullendorf mit mehreren Fabrikationsanlagen einfach aufgeteilt und zerschlagen werden soll?
Die Verflechtungen der Gebäude untereinander machen einen Verkauf und die Herauslösung von einzelnen Fabrikationsgebäuden zu einem äußerst schwierigen Unterfangen.
Hier sollen sehenden Auges Vermögenswerte vernichtet werden, die sich ein angeschlagener Konzern nicht leisten kann.
Haben Sie als Entscheidungsträger doch einfach den Mut, Ihre bisherigen Entscheidungen zu hinterfragen, Ihre hiesigen Mitarbeiter und die Region Pfullendorf, hätten diesen Mut verdient.
Ich denke, es ist auch ein Darstellungsproblem von Ihnen, wieso gerade das Stammwerk des ALNO-Konzerns geopfert wird; der Firmensitz, der erst die heutige Struktur der ALNO AG ermöglichte und auch finanzierte.
Wir stehen nach wie vor zu einem offenen und ehrlichen Dialog zur Verfügung, weil uns der Standort ALNO in Pfullendorf alles andere als egal ist.
Auch das Land Baden-Württemberg würde nach wie vor alles erdenklich Mögliche unternehmen, um den Standort Pfullendorf zu sichern.
Es würde von Größe und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Ihren ALNO-Mitarbeitern und unserer Stadt zeugen, wenn Sie die getroffenen Entscheidungen noch einmal auf den Prüfstand legen.
Die Zerschlagung des Standortes Pfullendorf rechnet sich für den Konzern nicht.
Mit Ihrer Entscheidung lösen Sie lediglich ein Problem mit einem anderen Problem.
Diese Strategie kann nicht zielführend für die ALNO AG sein.
Machen Sie sich noch einmal Gedanken, ob Sie mit den bisher angedachten Entscheidungen auf dem richtigen Weg sind.
(Erschienen: 14.03.2010 18:20)
„Dabei verkennen Sie, dass die existenziellen Probleme der Alno-Gruppe nicht durch den Produktionsstandort als solchen entstanden sind, sondern durch die Probleme in Form von Marktverlusten, unzureichender Marktdurchdringung, Produktionsüberkapazitäten in der gesamten Gruppe“, heißt es in dem Antwortschreiben von Bürgermeister und Fraktionssprecher. Weiter verwahren sie sich gegen die Aussage, das Unternehmen habe umfassend und detailliert informiert. Sie weisen darauf hin, dass im Dezember-Gespräch mit Bürgermeister Kugler noch vom Wettbewerb der Standorte die Rede gewesen sei und vom möglichen Abbau von rund 130 Mitarbeitern. Nach wie vor fehlten Fakten und Analysen.
Die SZ dokumentiert das Schreiben im Wortlaut. Es zeigt die Verbitterung, die sich inzwischen durch die von Täuschungen geprägte Informationspolitik der Konzern-Führung aufgebaut hat:
„Sehr geehrter Herr Haase,
Ihr Antwortschreiben auf unseren offenen Brief haben wir erhalten und möchten mit diesem Schreiben auf Ihre Ausführungen eingehen und unsere Sichtweise noch einmal darstellen.
Wir haben kein Verständnis dafür, dass ein funktionierender und schlagkräftiger Produktionsstandort wie Pfullendorf so einfach zerschlagen wird.
Sie begründen in Ihrem Antwortschreiben die existenziellen Probleme der Unternehmensgruppe ALNO mit einem desaströsen Geschäftsverlauf in Pfullendorf.
Dabei verkennen Sie, dass die existenziellen Probleme der ALNO-Gruppe nicht durch den Produktionsstandort als solchen entstanden sind, sondern durch die Probleme in Form von Marktverlusten, unzureichender Marktdurchdringung, Produktionsüberkapazitäten in der gesamten Gruppe.
Sie und Herr Deisel argumentieren stets mit vagen Andeutungen, wie z.B. mit gravierenden Strukturproblemen, ohne die einzelnen Argumente mit Fakten oder nachvollziehbaren Alternativen zu unterlegen.
Mit einer radikalen Abwertung und Zerschlagung eines Standortes passen Sie zwar Kapazitäten an, aber andere Probleme, wie z.B. überdimensionale Leerstände am hiesigen Standort werden dadurch erst geschaffen.
Wenn Sie die holprige Informationspolitik als ausreichend darstellen, so können wir diesem Argument in keinster Weise folgen.
Richtig ist, dass es zwischen dem Bürgermeister und Herrn Deisel zwei Gespräche (am 25. August und am 16. Dezember) gegeben hat.
Bei diesen Gesprächen wurden ebenfalls nur Allgemeinplätze angeführt und auf die schlechte Lage von ALNO aufmerksam gemacht.
Beim Dezember-Gespräch war im Übrigen noch die Rede vom Wettbewerb der Standorte und einer echten Chance für Pfullendorf.
Außerdem war insbesondere bei diesem Gespräch noch der Abbau von rd. 130 Mitarbeitern und die Verlagerung der Konzernzentrale nach Düsseldorf Gegenstand der Diskussion und nicht der nun drohende, absolute Kahlschlag am hiesigen Standort.
Auch ist es nach wie vor nicht nachvollziehbar, dass die Fraktionsvorstände des Gemeinderates der Stadt Pfullendorf ausdrücklich am letzten Gespräch nicht teilnehmen durften, um so keine weiteren Augen- und Ohrenzeugen der Gespräche zu haben.
Unter offener Kommunikation verstehen wir eindeutig etwas anderes.
Wenn die Faktenlage schon so eindeutig wäre, wie Sie von Ihnen und Herrn Deisel dargestellt wird, wieso erfahren wir in Pfullendorf dann keine Fakten und Analyseergebnisse, über die man sich konkret auseinandersetzen kann.
Es waren noch im Spätherbst Änderungen angedacht, die dem Stammwerk Pfullendorf innerhalb der ALNO-Gruppe nach wie vor eine Hauptrolle ermöglicht hätten.
Mit einem moderaten Arbeitsplatzabbau und dem kombinierten Schichtmodell ist eine gute Auslastung des Standortes Pfullendorf möglich.
Vom Urheber dieses konstruktiven Vorschlages haben Sie sich getrennt, wie wir vermuten, nicht weil das Konzept als solches nicht tragfähig war, sondern weil es nicht in die (vermutlich schon seit längerem angedachte) Strategie der Liquidierung des Pfullendorfer Standortes hineingepasst hat.
Aus den Gesprächen zwischen dem Bürgermeister und Herrn Deisel lässt sich -auf den Punkt gebracht- nur so zusammenfassen, dass so manche Entscheidungsträger im Konzern aus welchen Gründen auch immer, mit Pfullendorf Berührungsprobleme haben.
Und diese Berührungsprobleme sind erkennbar nicht nur mit Zahlen und Fakten zu erklären, sondern sitzen eher tiefer im emotionalen Bereich.
Wir erkennen in der Gesamtbetrachtung nur das Ergebnis, dass manchen Entscheidungsträgern im ALNO-Konzern der Pfullendorfer Standort lästig ist.
Nur damit können wir uns erklären, dass weder wir, noch die betroffenen Beschäftigten am Pfullendorfer Standort, mit überzeugenden und belegbaren Argumenten versorgt werden.
Auch ist die Tatsache für uns nicht nachvollziehbar, dass mit großem finanziellem Aufwand die funktionierenden Produktionsanlagen der Volumenmodelle in Pfullendorf abgebaut und in Enger wieder aufgebaut und integriert werden sollen.
Hier werden mit viel Aufwand Leerstände in Pfullendorf produziert und in Enger dann in relativer Enge eine Produktionsanlage platziert, die nicht die Expansionsmöglichkeiten hat, die man evtl. in der Zukunft benötigt.
In guten Zeiten wurden hier in Pfullendorf in Jahr mehr als 1,5 Mio. Schränke produziert, eine Kapazität, welche leicht den avisierten und künftigen Ausstoß von Pfullendorf und Enger zusammen darstellt.
Da hier sogar noch Platzreserven vorhanden sind, wären Kapazitätsanpassungen nach oben im Falle einer erfolgreichen Zukunft von ALNO ohne weiteres möglich.
Es klingt wie Hohn, wenn Sie das angedachte Konzept ALNO 2013 als zweite Chance für Pfullendorf sehen.
Wo bitte soll bei einer radikalen Zerschlagung eines Standortes mit Potential und guten Möglichkeiten eine zweite Chance erkennbar sein?
Machen Sie sich doch mal intensiv Gedanken darüber, wie der ineinander verbundene Standort Pfullendorf mit mehreren Fabrikationsanlagen einfach aufgeteilt und zerschlagen werden soll?
Die Verflechtungen der Gebäude untereinander machen einen Verkauf und die Herauslösung von einzelnen Fabrikationsgebäuden zu einem äußerst schwierigen Unterfangen.
Hier sollen sehenden Auges Vermögenswerte vernichtet werden, die sich ein angeschlagener Konzern nicht leisten kann.
Haben Sie als Entscheidungsträger doch einfach den Mut, Ihre bisherigen Entscheidungen zu hinterfragen, Ihre hiesigen Mitarbeiter und die Region Pfullendorf, hätten diesen Mut verdient.
Ich denke, es ist auch ein Darstellungsproblem von Ihnen, wieso gerade das Stammwerk des ALNO-Konzerns geopfert wird; der Firmensitz, der erst die heutige Struktur der ALNO AG ermöglichte und auch finanzierte.
Wir stehen nach wie vor zu einem offenen und ehrlichen Dialog zur Verfügung, weil uns der Standort ALNO in Pfullendorf alles andere als egal ist.
Auch das Land Baden-Württemberg würde nach wie vor alles erdenklich Mögliche unternehmen, um den Standort Pfullendorf zu sichern.
Es würde von Größe und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Ihren ALNO-Mitarbeitern und unserer Stadt zeugen, wenn Sie die getroffenen Entscheidungen noch einmal auf den Prüfstand legen.
Die Zerschlagung des Standortes Pfullendorf rechnet sich für den Konzern nicht.
Mit Ihrer Entscheidung lösen Sie lediglich ein Problem mit einem anderen Problem.
Diese Strategie kann nicht zielführend für die ALNO AG sein.
Machen Sie sich noch einmal Gedanken, ob Sie mit den bisher angedachten Entscheidungen auf dem richtigen Weg sind.
(Erschienen: 14.03.2010 18:20)































