Stadtnachrichten Pfullendorf
Orthopädiezentrum bedroht Geschäft in der Altstadt

Die menschliche Enttäuschung ist die eine Seite. Die andere betrifft nicht nur ihn. Schulz fürchtet um sein vergrößertes Geschäft. Sechs Beschäftigte arbeiten im Sanitätshaus Schulz in Pfullendorf. „Mit dem Umzug in das größere Geschäft hat sich die Belegschaft verdoppelt“, sagt Schulz. Klar müsse er sich dem Wettbewerb stellen, sagt er. Nur: Dass ein Wettbewerber über die Kliniken GmbH, an der die Stadt über den Spitalfonds beteiligt ist, direkt am Krankenhaus maßgeschneiderte Räume bezieht, empfindet er als wettbewerbsverzerrend. Ähnlich hatte die SZ nach der Projektvorstellung im Technischen Ausschuss den Skandal kommentiert.
Direkte Nähe zum Krankenhaus zieht Laufkundschaft ab
Denn die Problematik in dem Fall liegt darin, dass sich die Orthopädie-Praxisgemeinschaft schon lange um eine Ansiedlung im Pfullendorfer Krankenhaus bemüht, aber darauf bestanden hat, dass sie dies nur mit allen angegliederten Teilen, der Physiotherapie und einem Sanitätshaus, tun werde. Das zur Gemeinschaft gehörende Sanitätshaus hat aber bislang nur nach Vereinbarung geöffnet und ist am bisherigen Standort im Linzgau-Center auf ein Zimmer beschränkt. Seit im Technischen Ausschuss des Gemeinderats das genaue Bauvorhaben zum Einvernehmen vorgestellt wurde, kocht die Angelegenheit.
Denn im Bauantrag für den Neubau des jetzt nicht mehr als Ärztehaus laufenden Bauvorhabens, sondern ausdrücklich als Orthopädiezentrum bezeichneten Objekts, sind für das Sanitätshaus 70 Quadratmeter vorgesehen. Den Gemeinderäten im Technischen Ausschuss wurde das Bauvorhaben als „Eins-zu-Eins-Übernahme“ vorgestellt. Der Bauantrag ist durch. „Eine Eins-zu-Eins-Übernahme sieht anders aus“, kritisiert Schulz. Inzwischen hat er das Gespräch mit Bürgermeister und der Kliniken GmbH gesucht.
Schulz und Kliniken GmbH arbeiten seit Jahren gut zusammen
„Da hat er recht“, sagt Kliniken-Geschäftsführer Willi Römpp in Bezug auf die Befürchtung, dass die „optische Nähe“ des Mitbewerbers zum Krankenhaus Schulz Nachteile bringen könnte. Mit der Kliniken GmbH im Krankenhaus arbeitet Schulz seit Jahren gut zusammen. Das wird auch seitens der Kliniken GmbH ausdrücklich betont. Daran werde sich auch nichts ändern, so Römpp. Nur: Er könne jetzt nichts mehr ändern. Bei den Verhandlungen wären die Arztpraxen im Vordergrund gestanden. Dass der Mitbewerber am anderen Standort einen ganz anderen Zuschnitt gehabt habe, hätte er nicht gewusst und verweist auf die Stadt Pfullendorf und den Bürgermeister.
Der wiederum sagt: „Die Verhandlungen waren Sache der Kliniken GmbH.“ Dass Schulz mit ihm gesprochen habe, bestätigt der Bürgermeister. Auf das Zimmer und die neue Fläche von 70 Quadratmetern angesprochen sagt Kugler, bei Umzügen erweitere man gern. Seines Wissens nach gebe es weitere Gespräche zwischen der Kliniken GmbH und Schulz.
Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Schulz hat einen Mietvertrag bis Jahresende. Er denkt darüber nach, den Standort in Pfullendorf zu verkleinern. Das hängt von der weiteren Entwicklung ab. Aus seinen Gesprächen mit Römpp und Kugler jedenfalls bringt er nur Zusagen mit, dass „sie helfen wollen“ und andere „vertröstende Worte“.
(Erschienen: 09.02.2012 11:15)

Die menschliche Enttäuschung ist die eine Seite. Die andere betrifft nicht nur ihn. Schulz fürchtet um sein vergrößertes Geschäft. Sechs Beschäftigte arbeiten im Sanitätshaus Schulz in Pfullendorf. „Mit dem Umzug in das größere Geschäft hat sich die Belegschaft verdoppelt“, sagt Schulz. Klar müsse er sich dem Wettbewerb stellen, sagt er. Nur: Dass ein Wettbewerber über die Kliniken GmbH, an der die Stadt über den Spitalfonds beteiligt ist, direkt am Krankenhaus maßgeschneiderte Räume bezieht, empfindet er als wettbewerbsverzerrend. Ähnlich hatte die SZ nach der Projektvorstellung im Technischen Ausschuss den Skandal kommentiert.
Direkte Nähe zum Krankenhaus zieht Laufkundschaft ab
Denn die Problematik in dem Fall liegt darin, dass sich die Orthopädie-Praxisgemeinschaft schon lange um eine Ansiedlung im Pfullendorfer Krankenhaus bemüht, aber darauf bestanden hat, dass sie dies nur mit allen angegliederten Teilen, der Physiotherapie und einem Sanitätshaus, tun werde. Das zur Gemeinschaft gehörende Sanitätshaus hat aber bislang nur nach Vereinbarung geöffnet und ist am bisherigen Standort im Linzgau-Center auf ein Zimmer beschränkt. Seit im Technischen Ausschuss des Gemeinderats das genaue Bauvorhaben zum Einvernehmen vorgestellt wurde, kocht die Angelegenheit.
Denn im Bauantrag für den Neubau des jetzt nicht mehr als Ärztehaus laufenden Bauvorhabens, sondern ausdrücklich als Orthopädiezentrum bezeichneten Objekts, sind für das Sanitätshaus 70 Quadratmeter vorgesehen. Den Gemeinderäten im Technischen Ausschuss wurde das Bauvorhaben als „Eins-zu-Eins-Übernahme“ vorgestellt. Der Bauantrag ist durch. „Eine Eins-zu-Eins-Übernahme sieht anders aus“, kritisiert Schulz. Inzwischen hat er das Gespräch mit Bürgermeister und der Kliniken GmbH gesucht.
Schulz und Kliniken GmbH arbeiten seit Jahren gut zusammen
„Da hat er recht“, sagt Kliniken-Geschäftsführer Willi Römpp in Bezug auf die Befürchtung, dass die „optische Nähe“ des Mitbewerbers zum Krankenhaus Schulz Nachteile bringen könnte. Mit der Kliniken GmbH im Krankenhaus arbeitet Schulz seit Jahren gut zusammen. Das wird auch seitens der Kliniken GmbH ausdrücklich betont. Daran werde sich auch nichts ändern, so Römpp. Nur: Er könne jetzt nichts mehr ändern. Bei den Verhandlungen wären die Arztpraxen im Vordergrund gestanden. Dass der Mitbewerber am anderen Standort einen ganz anderen Zuschnitt gehabt habe, hätte er nicht gewusst und verweist auf die Stadt Pfullendorf und den Bürgermeister.
Der wiederum sagt: „Die Verhandlungen waren Sache der Kliniken GmbH.“ Dass Schulz mit ihm gesprochen habe, bestätigt der Bürgermeister. Auf das Zimmer und die neue Fläche von 70 Quadratmetern angesprochen sagt Kugler, bei Umzügen erweitere man gern. Seines Wissens nach gebe es weitere Gespräche zwischen der Kliniken GmbH und Schulz.
Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Schulz hat einen Mietvertrag bis Jahresende. Er denkt darüber nach, den Standort in Pfullendorf zu verkleinern. Das hängt von der weiteren Entwicklung ab. Aus seinen Gesprächen mit Römpp und Kugler jedenfalls bringt er nur Zusagen mit, dass „sie helfen wollen“ und andere „vertröstende Worte“.
(Erschienen: 09.02.2012 11:15)

































