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Stadtnachrichten Pfullendorf

In Künstler Rolf Langhans stirbt die Hoffnung als Letztes

Stadtrat Michael Zoller zeigt Kunstinteresse am Bahnareal
Bei einem Solidaritätstreffen am Samstag hat Künstler Rolf Langhans den Pfullendorfer Stadtrat Michael Zoller  mit seinem Atelier auf dem Bahnareal bekannt gemacht.
Bei einem Solidaritätstreffen am Samstag hat Künstler Rolf Langhans den Pfullendorfer Stadtrat Michael Zoller mit seinem Atelier auf dem Bahnareal bekannt gemacht. (Foto: Ingo Selle)

Von Ingo Selle

Pfullendorf / sz Seine Vorfahren waren weltberühmte Baumeister und Architekten von Opernhäusern, nach denen Straßen und Plätze benannt worden sind. In der „Kunststadt“ Pfullendorf - eher unrühmlich bekannt durch den Flopp mit dem Konrad-Kujau-Museum - soll das Gesamtkunstwerk des Ateliers von Rolf Langhans am Pfullendorfer Bahnareal einem Radweg weichen.

Am Samstagabend, zwischen Seepark Reggae und Fußball EM hatte sich Stadtrat Michael Zoller anlässlich eines Solidaritätskonzerts für den bedrängten Künstler eingefunden, um sich persönlich ein Bild in der malerischen Kunstklause von Rolf Langhans` Leben und Werk zu verschaffen.

Viele Besucher bekunden ihre Solidarität

Weit schweift der Blick vom inzwischen für die Bebauung fertig gemachten Pfullendorfer Bahnareal auf die Skyline der Stadt mit der ehemaligen Szenekneipe „Deutsches Haus“ im Vordergrund. Vorbei am denkmalgeschützten Bahnhof, der sich im Besitz der Stadt befindet uns in sich in einem beklagenswerten Zustand befindet, bis zum linkerhand befindlichen, ehemaligen Bahndamm. Erbaut 1872 bis 1874 wäre der andernorts vielleicht ein Denkmal frühindustrieller Wirtschaftskultur gewesen. Nicht so in Pfullendorf, wo er gerade platt gemacht wird. Das Kunstrefugium von Rolf Langhans steht an dieser Stelle zwischen den letzten, noch verbliebenen Bäume und Büschen.

Als Kunstfreund hatte sich, schon lange vor Beginn des improvisierten Kunstkonzerts mit zahlreichen Solisten und Gruppen aus dem In- und Ausland Stadtrat Michael Zoller bemüht, einen „Draht“ zum Schaffen des Rolf Langhans zu finden.

Der führte Michael Zoller und zahlreiche andere Kunstfreunde durch sein Atelier. Bereits vorher gab der seit über 30 Jahren in Pfullendorf sich zu Hause fühlende Weltbürger, Beiträge zu seinen Kunstzyklen kommen aus der ganzen Welt in die Linzgaustadt Einblicke in sein Empfinden angesichts des drohenden Atelier- und Heimatverlustes.

„Woher kommt denn dieser Radweg und wohin soll er führen?“, fragt sich der Künstler, der einem „mäandernden Radweg, der um mein Atelier herumführen und es sowie andere Künstlerwohnungen aus der Region miteinbinden könnte“ durchaus aufgeschlossen zur Seite stünde. „Daraus würde sich der erste Kunst-Radweg in Baden-Württemberg ergeben, denn so etwas existiert bislang noch nicht“, weist Langhans einen Weg, „denn die Hoffnung stirbt zuletzt, es geht immer weiter“, sagt er.

Robert Bergmann, Filmemacher und Musiker aus Überlingen hatte bei Einbruch der Dämmerung dann einen Film über das Leben und Werk von Rolf Langhans den zahlreichen Freunden und Kunstförderern präsentiert.

In der Laudatio des Überlinger Kulturjournalisten Alexander-Peter Posch wurde dabei der Stellenwert von „Rolls" Rolf Langhans klar bemessen: „Einer der wenigen, noch lebenden Künstler mit Künstlerseele und Künstlergeist, wie „Rolls“ Rolf Langhans soll vertrieben, verbannt werden. Die einzige existierende private eigenständig arbeitende Wohnstätte für Kunst und Mensch in Pfullendorf soll verschwinden!“

(Erschienen: 11.06.2012 14:55)

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