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Rund um Pfullendorf

Gemeinsam: In der Dorfgemeinschaft Lautenbach wird nun gebaut

Viele fleißige Helfer, Lautenbacher und solche, die sich in die Planung, Finanzierung und Ausführung der Neubauten einbringen, greifen zum Spaten, um die Maßnahme auf den Weg zu bringen.
Viele fleißige Helfer, Lautenbacher und solche, die sich in die Planung, Finanzierung und Ausführung der Neubauten einbringen, greifen zum Spaten, um die Maßnahme auf den Weg zu bringen. (Foto: Anthia Schmitt)

HERDWANGEN-SCHÖNACH / sz (stt) - Über 150 Menschen mit Behinderung und erhöhtem Betreuungsbedarf leben in der Dorfgemeinschaft Lautenbach. Dazu kommen fast ebenso viele Betreuer und Mitarbeiter. Eine stattliche Gemeinschaft, die sich in den letzten 40 Jahren – so alt wird Lautenbach heuer – aus den Anfängen im Brunnenhof entwickelt hat und jetzt ein zukunftsweisendes Projekt auf den Weg bringt. In den neuen Wohngebäuden „Haus am Wald“ und „Haus am Kirschbaum“ entstehen 40 Wohnplätze für die betreuten Menschen in der Dorfgemeinschaft. Mit dem offiziellen Spatenstich ging die 3,2 Millionen Euro teure Baumaßnahme an den Start.

Wie immer bei wichtigen Anlässen war das ganze Dorf versammelt und natürlich durfte auch die Lautenbacher Blaskapelle nicht fehlen, die den Festakt mit Beethovens Neunter eröffnete. „Wir suchen schon lange diese Weiterentwicklung“ freute sich Klaus Hilsenbek, Sprecher des Lautenbacher Leitungsteams, über den Baustart, dem fast drei Jahre Planung und Geldbeschaffung vorangegangen waren. Weil einige Gebäude in Lautenbach in die Jahre gekommen seien und nicht mehr den eigenen Maßstäben und den modernen Anforderungen entsprächen, sei es notwendig geworden, Ersatz zu schaffen. „Wir wollen in der Zeit stehen als Lebens- und Arbeitsgemeinschaft und uns so mit der Welt verbinden“, sagte Hilsenbek nicht nur den Lautenbachern, sondern auch den zahlreichen Festgästen.

Karin Stroppel, Sozialplanerin beim Landratsamt Sigmaringen, erinnerte daran, dass erste Gespräche bereits im Jahr 2008 geführt worden seien. Lautenbach habe viel Herzblut in das Projekt gesteckt, deshalb „war der Landkreis gern Türöffner“, sagte sie. 1,2 Millionen Euro fließen an Fördermitteln in die Baumaßnahme, der Rest kommt aus Eigenmitteln und Spenden oder wird fremd finanziert.

„Wir sind Lautenbach bereits seit langem verbunden“, sagte deshalb Vorstandsvorsitzender Hubert Rist von der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch, die sich bereits vor 40 Jahren von der Idee des Gründers Hans Dackweiler anstecken ließ und das Startkapital zur Verfügung stellte. Und: „An jedem Freitagvormittag eröffnet die Sparkasse hier eine kleine Filiale.“

Bürgermeister Ralph Gerster, den das kleine Dorf in seiner Gemeinde auch nach einem Jahr Amtszeit noch zum Staunen bringt, unterstrich: „Lautenbach ist der positive Botschafter unserer Gemeinde.“ Auf den Grünflächen im Ort seien Lautenbacher bei der Pflege anzutreffen, die Produkte aus den Werkstätten gingen in alle Welt und die Blasmusik spiele sogar im Landtag auf. „Wenn was ist, Sie können sich auf uns verlassen“, versicherte er Hilsenbek, bevor Architekt Franz-Josef Henninger aus Ettenkirch das Bauvorhaben in aller Kürze erläuterte und schließlich die Lautenbacher gemeinsam mit ihren prominenten Gästen zum Spaten griffen.

(Erschienen: 18.04.2011 12:10)

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