Südfinder
Südfinder JOB
Südfinder AUTO
Südfinder IMMO
Südfinder TICKET
Südfinder HANDWERK
bodensee
Lakeparty
Regio-TV
inserieren
abo
e-paper
Schwäbisch.Media

Pfullendorf Sport

Sijaric: „Trennung von Djordjevic tat mir weh!“

SC Pfullendorf-Trainer blickt auf ein turbulentes Jahr beim Regionalligisten zurück
SCP-Trainer Adnan Sijaric kann zufrieden sein mit seiner Zwischenbilanz. Meist gab der 35-jährige Djordjevic-Nachfolger die richtige Richtung vor.
SCP-Trainer Adnan Sijaric kann zufrieden sein mit seiner Zwischenbilanz. Meist gab der 35-jährige Djordjevic-Nachfolger die richtige Richtung vor. (Foto: Eibner)

Pfullendorf / ok Adnan Sijaric hat den SC Pfullendorf vor der Winterpause aus der Talsohle geholt. Zwar steht der SCP noch immer auf dem vorletzten Platz der Fußball-Regionalliga Süd, doch vier Siege und zwei Remis in den bislang neun Spielen unter Sijarics Regie haben dafür gesorgt, dass der Anschluss zum hinteren Tabellenmittelfeld nicht abgerissen ist.

Mitte Oktober machte SCP-Sportchef Martin Fritz den 35-Jährigen nach dem Rücktritt von Kristijan Djordjevic zum Cheftrainer. Im Gespräch mit SZ-Redakteur Oliver Kothmann blickt der gelernte Elektriker, der dem SC Pfullendorf seit 1982 angehört, auf die vergangenen Wochen und Monate zurück.

SZ: Im Frühjahr waren sie noch Verbandsliga-Trainer, im Juni Regionalliga-Co-Trainer, Mitte Oktober dann Regionalliga-Cheftrainer. Es liegt ein ereignisreiches Jahr hinter Ihnen Herr Sijaric. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Adnan Sijaric: Ja, ein turbulentes Jahr geht zu Ende. Schade, dass die Geschichte mit dem F-Team nach fünf Jahren für mich ein negatives Ende fand, weil wir aus der Verbandsliga abgestiegen sind. Wir konnten das aufgrund der fortwährenden personellen Engpässe aber einfach nicht mehr auffangen. Jetzt hoffen wir, dass der Wiederaufstieg gleich gelingt. Wir wissen, dass das F-Team die Qualität hat, es ist die beste Mannschaft in dieser Liga.

SZ: Sie wurden zunächst als Nachfolger von Helgi Kolvidsson als Cheftrainer gehandelt. Doch dann holte der Verein Kristijan Djordjevic.

Sijaric: Damit konnte ich mich schnell abfinden, denn Kristijan hat ja eine Profi-Vita. Da war klar, dass ich lernen und profitieren kann. Schade, dass es letztlich nicht gut gegangen ist. Wir hatten einfach eine miserable Vorbereitung, weil uns immer wieder Spieler verletzt ausfielen. Deshalb sind wir in der Regionalliga nur so schwer in die Gänge gekommen und haben etliche Pleiten hinnehmen müssen. Die Trennung von Kristijan hat mir zwar eine Chance eröffnet, doch sie tat mir persönlich auch weh, denn wir sind ganz gute Freunde geworden. Wir telefonieren auch jetzt noch gelegentlich. Man mir dann die Mannschaft anvertraut, was natürlich auch damit zu tun hatte, dass für den Verein aus finanziellen Gründen keine externe Lösung möglich war. Dennoch habe ich gespürt, dass er Vorstand mir voll vertraut.

SZ: Und damit offenbar richtig lag: Unter Djordjevic gab es in zehn Spielen einen Sieg, unter Ihnen in bislang neuen Spielen bereits vier.

Sijaric: Der Knackpunkt war sicherlich, dass wir uns nach dem 1:4 bei der U23 von Bayern München zusammengesetzt und überlegt haben, wie wir eine Balance finden zwischen Offensive und Defensive. Wir hatten bis dato einfach zu viele Gegentore kassiert. Die ganze Mannschaft hat schlecht nach hinten gearbeitet. Dann haben wir umgestellt von einem System mit Mittelfeldraute und zwei Spitzen auf Doppelsechs vor der Abwehr und einem zentralen Stürmer. Bei Ballbesitz spielen wir mit drei Stürmern. Das setzen wir jetzt um und sind somit als Mannschaft wesentlich kompakter als früher. Unsere Angriffe gestalten wir zudem unkomplizierter. Dazu kam in Spielen, in denen es nicht so gut lief, dann hier und da auch noch ein Quäntchen Glück, das du manchmal einfach brauchst, um zu punkten.

SZ: Der Co-Trainer-Posten ist weiterhin unbesetzt. Tut sich da etwas zur Winterpause?

Sijaric: Wohl eher nicht. Wir haben zwar mit einigen potenziellen Kandidaten gesprochen, doch die stehen alle bei ihren Vereinen im Wort. Es sieht deshalb so aus, als ob wir diese Runde in der derzeitigen Konstellation durchziehen. Dass heißt, dass mir unser Physiotherapeut Jan Brehm bei der Trainingsarbeit assistiert. Außerdem kommt ja noch Ralf Hermanutz zweimal pro Woche und gibt Torwarttraining. Er ist aufgrund seiner Erfahrung natürlich auch darüber hinaus für mich ein wichtiger Ansprechpartner und kennt ja auch die Regionalliga sehr gut.

SZ: Rechnen Sie damit, dass es Absteiger aus der Regionalliga geben wird oder nicht?

Sijaric: Man muss damit rechnen. Aber wir werden am Ende der Runde so oder so über dem Strich stehen und nicht darunter.

SZ: Wie lautet die Zielsetzung für die zweite Saisonhälfte?

Sijaric: Einen konkreten Tabellenplatz geben wir nicht als Ziel aus. Wir wollen unser Potenzial abrufen, dann wird sich die Tabellensituation automatisch verbessern.

SZ: Welcher Spieler können Sie in dieser Saison bislang hervorheben?

Sijaric: Einige: Michael Falkenmayer ist für uns Gold wert. Auf und neben dem Platz. Jörg Schreyeck hat sich sehr gut entwickelt wie auch Sandrino Braun oder Manuel Stark. Auch Piero Saccone blüht hinter den Spitzen auf, seit wir ihn von den Defensivaufgaben teilweise befreit haben. Kevin Dicklhuber macht sich sehr gut und hat wahrscheinlich vor der Runde selbst nicht gedacht, dass er fast alle Spiele machen würde.

SZ: Von wem erwarten Sie noch mehr?

Sijaric: Von den Stürmern. Teever arbeitet viel, aber ein Spieler seiner Qualität müsste einfach mehr Tore machen. Es fehlt aber auch ein bisschen der Druck von der Bank. Marc Kuczkowski tut sich schwer in seinem zweiten Regionalligajahr, auch Nedzad Plavci hat zu kämpfen. Ardian Kalludra zeigt sehr gute Ansätze, aber auch da müsste noch mehr kommen.

SZ: Gibt es noch Neuzugänge oder Abgänge zur Winterpause?

Sijaric: Zugänge sind nicht geplant. Und ich gehe auch davon aus, dass am 14. Januar alle zum ersten Training erscheinen.

SZ: Stimmt Sie die Weihnachtszeit möglicherweise gnädig in Sachen des suspendierten Christian Jeske oder bleiben Sie da hart?

Sijaric: Christian Jeskes Vertrag wird im Sommer nicht verlängert. Deshalb macht es keinen Sinn, ihm in der Regionalliga weitere Einsatzzeiten zu geben. Die gebe ich lieber einem Jungen, mit dem wir perspektivisch planen. Wie zum Beispiel Timo Werne oder Andreas Frick, die auch das Zeug dazu haben, Regionalliga zu spielen.

SZ: Ihre Trainervorgänger waren hauptamtlich tätig, Sie sind seit vielen Jahren wieder der erste „Teilzeit-Trainer“ beim SCP…

Sijaric. Stimmt. Ich bin meinem Arbeitgeber, der Elektrofirma Boos in Otterswang, auch riesig dankbar, dass er es ermöglicht, dass ich zweigleisig fahren kann. Wie gesagt: Ich arbeite ohne Co-Trainer, auch die Vorstände sind beruflich alle stark engagiert. Da gibt es viel zu tun für mich.

SZ: Wie verbringen Sie die Festtage?

Sijaric: In aller Ruhe, mit der Familie. Dann werde ich mich auch mal wieder um meine beiden kleinen Söhne kümmern. Die sind in letzter Zeit ein wenig zu kurz gekommen.

SZ: Drei Wünsche für 2012?

Sijaric: Gesundheit, eine optimale Vorbereitung mit dem SCP und dass wir dann da anknüpfen, wo wir vor der Winterpause aufgehört haben.

(Erschienen: 21.12.2011 15:20)

- Anzeige -
Artikelfunktionen
drucken
Bewertungen
4.5
4,5 (4 Stimmen)
Das könnte Sie auch interessieren
- Anzeige -
Festliches
Trauer
FESTLICHES





Das Wetter in Pfullendorf
Vormittags
15 °
Nachmittags
20 °
Abends
17 °
Nachts
8 °
- Anzeige -
Facebook
Alle Facebook-Seiten von Schwäbische.de finden Sie hier


- Anzeige -
- Anzeige -