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HSG holt sich Tipps von Marketing-Profis

Handball-Drittligist HSG Konstanz veranstaltet Sponsorenabend mit großer Resonanz
Wenn Matthias Faisst und Sebastian Groh (Nummer 5) HSG-Tore bejubeln, freuen sich auch  Trikot-Sponsoren aus Friedrichshafen (ZF). Die Suche nach Geldgebern verlangt auch vom Management der HSG immer mehr Kreativität und Flexibilität, wie beim HSG-Sponsorenabend  deutlich wurde.
Wenn Matthias Faisst und Sebastian Groh (Nummer 5) HSG-Tore bejubeln, freuen sich auch Trikot-Sponsoren aus Friedrichshafen (ZF). Die Suche nach Geldgebern verlangt auch vom Management der HSG immer mehr Kreativität und Flexibilität, wie beim HSG-Sponsor (Foto: Pisa)

Von Jochen Dedeleit

KONSTANZ „Für einen Drittligisten sensationell! Hut ab!“, antwortete Christian Müller auf die Frage des österreichischen Sportmoderators Christian Böckle beim Sponsorentreffen des Handball-Drittligisten HSG Konstanz auf die Frage, was ihm, dem Marketingleiter des Schweizer Fußball-Erstligisten FC Zürich, zu dieser Menschenmenge einfalle. 90 geldgebende Handballfans waren gekommen, als der Tabellenvierte aus Südbaden zu einem Sponsorenabend ins Autohaus Gohm & Graf Hardenberg gerufen hatte. Eine Resonanz, die auch HSG-Geschäftsführer Dr. Frank Meisch äußerst zufrieden in die Runde blicken ließ.

Um die Internationalität an diesem Abend dementsprechend ins Licht rücken zu können, standen dem Vorarlberger Martin Böckle, der sich als Moderator bei etlichen Ski-Weltcuprennen oder auch dem Dreiländer-Marathon einen Namen gemacht hat, etliche Persönlichkeiten der Sportszene des Dreiländerecks zur Verfügung. Zumindest vorerst nicht im Mittelpunkt standen die Konstanzer Handballer, die sich hinter der Theke um das Wohl der Gäste kümmerten. Diese mussten sich kaum angesprochen fühlen, als Otto Eblen ein weiteres Mal bemerkte, dass die A-, B- und C-Jugend der HSG in den obersten Ligen dem Ball nachjagt, „dies jedoch vom Konstanzer Umfeld immer noch nicht dementsprechend gewürdigt wird“. Sehr viel zufriedener zeigte sich der Präsident des mit Bregenz Handball und HC Hard erfolgreichsten Handballvereins am Bodensee von der weiblichen Anhängerschaft seines Klubs, „40 Prozent beträgt der Frauenanteil unserer Zuschauer, dies wollen wir im März mit einem weiteren Ladys Play inklusive Modemeile würdigen“.

Zu den spezifischen Problemen des regionalen Sportmarketings am Bodensee äußerte sich auch Talk-Gast Sascha Heyer, Beachvolleyballer aus der Schweiz, der 1999 mit dem VfB Friedrichshafen Deutscher Meister und Pokalsieger wurde, ab April in Rio de Janeiro in seine letzte Saison als Aktiver geht und seine Karriere dann im Sommer mit der Teilnahme bei Olympia in London krönen will. Der ehemalige Europameister, zweifache Vize-Europa- und Vize-Weltmeister bemängelte: „Es heißt immer, die Bodenseeregion solle enger zusammenrücken. Ich wohne nicht weit von der Grenze weg, weiß aber oftmals nicht, was sich 15 Kilometer entfernt abspielt.“ Otto Eblen vermerkte in diesem Zusammenhang wiederum, dass selbst der Hauptsponsor der HSG nicht in Konstanz, sondern im Schwarzwald beheimatet sei (Rothaus), „und auch etliche Co-Sponsoren kommen aus Württemberg oder der Schweiz“. Nicht „nur“ als Co-Sponsor, sondern auch mit auf dem Trikot scheint beispielsweise die ZF Friedrichshafen auf, die es sich wie eine Handvoll weiterer Geldgeber von der anderen Seeseite nicht nehmen ließ, ebenfalls der Einladung aus Konstanz zu folgen.

„Kreativ sein, das Erlebnis in den Focus stellen,“ lautete der Rat Christian Müllers, Marketingleiter beim FC Zürich, an die Konstanzer Handballer. „Merchandising ist für den Erfolg extrem wichtig,“ weiß Müller, der den Handball trotz Champions-League-Teilnehmer Schaffhausen in der Schweiz lediglich an „vierter, fünfter Stelle“ unter allen Sportarten sieht.

Die Deutschen kämpfen derzeit bei der EM in Serbien, dass der Handball hierzulande nicht weiter an Boden verliert, unter den Spielern der HSG ist der Erfolgshunger trotz derzeitigem vierten Platz nicht gestillt. „Auch Platz eins ist nicht unmöglich,“ lässt etwa Rückraumschütze Stefan Bruderhofer wissen. „Wir wollen weiter nach oben“ (Markus Schoch), „2. Liga, warum nicht?“ (Kapitän Matthias Faißt) oder „Mein größtes sportliches Ziel? Mit Konstanz zweite Liga spielen“ (der Ex-Mimmenhausener Yannick Schatz) sind die weiteren Aussagen, die Otto Eblen den Schweiß auf die Stirn treiben.

„Die jetzige 3. Liga ist stärker als die 2. Liga damals,“ weiß das HSG-Oberhaupt, der freilich auch an die finanziellen Schwierigkeiten denkt, die den Konstanzern die drei Jahre der Zweitligazugehörigkeit um die Jahrtausendwende beschert hatten. Aber Eblen selbst hatte die zweithöchste Spielklasse in dieser Saison nach zwischenzeitlichem zweiten Rang schon ins Spiel gebracht. „Wenn der Unterbau vorhanden ist, die Spieler mitziehen – und es auch die Sponsoren wollen . . .“

Am Samstag (19 Uhr) geht es für die HSG beim TV Nieder-Olm um die nächsten Drittliga-Punkte.

(Erschienen: 23.01.2012 11:00)

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