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FC Singen plant schon für die Oberliga

Traditionsclub vom Hohentwiel unter Trainer Slobodan Maglov auf Erfolgskurs
Sein nicht gerade unterentwickeltes Selbstbewusstsein hat sich offenbar voll auf seine Mannschaft übertragen: Slobodan Maglov, Trainer des FC Singen
Sein nicht gerade unterentwickeltes Selbstbewusstsein hat sich offenbar voll auf seine Mannschaft übertragen: Slobodan Maglov, Trainer des FC Singen (Foto: Eibner)

Von Marco Bold und Oliver Kothmann

SINGEN Die erste Mannschaft des Traditionsvereins ist als Spitzenreiter der Verbandsliga Südbaden in die Winterpause gegangen– vier Punkte vor dem engsten Verfolger Oberachern, elf gar schon auf den Tabellendritten VfR Hausen. Sollte die Mannschaft von Trainer Slobodan Maglov diesen Vorsprung bis zum Ende der Saison halten können, stünde der Aufstieg in die Oberliga fest, als Zweiter immerhin noch die Teilnahme an einer Aufstiegsrunde mit zwei Gegnern. Ab Platz drei wäre der FC auch 2012/2013 in der Verbandsliga. Dabei bewies man in Singen ein gutes Händchen bei den Einkäufen. Einen bewährten Kader haben die Verantwortlichen des Deutschen Amateurmeister von 1959 (3:2-Endspielsieg über Arminia Hannover) vor der Runde auf entscheidenden Positionen noch entscheidenden Verstärkungen hinzugefügt. Vom FC Radolfzell kam der der 23-jährige Stürmer Marcel Schmidt, der mit bislang zwölf Toren hinter dem Stadelhofener Weschle auf Platz zwei der Verbandsliga-Torschützenliste steht. Der Transfer des früheren U19-Spielers des SC Pfullendorf war für die Gelb-Blauen also schon einige Punkte wert. Und für die Abwehr nahm man allzu gerne den aus Pfullendorf abwanderungswilligen Wolfgang Narr auf, der in der Innenverteidigung mit Kapitän Kürsat Ortancioglu ein für die Konkurrenz nur selten überwindbares Bollwerk darstellt. Gerade mal 14 Gegentreffer in bislang 18 Spielen, zweitbester Ligawert hinter dem VfR Hausen, sprechen da eine deutliche Sprache. Der Abgang des 19-jährigen Abwehrtalents Dragan Ovuka zum SC Pfullendorf, Wunschspieler des damaligen SCP-Cheftrainers Kristijan Djordjevic, konnte so mehr als kompensiert werden

Die Verantwortlichen müssen nun zweigleisig planen, sowohl für die Verbands- als auch für die Oberliga. Der Unterschied lässt sich leicht an Zahlen festmachen: Im Falle eines Aufstiegs würde sich der Etat locker verdreifachen. „Dann müssten wir mit gut 200 000 Euro kalkulieren“, erklärt Präsident Hans-Joachim König. In der Verbandsliga schluckt der Kader gut 65 000 Euro pro Jahr. Fahrtkosten von daheim zum Training und zu den Spielen, Ausrüstung, Bälle, Trainingsmittel sowie ein Salär für die Spieler – alles Faktoren, die in Baden-Württembergs höchster Spielklasse spürbar anwachsen würden. Der Kader müsste angereichert werden mit Spielern, die bereits Oberliganiveau haben.

Denn eines ist klar: Der FC möchte nicht gleich wieder absteigen. Langfristig soll die Oberliga eine Zwischenstation in noch höhere Sphären darstellen. Klappt der Aufstieg, lassen sich Spieler gerne zu einem Wechsel unter den Hohentwiel überreden. Je früher Planungssicherheit herrscht, desto leichter sind die Verhandlungen. In der Oberliga würden längere Fahrten anstehen, ein Mannschaftsbus gehört dort zum guten Ton der Etablierten; in der Verbandsliga macht sich das Team nicht selten in Kleinbussen und Privatautos auf den Weg zu Auswärtsspielen. „Das geht irgendwann nicht mehr“, weiß Vorstand Roland Grundler. Immerhin machen die Bosse des FC Singen etwas für die Szene völlig Atypisches: Sie kommunizieren das Thema offensiv: „Ganz klar: Wir wollen hoch“, sagen sie unisono.

Hilfreich wären im Fall der Fälle zwei weitere Siege im Südbadischen Vereinspokal: Der FC Singen steht im Halbfinale, das im Februar ausgelost und im April ausgetragen wird. Gelingt gegen Linx, Denzlingen und Offenburg der Pokalsieg im Mai, stünde der Verein in der ersten Runde des DFB-Pokals. In diesem Jahr scheiterte Singen im Halbfinale am späteren Sieger Teningen. Der Landesligist bekam später Schalke zugelost, spielte im Freiburg mehreren ttausend Zuschauern und nahm geschätzte 250 000 Euro ein – damit könnte der FC Singen mal eben ein Jahr Oberliga und noch mehr stemmen.

Das Hohentwielstadion ist seit Jahren baufällig. Der Verein würde gerne das Spielfeld zur Haupttribüne hin verschieben und die Erdwelle samt Stehrängen „ nachrücken“ lassen. Geschätzte Kosten: bis zu 800 000 Euro. „Wir hoffen auf die Unterstützung der Stadt“, so Grundler. Der Sportentwicklungsplan der Stadt läuft derzeit noch. Eine Entscheidung, ob und in wie weit das Stadion umgebaut wird, fällt im Frühjahr.

2012 wird also nicht nur sportlich, sondern auch in Sachen Infrastruktur ein spannendes Jahr für den Traditionsclub vom Hohentwiel.

(Erschienen: 23.12.2011 15:10)

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