Stadtnachrichten Meßkirch
Taxifahrer haben mulmiges Gefühl
Von unserem Redakteur Dirk Thannheimer
Von Hagnau bis Meßkirch ist es keine Weltreise. Umso mehr hofft Oliver Brändle, dass der Mörder der 32-jährigen Taxifahrerin so schnell wie möglich gefasst wird. „Die Vorfälle in Singen und Hagnau sind das Thema Nummer eins gewesen. Alle waren schockiert“, sagt Brändle, der in seinem Unternehmen fünf Mitarbeiter beschäftigt. Eine davon ist eine Frau, die im Radio als erstes von dem Mord in Hagnau erfahren hatte. Brändle lässt seine Mitarbeiterin nachts erst gar nicht fahren, „weil zu diesem Zeitpunkt viele Fahrgäste stark alkoholisiert sind“, so Brändle. Das wolle er ihr nicht zumuten. Er ist vor allem darüber entsetzt, dass der Mord am hellichten Tag geschah. Das Problem: Das Gesetz verbietet es, im Taxi Waffen zum Schutz aufzubewahren. „Nicht einmal ein Pfefferspray ist erlaubt. Eigentlich hat ein Taxifahrer gar keine Chance“, ergänzt Brändle.
Aus Solidarität fahren seit gestern seine drei Autos mit je einem Trauerflor am Außenspiegel durch Meßkirch und Umgebung. „So hart der Konkurrenzkampf in dieser Branche auch ist, in solch einem Fall müssen wir zusammenstehen. Schließlich sind wir alle Kollegen.“
Geld ist kein Motiv
Noch ist das Mordmotiv von Hagnau unklar, Geld könne es laut Oliver Brändle aber nicht sein. „Da sind bei Schichtwechsel minimale Beträge im Geldbeutel, für die sich so eine Tat nicht lohnt“, ergänzt Brändlin, der das Unternehmen in Meßkirch seit etwa dreieinhalb Jahren führt und sich seither an verschiedene Bedrohungen und Beschimpfungen erinnert. „Meistens geht es darum, dass die Fahrgäste den Fahrpreis nach unten drücken wollen.“ Er und seine Mitarbeiter bräuchten noch einige Tage, um dem Schock zu verdauen. Aber seinen Job aufgeben, wolle deswegen niemand.
Gaby Hauff, die in Meßkirch hauptsächlich Kleinbusse vermietet, ist in Meßkirch selbst Taxi gefahren, als es vor einigen Jahren für etwa sechs Monate in Meßkirch kein Taxiunternehmen gab. „Ich war sprachlos, als ich von dem Mord gehört habe, zumal ich selbst eine Frau bin und mich gut in die Lage versetzen kann.“ Als sie damals ihre Fahrgäste mit dem Taxi zu ihren jeweiligen Zielen chauffierte, habe sie immer ein mulmiges Gefühl gehabt. Heute fährt sie in der Regel nur noch Kleingruppen, die sie kennt und denen sie trauen kann. „Es ist trotzdem schrecklich, was passiert ist“, sagt Hauff.
(Erschienen: 10.06.2010 17:50)
Von unserem Redakteur Dirk Thannheimer
Von Hagnau bis Meßkirch ist es keine Weltreise. Umso mehr hofft Oliver Brändle, dass der Mörder der 32-jährigen Taxifahrerin so schnell wie möglich gefasst wird. „Die Vorfälle in Singen und Hagnau sind das Thema Nummer eins gewesen. Alle waren schockiert“, sagt Brändle, der in seinem Unternehmen fünf Mitarbeiter beschäftigt. Eine davon ist eine Frau, die im Radio als erstes von dem Mord in Hagnau erfahren hatte. Brändle lässt seine Mitarbeiterin nachts erst gar nicht fahren, „weil zu diesem Zeitpunkt viele Fahrgäste stark alkoholisiert sind“, so Brändle. Das wolle er ihr nicht zumuten. Er ist vor allem darüber entsetzt, dass der Mord am hellichten Tag geschah. Das Problem: Das Gesetz verbietet es, im Taxi Waffen zum Schutz aufzubewahren. „Nicht einmal ein Pfefferspray ist erlaubt. Eigentlich hat ein Taxifahrer gar keine Chance“, ergänzt Brändle.
Aus Solidarität fahren seit gestern seine drei Autos mit je einem Trauerflor am Außenspiegel durch Meßkirch und Umgebung. „So hart der Konkurrenzkampf in dieser Branche auch ist, in solch einem Fall müssen wir zusammenstehen. Schließlich sind wir alle Kollegen.“
Geld ist kein Motiv
Noch ist das Mordmotiv von Hagnau unklar, Geld könne es laut Oliver Brändle aber nicht sein. „Da sind bei Schichtwechsel minimale Beträge im Geldbeutel, für die sich so eine Tat nicht lohnt“, ergänzt Brändlin, der das Unternehmen in Meßkirch seit etwa dreieinhalb Jahren führt und sich seither an verschiedene Bedrohungen und Beschimpfungen erinnert. „Meistens geht es darum, dass die Fahrgäste den Fahrpreis nach unten drücken wollen.“ Er und seine Mitarbeiter bräuchten noch einige Tage, um dem Schock zu verdauen. Aber seinen Job aufgeben, wolle deswegen niemand.
Gaby Hauff, die in Meßkirch hauptsächlich Kleinbusse vermietet, ist in Meßkirch selbst Taxi gefahren, als es vor einigen Jahren für etwa sechs Monate in Meßkirch kein Taxiunternehmen gab. „Ich war sprachlos, als ich von dem Mord gehört habe, zumal ich selbst eine Frau bin und mich gut in die Lage versetzen kann.“ Als sie damals ihre Fahrgäste mit dem Taxi zu ihren jeweiligen Zielen chauffierte, habe sie immer ein mulmiges Gefühl gehabt. Heute fährt sie in der Regel nur noch Kleingruppen, die sie kennt und denen sie trauen kann. „Es ist trotzdem schrecklich, was passiert ist“, sagt Hauff.
(Erschienen: 10.06.2010 17:50)

































