Stadtnachrichten Meßkirch
Studieren bis der Arzt kommt — neues Fach für Hilfsmediziner
Das Vorhaben ist deutschlandweit einmalig, sagt Manfred Kühne, Dekan der zuständigen Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstechnik. „Molekulare und technische Medizin“ ist laut Kühne der erste Studiengang seiner Art an einer deutschen Fachhochschule. „Er ist darauf ausgelegt, qualifizierte Akademiker hervorzubringen, die künftig einen Mittelbau zwischen Ärzten und Pflegepersonal bilden.“
Nach nur sieben Semestern sollen Studenten fit sein für den Beruf. Die Absolventen des Fachs „Molekulare und technische Medizin“ könnten das ärztliche Personal sehr effizient entlasten, indem sie bislang bei Ärzten angesiedelte Aufgaben vor allem in den Bereichen Qualitätsmanagement, Dokumentation und Vordiagnose übernähmen, meint die Medizinerin Barbara Fink, Dozentin an der Fakultät. „Die Ärzte werden dann wieder mehr Zeit haben, sich ihren Patienten zu widmen.“
Durch die Erleichterungen im administrativen Bereich sowie bei vergleichsweise leichten ärztlichen Aufgaben werde der Arztberuf wieder attraktiver. Mit Hilfe der neuen Studienabsolventen ließe sich so der Ärztemangel mildern, der immer mehr zum Problem werde. Es gebe an vielen Kliniken zahlreiche offene Stellen, die nach den bisherigen Regeln nur schwer besetzt werden könnten. Und das Problem werde sich verschärfen, glaubt Fink.
„Wir sind davon überzeugt, dass das Profil künftiger Absolventen große Nachfrage erfahren wird“, sagt Dekan Kühne. Neben umfassenden natur- und ingenieurwissenschaftlichen Kenntnissen sowie Fremdsprachen- und Managementfertigkeiten würden die Studierenden umfangreiches medizinisches Wissen erwerben. Rund 40 Prozent der Studieninhalte konzentrieren sich laut HFU auf medizinische Fächer.
„Es geht darum, Inhalte und Fragestellungen experimenteller Medizin mit der Methodik von Molekularbiologie, Biochemie und Biomedizin wie auch medizinischer Gerätetechnik zu verbinden“, sagt Kühne. Molekularmedizinische Studiengänge gebe es bislang in Deutschland nur an Universitäten. Doch keiner der bisherigen Studiengänge spezialisiere sich auf den Kampf gegen den Ärztemangel. Die Hochschule Furtwangen betrete damit Neuland.
Seine Kollegen und er streben bei dem im Sommersemester beginnenden neuen Studiengang eine enge Zusammenarbeit mit dem Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen an, einem akademischen Lehrkrankenhaus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Die künftigen Absolventen, die den Grad eines Bachelor of Science erwerben, sollen so den Klinikalltag hautnah erleben. Damit soll ihnen in Krankenhäusern gute Berufsperspektiven eröffnen werden.
Mögliche Arbeitsfelder sind laut Kühne neben dem Einsatz in Kliniken vor allem Industriebetriebe, Privat- oder Zentrallabore, Behörden und Forschungseinrichtungen. Die Abgänger sollen — wie vor ihnen beispielsweise Psychologen oder Informatiker — einen eigenen Arbeitsmarkt generieren. Im Gegensatz zu Studiengängen wie dem „Arztassistenten“ richtet sich „Molekulare und technische Medizin“ nicht primär an Pflegepersonal, das sich weiterbilden möchte, sondern an Abiturienten, die für die medizinische Tätigkeit im Krankenhaus interessieren, aber kein Medizinstudium absolvieren möchten.
(Erschienen: 07.04.2010 08:10)
Das Vorhaben ist deutschlandweit einmalig, sagt Manfred Kühne, Dekan der zuständigen Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstechnik. „Molekulare und technische Medizin“ ist laut Kühne der erste Studiengang seiner Art an einer deutschen Fachhochschule. „Er ist darauf ausgelegt, qualifizierte Akademiker hervorzubringen, die künftig einen Mittelbau zwischen Ärzten und Pflegepersonal bilden.“
Nach nur sieben Semestern sollen Studenten fit sein für den Beruf. Die Absolventen des Fachs „Molekulare und technische Medizin“ könnten das ärztliche Personal sehr effizient entlasten, indem sie bislang bei Ärzten angesiedelte Aufgaben vor allem in den Bereichen Qualitätsmanagement, Dokumentation und Vordiagnose übernähmen, meint die Medizinerin Barbara Fink, Dozentin an der Fakultät. „Die Ärzte werden dann wieder mehr Zeit haben, sich ihren Patienten zu widmen.“
Durch die Erleichterungen im administrativen Bereich sowie bei vergleichsweise leichten ärztlichen Aufgaben werde der Arztberuf wieder attraktiver. Mit Hilfe der neuen Studienabsolventen ließe sich so der Ärztemangel mildern, der immer mehr zum Problem werde. Es gebe an vielen Kliniken zahlreiche offene Stellen, die nach den bisherigen Regeln nur schwer besetzt werden könnten. Und das Problem werde sich verschärfen, glaubt Fink.
„Wir sind davon überzeugt, dass das Profil künftiger Absolventen große Nachfrage erfahren wird“, sagt Dekan Kühne. Neben umfassenden natur- und ingenieurwissenschaftlichen Kenntnissen sowie Fremdsprachen- und Managementfertigkeiten würden die Studierenden umfangreiches medizinisches Wissen erwerben. Rund 40 Prozent der Studieninhalte konzentrieren sich laut HFU auf medizinische Fächer.
„Es geht darum, Inhalte und Fragestellungen experimenteller Medizin mit der Methodik von Molekularbiologie, Biochemie und Biomedizin wie auch medizinischer Gerätetechnik zu verbinden“, sagt Kühne. Molekularmedizinische Studiengänge gebe es bislang in Deutschland nur an Universitäten. Doch keiner der bisherigen Studiengänge spezialisiere sich auf den Kampf gegen den Ärztemangel. Die Hochschule Furtwangen betrete damit Neuland.
Seine Kollegen und er streben bei dem im Sommersemester beginnenden neuen Studiengang eine enge Zusammenarbeit mit dem Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen an, einem akademischen Lehrkrankenhaus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Die künftigen Absolventen, die den Grad eines Bachelor of Science erwerben, sollen so den Klinikalltag hautnah erleben. Damit soll ihnen in Krankenhäusern gute Berufsperspektiven eröffnen werden.
Mögliche Arbeitsfelder sind laut Kühne neben dem Einsatz in Kliniken vor allem Industriebetriebe, Privat- oder Zentrallabore, Behörden und Forschungseinrichtungen. Die Abgänger sollen — wie vor ihnen beispielsweise Psychologen oder Informatiker — einen eigenen Arbeitsmarkt generieren. Im Gegensatz zu Studiengängen wie dem „Arztassistenten“ richtet sich „Molekulare und technische Medizin“ nicht primär an Pflegepersonal, das sich weiterbilden möchte, sondern an Abiturienten, die für die medizinische Tätigkeit im Krankenhaus interessieren, aber kein Medizinstudium absolvieren möchten.
(Erschienen: 07.04.2010 08:10)


































