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Aktionsbündnis fordert die Bundeswehr heraus

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Straßberg / jgp Der Sprengplatz Spitalwädle sorgt bei Bürgern und Politikern im Zollernalb-Kreis für Aufregung. Knapp 1200 Unterschriften hat das Aktionsbündnis „Freier Heuberg“ schon gesammelt. Die Gründerin des Bündnisses, Tierärztin und Kreistagsmitglied der Grünen, Dr. Andrea Metzger, will für das Naturschutzgebiet und die Anwohner kämpfen.

Von unserer RedakteurinJennifer Kuhlmann

„Durch die Schafhaltung habe ich viele Jahre als Kind dort oben auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes verbracht“, erklärt Andrea Metzger, warum sie sich einsetzt. „Ich bin hier aufgewachsen und hänge an dem wunderschönen Gebiet.“ Dass bereits 1200 Menschen aus dem Kreis gegen den Sprengplatz unterschrieben haben, zeige, dass das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet vielen am Herzen liege. „Hier wohnen Menschen, die lange auf ihr Haus gespart haben und ihren Lebensabend hier verbringen wollen“, sagt sie. „Jetzt fürchten sie zusätzliche Lärmbelästigungen und Beeinträchtigung der Lebensqualität.“

Besonders erschüttert hat die Kreisrätin, dass der Antrag der Grünen, Entscheidungen in Sachen Sprengplatz aufzuschieben, bis wichtige Fragen geklärt sind, im Kreistag abgelehnt wurde. „Wir wollen wissen, wie gefährdet unser Trinkwasser wirklich ist, und warum die Gemeinden, der BUND und der Regionalverband Neckar-Alb nicht informiert und angehört wurden“, so Metzger. Die Vorgehensweise der Verwaltung habe sie tief enttäuscht.

Im Namen des Aktionsbündnisses „Freier Heuberg“ hat sie einen offenen Brief an den Landrat geschrieben und über die Landtagsabgeordnete der Grünen Gisela Splett und den Bundestagsabgeordneten Alexander Bonde Fragen bezüglich des Sprengplatzes an die Landes- und die Bundesregierung gestellt. Sie bezieht sich dabei unter anderem auf eine Veröffentlichung der Universität München, in der beschrieben wird, wie sich mögliche Sprengungen auf das Grundwasser auswirken. In der Veröffentlichung heißt es, dass in einem „worst-case-Szenario von einer Leckage im Abdichtungssystem auszugehen ist, so dass es grundsätzlich zum Eintrag von Sickerwasser und somit zu Schadstoffverschleppungen innerhalb der verkarsteten Malmkalke und einer Bedrohung der Trinkwasserquellen im Einzugsgebiet des Heubergs kommen kann.“ Das bedeutet, dass die Schutzwanne aus Beton zukünftig keinen hundertprozentigen Schutz bietet.

Oberstleutnant Udo Eckbrett, Kommandant des Truppenübungsplatzes Heuberg, betont, dass es in der Veröffentlichung zwar um das Gelände des geplanten Sprengplatzes gehe, es sich aber nicht mit den Rahmenbedingungen, die die Bundeswehr schaffen will, beschäftige. Durch den Bau des Sprengplatzes mit der Betonwanne und einer Granitschotterschicht sei gewährleistet, dass es zu keinen Verunreinigungen komme. „Wir machen den Platz sicherer als er bisher gewesen ist", sagt er.

Für die Bundeswehr komme kein anderer Standort infrage. Die Forderung des Aktionsbündnisses, die Sprengungen auf dem Gelände der Produzenten vorzunehmen, hält er für unmöglich. „Die Soldaten der Kampfmittelberseitigung sollen lernen, mit der Munition umzugehen.“ Und weil es sich um Übungen handle, komme es vor, dass die Munition tatsächlich gesprengt würde. Deshalb komme es auch zu Detonationen.

Seit Jahren sei die Bevölkerung „durch Lärmbelästigungen aufgrund der Flugeliteübungen betroffen“, die im Mai, Juni und Juli stattfinden, so Metzger. Dieser Lärm würde durch ganzjährige Sprengungen mit Bomben mit bis zu 250 Kilogramm noch verstärkt. „Das wirbt ja auch nicht für uns als Tourismusregion“, findet sie und spricht dabei als Inhaberin des Landguts Untere Mühle. „Wir können nicht einerseits für uns als Teil des Naturparks Obere Donau werben und gleichzeitig tolerieren, dass Naturschutzgebiete zerstört werden.“ Oberstleutnant Eckbrett hält dagegen: „Tatsächlich ist es so, dass die Nutzungstage, die wir den Sprengplatz für Übungen zur Verfügung halten müssen, ab 2010 von 245 Tagen auf 230 zurückgehen.“

Die Fronten scheinen verhärtet. Andrea Metzger will klare Antworten. Eckbrett hofft, ihr diese heute in einem Informationsgespräch liefern zu können.

(Erschienen: 10.11.2009 18:40)

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