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Die einen frieren, bei anderen boomt das Geschäft

Frostige Temperaturen machen vielen zu schaffen – Heizungsinstallateure und Autohäuser freuen sich
Die einen frieren, bei anderen boomt das Geschäft
Die einen frieren, bei anderen boomt das Geschäft

Von Tanja Bosch

Messkirch Um 6.30 Uhr baut Gemüsehändler Giovanni Giangreco seinen Stand auf dem Meßkircher Wochenmarkt auf. Minus 18 Grad hat es an diesem Freitagmorgen. Für solch eisige Tage spannt Giangreco eine Plane um den Stand. Drei Heizstrahler schützen sein Gemüse vor dem Erfrieren. „Bei diesen Temperaturen läuft das Geschäft schlecht“, sagt der Händler aus Engen. „Es kommen natürlich viel weniger Kunden und ich muss aufpassen, dass meine Ware nicht erfriert.“ Am empfindlichsten seien Petersilie, Tomaten und Gurken: „Die lagere ich dann teilweise im Wagen, da ist es wärmer.“

Die Eier müssen im Auto bleiben

Stammkundin Ursula Elgaß aus Rohrdorf kauft ihr Gemüse jede Woche bei Giovanni Giangreco. Minusgrade schrecken sie nicht ab. „Bei Giovanni ist es ja warm“, sagt die Rohrdorferin und reibt sich die Hände: „Hier sind es bestimmt 10 Grad mehr als draußen.“ Deshalb mache sie sich auch keine Sorgen, dass das Gemüse schon Frost abbekommen habe. Doch so wie Ursula Elgaß denken nicht alle Kunden. „Viele gehen bei dieser Kälte einfach nicht aus dem Haus“, sagt Giangreco. „Für den Umsatz ist das sehr schlecht, wir müssen im Sommer umso mehr arbeiten, um den Winter auszugleichen.“ Er komme nur wegen der Stammkunden.

Einige Meter weiter steht Alfons Futterknecht. Seit 15 Jahren ist er der Eiermann auf dem Meßkircher Wochenmarkt. Für ihn spiele die Temperatur keine Rolle: „Eier brauchen die Leute immer und ich bin schließlich warm angezogen.“ Doch seine Eier lagert er lieber im Auto auf dem Rücksitz: „Die dürfen schließlich keinen Frost abbekommen, sonst kann man die wegschmeißen.“ Und während auf dem Wochenmarkt nur ganz wenige Menschen unterwegs sind, herrscht an anderer Stelle in Meßkirch Hochbetrieb. Im Autohaus Moser klingelt das Telefon den ganzen Morgen. „Das größte Problem bei diesen Witterungen sind die Autobatterien“, sagt Oliver Güttinger, Meister im Autohaus Moser. „Wenn die Batterien schwach oder eben alt sind, dann geht gar nichts mehr und das Auto springt nicht an.“

Die Mitarbeiter müssen dann zu den Kunden fahren und die Batterien austauschen oder das Auto im schlimmsten Fall in die Werkstatt bringen. „Das größte Problem machen natürlich ältere Autos“, sagt Güttinger. „Vorbeugen könne man mit einem regelmäßigen Service und einem Batterie-Check, bevor es richtig kalt wird.“

Auch das Heizungsgeschäft boomt in der Winterzeit. „Da merken die Menschen auch endlich mal, dass sie eine Heizung haben“, sagt Juniorchef Manuel Nabenhauer von der gleichnamigen Firma Nabenhauer in Meßkirch. „Diese kalten Tage sind für unser Geschäft sehr wichtig.“ Der schnelle Kundendienst komme so richtig zum Einsatz: „Wir sind natürlich froh, wenn wir den Menschen ganz schnell helfen können, wenn die Heizung ausfällt.“ Wie viele Einsätze seine Monteure am Tag haben, kann der Juniorchef nicht genau sagen: „Ich weiß nur, dass alle drei ständig im Einsatz sind.“ Die häufigste Ursache, warum Heizungen ausfallen, sei die fehlende Wartung oder einfach veraltete Geräte: „Einmal richtig entlüften vor dem Winter ist das Wichtigste.“

Bei Cornelia Hellmuth aus Meßkirch darf die Heizung nicht ausfallen. Denn wenn sie um halb vier Uhr morgens nach Hause kommt, muss es warm sein: „Vor allem jetzt“, sagt die 53-Jährige. Denn über zwei Stunden trägt sie in Meßkirch die Zeitung aus.

Um ein Uhr in der Früh muss sie aufstehen. „Zurzeit muss ich mich wirklich besonders warm anziehen, alles doppelt“, erzählt Hellmuth. „Trotzdem sind meine Füße richtig kalt und die Fingerspitzen tun weh.“ Wenn es soweit ist, dann wechselt sie einfach die Hand. „Ich mache das seit 17 Jahren, ich bin da schon abgehärtet. Bei diesem Job darf man halt kein Weichei sein.“ Außerdem wartet auf die Zustellerin nach ihrer Arbeit immer eine warme Dusche.

(Erschienen: 05.02.2012 16:55)

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