Rund um Mengen
Zoff: Pfarrer Augustine schmeißt den Bettel hin

Der indische Priester wirft seinem Vorgesetzten Verstöße gegen die vom Vatikan verfügte Liturgie von Gottesdiensten vor. Von Denunziation des örtlichen Pfarrers beim bischöflichen Ordinariat und beim Nuntius, dem Botschafter des Papstes in Berlin, ist ebenfalls die Rede.
Am 16. September begann Pater Augustine Paraplakal seine Arbeit in der Seelsorgeeinheit Effata als Pfarrvikar. In dieser Stellung ist er dem leitenden Stefan Einsiedler unterstellt. Pfarrer Augustine bezog das Pfarrhaus in Scheer. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Seelsorge in den Kirchengemeinden Scheer, Heudorf und Blochingen. Am 9. Oktober hat ihn Pfarrer Stefan Einsiedler in sein Amt eingeführt.
Nur wenige Wochen danach hat der Priester seine Kündigung bereits nach Rottenburg geschickt. Er möchte zurück in seine Heimatdiözese in Indien. Dass etwas war zwischen ihm und Pfarrer Stefan Einsiedler, bestätigt er. Darüber, was es gewesen ist, möchte er nichts sagen. Er verweist auf ein Schweigegebot und das „Ermittlungen in Rottenburg darüber stattfinden.“ Gleichfalls nach Rottenburg verweist Stefan Einsiedler: „Die Klärung und Lösung nimmt zusammen mit den betroffenen Kirchengemeinderäten die Hauptabteilung Pastorales Personal der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor“, schreibt er in einer Stellungnahme. Der gesamte Konflikt sei „unwirklich, ist vorschnell nach Außen und damit ohne jegliches Zutun aufgedrängt worden“, lässt er die SZ wissen.
Im Klartext: Zwischen den beiden Priestern sind die Fetzen geflogen. Die Kirchengemeinderäte und die Öffentlichkeit in den Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit waren darüber schnell im Bilde. Damit zerbrach die Freude über einen neuen Priester im Pfarrhaus in Scheer. Entsprechend gewaltig schlug die Nachricht von der Kündigung ein, entsprechend feindlich waren die Angriffe gegen Pfarrer Stefan Einsiedler. In den Kirchengemeinden und bei Konzerten wurden Flugblätter verteilt. Die Botschaft: „Unser Pfarrer soll bleiben“. In deutlicher Ironie wenden sich die Verfasser auf der Rückseite gegen Pfarrer Stefan Einsiedler.
Nach Recherchen der Schwäbischen Zeitung geht es beim Konflikt zwischen den beiden Pfarrern um angebliche Unregelmäßigkeiten beim Ablauf der Eucharistiefeier. So hielt der indische Priester Pfarrer Einsiedler unter anderem vor, die Kommunion der Priester erst nach der Kommunion der Gemeinde auszuteilen, ebenso nicht genehmigte (approbierte) Hochgebete zu verwenden und Brot statt Hostien zu weihen.
Diese nach einer päpstlichen Verordnung nicht erlaubten Kulthandlungen hielt der Pfarrvikar dem leitenden Priester vor. Er habe dem Bischof und dem Papst Treue gelobt, begründete er. Damit landeten die Liste der Vorwürfe gegen den Mengener Priester genau dort: im bischöflichen Ordinariat in Rottenburg und beim päpstlichen Nuntius (Botschafter) in Berlin.
Der zuständige Referent für den Einsatz ausländischer Priester in Rottenburg, Jochen Werner, weiß um den Zwist in Mengen. In Gesprächen mit den Betroffenen und den gewählten Vertretern in den Kirchengemeinden „sind wir dabei die Sache zu klären“, macht er deutlich. Die Betroffenen seien zu Gesprächen nach Rottenburg eingeladen.
Über die Schwere der Anschuldigung müsse sich Rottenburg erst noch eine Meinung bilden. Schade sei es, dass der Konflikt so schnell nach außen gedrungen sei. Aber auch dem Vatikan sei daran gelegen, dass Dinge zuerst auf diözesaner Ebene geregelt würden.
Derzeit werde in der Diözese ein Curriculum erarbeitet, um ausländische Priester auf die pastoralen Grundsätze in Deutschland und kulturelle Unterschiede im Vorfeld vorzubereiten. Damit wolle die Diözese Probleme in Seelsorgeeinheiten durch unterschiedliche kulturelle Hintergründe von ausländischen und einheimischen Priestern begegnen.
Eine eventuell notwendige Neubesetzung werde durch den Vorfall aber nicht gebremst. Zwischen zwei Wochen und zwei Jahren könne es dauern, bis ein neuer Priester gefunden werde.
(Erschienen: 02.11.2011 19:20)

Der indische Priester wirft seinem Vorgesetzten Verstöße gegen die vom Vatikan verfügte Liturgie von Gottesdiensten vor. Von Denunziation des örtlichen Pfarrers beim bischöflichen Ordinariat und beim Nuntius, dem Botschafter des Papstes in Berlin, ist ebenfalls die Rede.
Am 16. September begann Pater Augustine Paraplakal seine Arbeit in der Seelsorgeeinheit Effata als Pfarrvikar. In dieser Stellung ist er dem leitenden Stefan Einsiedler unterstellt. Pfarrer Augustine bezog das Pfarrhaus in Scheer. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Seelsorge in den Kirchengemeinden Scheer, Heudorf und Blochingen. Am 9. Oktober hat ihn Pfarrer Stefan Einsiedler in sein Amt eingeführt.
Nur wenige Wochen danach hat der Priester seine Kündigung bereits nach Rottenburg geschickt. Er möchte zurück in seine Heimatdiözese in Indien. Dass etwas war zwischen ihm und Pfarrer Stefan Einsiedler, bestätigt er. Darüber, was es gewesen ist, möchte er nichts sagen. Er verweist auf ein Schweigegebot und das „Ermittlungen in Rottenburg darüber stattfinden.“ Gleichfalls nach Rottenburg verweist Stefan Einsiedler: „Die Klärung und Lösung nimmt zusammen mit den betroffenen Kirchengemeinderäten die Hauptabteilung Pastorales Personal der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor“, schreibt er in einer Stellungnahme. Der gesamte Konflikt sei „unwirklich, ist vorschnell nach Außen und damit ohne jegliches Zutun aufgedrängt worden“, lässt er die SZ wissen.
Im Klartext: Zwischen den beiden Priestern sind die Fetzen geflogen. Die Kirchengemeinderäte und die Öffentlichkeit in den Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit waren darüber schnell im Bilde. Damit zerbrach die Freude über einen neuen Priester im Pfarrhaus in Scheer. Entsprechend gewaltig schlug die Nachricht von der Kündigung ein, entsprechend feindlich waren die Angriffe gegen Pfarrer Stefan Einsiedler. In den Kirchengemeinden und bei Konzerten wurden Flugblätter verteilt. Die Botschaft: „Unser Pfarrer soll bleiben“. In deutlicher Ironie wenden sich die Verfasser auf der Rückseite gegen Pfarrer Stefan Einsiedler.
Nach Recherchen der Schwäbischen Zeitung geht es beim Konflikt zwischen den beiden Pfarrern um angebliche Unregelmäßigkeiten beim Ablauf der Eucharistiefeier. So hielt der indische Priester Pfarrer Einsiedler unter anderem vor, die Kommunion der Priester erst nach der Kommunion der Gemeinde auszuteilen, ebenso nicht genehmigte (approbierte) Hochgebete zu verwenden und Brot statt Hostien zu weihen.
Diese nach einer päpstlichen Verordnung nicht erlaubten Kulthandlungen hielt der Pfarrvikar dem leitenden Priester vor. Er habe dem Bischof und dem Papst Treue gelobt, begründete er. Damit landeten die Liste der Vorwürfe gegen den Mengener Priester genau dort: im bischöflichen Ordinariat in Rottenburg und beim päpstlichen Nuntius (Botschafter) in Berlin.
Der zuständige Referent für den Einsatz ausländischer Priester in Rottenburg, Jochen Werner, weiß um den Zwist in Mengen. In Gesprächen mit den Betroffenen und den gewählten Vertretern in den Kirchengemeinden „sind wir dabei die Sache zu klären“, macht er deutlich. Die Betroffenen seien zu Gesprächen nach Rottenburg eingeladen.
Über die Schwere der Anschuldigung müsse sich Rottenburg erst noch eine Meinung bilden. Schade sei es, dass der Konflikt so schnell nach außen gedrungen sei. Aber auch dem Vatikan sei daran gelegen, dass Dinge zuerst auf diözesaner Ebene geregelt würden.
Derzeit werde in der Diözese ein Curriculum erarbeitet, um ausländische Priester auf die pastoralen Grundsätze in Deutschland und kulturelle Unterschiede im Vorfeld vorzubereiten. Damit wolle die Diözese Probleme in Seelsorgeeinheiten durch unterschiedliche kulturelle Hintergründe von ausländischen und einheimischen Priestern begegnen.
Eine eventuell notwendige Neubesetzung werde durch den Vorfall aber nicht gebremst. Zwischen zwei Wochen und zwei Jahren könne es dauern, bis ein neuer Priester gefunden werde.
(Erschienen: 02.11.2011 19:20)


































