Rund um Mengen
Fasnet in Oberschwaben ist eine Naturgewalt

Landrat Gaerte nahm die Gäste bei seinem Grußwort an die Hand und ließ sie seine Reime beenden. Das Thema Politik habe er sich aber erspart, als er MdB Bareiß sah und seine Rede spontan gekürzt. Dieser hielt sich in seinen Worten ebenfalls recht kurz. „Drei Tage wird gefestet und die Kondition getestet!“ Damit war das offizielle Programm beim Heudorfer Zunftmeisterempfang beendet – das dachte zumindest Zunftmeister Kurt Kuchelmeister, der von seinen Zunftmeisterkollegen überrascht wurde. Denn nachdem Kuchelmeister ernsthaft mit dem Gedanken gespielt habe, sein Amt aufzugeben, hatten die übrigen Zunftmeister hitzig darüber beratschlagt, was er dann mit seiner neu gewonnenen Freizeit anstellen könnte. „Stellenweise sind wir richtig aggressiv geworden“, verrieten sie und boten anschließend ein wahres Highlight für die Lachmuskeln.
Die Rulfinger Narren sahen ihn in Malerhosen und mit Pinsel – die mitgebrachte Hose wollte allerdings nicht recht passen. Die Laucherthaler konnten sich Kuchelmeister als Fischer vorstellen und gaben ihm schon mal die passenden Gummistiefel an die Hand. Sein Faible für Grün – als Polizist und Zunftmeister in grünem Häs – sollte er, ginge es nach den Blochingern, als Jäger ausleben und „nette Häserl schießen“.
„Wir sind der Meinung, du hättest richtig gut das Zeug zum Hausmann“, befand Rainer Linsenmaier von Heimat- und Narrenverein Ennetach. Bei diesem Vorschlag kam Kuchelmeister seine (Spielzeug-)Jagdgewehr, dass er zuvor von den Blochingern bekommen hatte, dann doch irgendwie gelegen. Die Ennetacher hatten sich bereits ausgemalt, wie der Zunftmeister sich als Hausmann so macht und seiner Frau eine Auszeit in Kur gönnt, während er den Haushalt schmeißt. Seine Erfahrungen sammelten sie in einem erdachten Brief an seine Liebste. So sei die Emaille in der Pfanne beim Bratkartoffeln braten schon nach wenigen Stunden geschmolzen und auch das Geschirr brachte so seine Tücken mit sich. „Hast du das auch schon mal gehabt, dass dir dreckiges Geschirr verschimmelt“, wundert er sich – so meinen es zumindest die Ennetacher Narren – das nach nur vier Wochen schon abgewaschen werden muss.
Nach einem Ausflug ins Hausmannsdasein gönnten die Laizer dem Heudorfer Zunftmeister eine Ruhestandskarriere als Künstler. Zunftmeister Johannes Wolf schenkte ihm dafür eine Staffelei und einen dicken Marker mit der Begründung: „Das Filigrane traue ich dem Kurt nicht so zu!“ Die Hohentenger wiederum stellten sich Kuchelmeister eher als Hobbyschlächter vor, während die Narren aus Hundersingen und Beuren ihn als Landschaftsgärtner sehen. Zu guter Letzt luden sich die Narren schon für den Herbst erneut nach Heudorf ein, wo sie auf ein leckeres Spanferkel hoffen. Damit war dem Narrentreiben aber noch immer nicht genug, denn nach den Bruderschaftsmitgliedern wollten auch die übrigen Göge-Narren zu Wort kommen. Sie hatten das passende Rüstzeug mitgebracht – vom Futtertrog, über Heu und Schweinefutter bis hin zur Mistgabel – um das Spanferkel gut zu mästen.
Das Highlight des Tages folgte am Nachmittag, als 36 Narrenzünfte beim großen Bruderschaftsumzug durch Heudorf pilgerten und die Zuschauer trotz eisiger Kälte begeisterten.
(Erschienen: 07.02.2012 10:30)

Landrat Gaerte nahm die Gäste bei seinem Grußwort an die Hand und ließ sie seine Reime beenden. Das Thema Politik habe er sich aber erspart, als er MdB Bareiß sah und seine Rede spontan gekürzt. Dieser hielt sich in seinen Worten ebenfalls recht kurz. „Drei Tage wird gefestet und die Kondition getestet!“ Damit war das offizielle Programm beim Heudorfer Zunftmeisterempfang beendet – das dachte zumindest Zunftmeister Kurt Kuchelmeister, der von seinen Zunftmeisterkollegen überrascht wurde. Denn nachdem Kuchelmeister ernsthaft mit dem Gedanken gespielt habe, sein Amt aufzugeben, hatten die übrigen Zunftmeister hitzig darüber beratschlagt, was er dann mit seiner neu gewonnenen Freizeit anstellen könnte. „Stellenweise sind wir richtig aggressiv geworden“, verrieten sie und boten anschließend ein wahres Highlight für die Lachmuskeln.
Die Rulfinger Narren sahen ihn in Malerhosen und mit Pinsel – die mitgebrachte Hose wollte allerdings nicht recht passen. Die Laucherthaler konnten sich Kuchelmeister als Fischer vorstellen und gaben ihm schon mal die passenden Gummistiefel an die Hand. Sein Faible für Grün – als Polizist und Zunftmeister in grünem Häs – sollte er, ginge es nach den Blochingern, als Jäger ausleben und „nette Häserl schießen“.
„Wir sind der Meinung, du hättest richtig gut das Zeug zum Hausmann“, befand Rainer Linsenmaier von Heimat- und Narrenverein Ennetach. Bei diesem Vorschlag kam Kuchelmeister seine (Spielzeug-)Jagdgewehr, dass er zuvor von den Blochingern bekommen hatte, dann doch irgendwie gelegen. Die Ennetacher hatten sich bereits ausgemalt, wie der Zunftmeister sich als Hausmann so macht und seiner Frau eine Auszeit in Kur gönnt, während er den Haushalt schmeißt. Seine Erfahrungen sammelten sie in einem erdachten Brief an seine Liebste. So sei die Emaille in der Pfanne beim Bratkartoffeln braten schon nach wenigen Stunden geschmolzen und auch das Geschirr brachte so seine Tücken mit sich. „Hast du das auch schon mal gehabt, dass dir dreckiges Geschirr verschimmelt“, wundert er sich – so meinen es zumindest die Ennetacher Narren – das nach nur vier Wochen schon abgewaschen werden muss.
Nach einem Ausflug ins Hausmannsdasein gönnten die Laizer dem Heudorfer Zunftmeister eine Ruhestandskarriere als Künstler. Zunftmeister Johannes Wolf schenkte ihm dafür eine Staffelei und einen dicken Marker mit der Begründung: „Das Filigrane traue ich dem Kurt nicht so zu!“ Die Hohentenger wiederum stellten sich Kuchelmeister eher als Hobbyschlächter vor, während die Narren aus Hundersingen und Beuren ihn als Landschaftsgärtner sehen. Zu guter Letzt luden sich die Narren schon für den Herbst erneut nach Heudorf ein, wo sie auf ein leckeres Spanferkel hoffen. Damit war dem Narrentreiben aber noch immer nicht genug, denn nach den Bruderschaftsmitgliedern wollten auch die übrigen Göge-Narren zu Wort kommen. Sie hatten das passende Rüstzeug mitgebracht – vom Futtertrog, über Heu und Schweinefutter bis hin zur Mistgabel – um das Spanferkel gut zu mästen.
Das Highlight des Tages folgte am Nachmittag, als 36 Narrenzünfte beim großen Bruderschaftsumzug durch Heudorf pilgerten und die Zuschauer trotz eisiger Kälte begeisterten.
(Erschienen: 07.02.2012 10:30)


































