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Milchbauern freuen sich über ein gutes Jahr

Mitgliederversammlung des Landwirtschaftlichen Beratungsdienstes für Milchviehhaltung Biberach-Sigmaringen
Milchbauern freuen sich über ein gutes Jahr
Milchbauern freuen sich über ein gutes Jahr

Von Eugen Kienzler

Friedberg Kfz-Kennzeichen aus allen umliegenden Landkreisen kündeten vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Friedberg, dass mit dem Landwirtschaftlichen Beratungsdienst für Milchviehhaltung Biberach-Sigmaringen eine Kreisgrenzen überschreitende Organisation seine Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag abhielt. Deren Vorsitzender Erich Härle aus Ostrach-Laubbach konnte dazu eine große Anzahl von Berufskollegen und Vertreter der berufsständischen Organisationen begrüßen.

„Wir haben ein für Landwirte anstrengendes Jahr mit schwierigen Wetterbedingungen, aber auch ein, insbesondere für uns Milchviehbauern gutes Jahr mit sehr konstanten und auf relativ gutem Niveau befindlichen Milchpreisen hinter uns“, so Härle. Innerhalb des Beratungsdienstes war der Wechsel in der Geschäftsführung vom langjährigen Geschäftsführer Dr. Gustav Haske-Cornelius zur Diplom-Ingenieurin agr. Silke Brändle-Maier das wichtige Ereignis. Im Gegensatz zum männlich dominierten Auditorium ist im Beratungsteam die Weiblichkeit gut vertreten. So berichtete für die Sparte Bullenmast deren Beraterin Meike Podschuk über ihre Arbeit. „Der Bullenmastbetrieb der Zukunft weiß wo er steht und wo er hin will“, war ihre Botschaft, in der sie ermutigte, auch in wirtschaftlich guten Zeiten die Kosten im Auge zu behalten. Diese Botschaft nahm Beraterin Teresa Prommensberger in ihrem Bericht zu den betriebswirtschaftlichen Auswertungen in den 65 teilnehmenden Mitgliedsbetrieben auf. Eine großen Bandbreite der Milchproduktion von 6957 bis 9167 Kilogram pro Tier und Jahr bei gleichem Aufwand von durchschnittlich 1600 Euro entscheide dies über den wirtschaftlichen Erfolg oder Nichterfolgs eines Milchviehbetriebs. „Die Milch macht‘s“ war ihr Resümee.

Über das in 2010 als Projekt gegründete „Netzwerk Milch Oberschwaben“ informierte Berater Alexander Weichsler. In den Arbeitskreisen „Bauen“ und „Produktion“ haben sich 220 Landwirte in 27 Veranstaltungen mit zukunftswichtigen Themen wie moderne Milchviehställe, Melksysteme aber auch Herdenmanagement und Grundfutterqualitäten auseinander gesetzt. So manchen Lacher und zustimmendes Nicken hatte Clemens Mauch auf seiner Seite, als er die Rolle eines Beraters aus seinem eigenen Erleben beschrieb: „Wir sind Netzwerktechniker, Nährstoffmanager, Marktbeobachter, Informationsbeschaffer und manchmal auch Schlichter und Seelsorger“. Zu dem oft diskutierten Verhältnis Energiewirte versus Landwirte mahnte er, darin nicht nur die Risiken sondern auch die Chancen zu sehen. Als Beispiel dafür nannte er den Energiepark Hahnennest.

Von einem weiteren Mitgliederzuwachs auf 194 Betriebe mit einem Viehbestand von 13 330 Kühen und 2720 Bullen berichtete die neue Geschäftsführerin Silke Brändle-Maier, die nicht nur die statistischen Daten des Vereins vorstellte, sondern auch die Aufgabe hatte, den Anwesenden die Gründe für eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge nahe zu bringen. Die Erhöhung ging ohne Diskussion und mit großer Mehrheit durch.

Es gibt immer einen Weg

Sieben Stunden Fahrt vom hohen Norden in den Süden hatte Conny Derboven aus Warpe/ Niedersachsen auf sich genommen, um über seine Erfahrungen zu „Wachstum trotz knapper Fläche“ zu berichten und mit seinen Berufskollegen zu diskutieren. Selbst erfolgreicher Züchter und Besitzer eines Rinderzuchtbetriebes mit 250 Hektar Fläche verstand er es humorvoll, aber auch kämpferisch und tiefgründig, sich mit dem Thema Landverknappung, deren Ursachen und Konsequenzen auseinander zu setzen.

Kritisch setzte er sich mit den „Tiefladerbauern“ auseinander, die oft über große Entfernungen hinweg Felder bewirtschafteten. Wir müssen uns dem Strukturwandel und dem Wettbewerb stellen und noch mehr als bisher vom Bauern zum Unternehmer werden, war seine Botschaft. Als wichtige Grundregeln für unternehmerisches Denken und Handeln sieht er Optionen schaffen, Sackgassen vermeiden, Veränderungen offen angehen und die Wettbewerbsfähigkeit im Auge haben. „Es gibt immer einen Weg“ war die abschließende aufmunternde Botschaft eines bekennenden Optimisten, der sich sicher ist, dass der Milchpreis einmal die 50 Cent-Marke überschreiten wird.

(Erschienen: 03.02.2012 18:55)

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