Nachrichten Bad Saulgau
Der zweite Teil des Konzert war ein Hochgenuss

Von unserem RedakteurRudi Multer
Mit fünf Menuetten von Franz Schubert machte das Kammerorchester Metzingen den Auftakt zu diesem Konzert in der Bad Saulgauer Stadthalle, die mit 150 bis 200 Zuschauern nur schwach gefüllt war. Ganz unterschiedliche Stimmungen transportierten die kleinen Musikstücke. Mit großen Bewegungen gab Dirigent Oliver Bensch die Ansprüche an Dynamik und Ausdruck vor.
Mit Irkanda IV, einem Stück für Streicher, Solovioline und Schlagzeug des in Tasmanien geborenen und in Australien lebenden Peter Sculthorpe, war auch ein modernes Stück Bestandteil des Programms. Den Part der Solovioline übernahm Alban Beikircher. Die Melancholie sphärischer Kläng, die Anklänge an die Weite des ozeanischen Kontinents kamen schön zum Ausdruck. Weshalb so viel Melancholie, ließ sich im Programm nachlesen: Sculthorpe hatte das Stück als Reaktion auf den Tod seines Vaters komponiert.
Melancholie schwang auch bei Carl Nielsens „Kleine Suite in a-moll für Streichorchester“ mit. Insbesondere das Präludium bestimmten die dunklen Töne, während der Mittelsatz die Heiterkeit einer Mittsommernacht deutlich machte, um schließlich mit dem Finale zu enden.
So lag denn viel Schwermut auf der Musik des ersten Teils. Das Kammerorchester spielte auf einem für ein Amateurorchester hohen Niveau, konnte aber nicht in allen Teilen der vom Dirigenten verlangten Dynamik folgen.
Doch dann der Schnitt: Der zweite Teil stand in punkto Dynamik, Klarheit und Akzentuierung der Musik im Gegensatz zum ersten. Darauf hatte das Publikum gewartet. Die Solisten Alban Beikircher an der Violine und Ralf Hohn am Flügel rissen das Orchester beim Konzert für Violine, Klavier und Streichorchester d-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy mit. Das Jugendwerk des Komponisten, das r im Alter von 14 Jahren geschrieben hat, gibt widerstrebenden starken Gefühlen mit Meisterhaft Ausdruck. Eine Vielzahl von Tempiwechseln, ein jedesmal überraschender, manchmal abrupter, manchmal verzögerter mit Pausen garnierter und oft komplizierter Übergang von Klaiver auf das Orchester, das Spiel von Violine und Klaiver, Klavier und Orchester, Solovioline und Orchester baute Mendelssohn eine musikalisches Universum auf, baute Spannung auf, hielt sie und schuf eine musikalische Vielfalt, die beim Zuhören mitriss. Genauso gefühlvoll bis ungestüm interpretierten die beiden Solisten das Stück und rissen in ihrer Dynamik das Orchester mit. Für diese Meisterleistung gab es einen riesigen Applaus für die Interpreten und eine Zugabe der beiden Lehrer an der Jugendmusikschule, die es verstehen großer Musik groß zu interpretieren und damit im besten Sinn des Wortes ein großes Vorbild für ihre Schüler gaben.
(Erschienen: 24.11.2009 15:00)

Von unserem RedakteurRudi Multer
Mit fünf Menuetten von Franz Schubert machte das Kammerorchester Metzingen den Auftakt zu diesem Konzert in der Bad Saulgauer Stadthalle, die mit 150 bis 200 Zuschauern nur schwach gefüllt war. Ganz unterschiedliche Stimmungen transportierten die kleinen Musikstücke. Mit großen Bewegungen gab Dirigent Oliver Bensch die Ansprüche an Dynamik und Ausdruck vor.
Mit Irkanda IV, einem Stück für Streicher, Solovioline und Schlagzeug des in Tasmanien geborenen und in Australien lebenden Peter Sculthorpe, war auch ein modernes Stück Bestandteil des Programms. Den Part der Solovioline übernahm Alban Beikircher. Die Melancholie sphärischer Kläng, die Anklänge an die Weite des ozeanischen Kontinents kamen schön zum Ausdruck. Weshalb so viel Melancholie, ließ sich im Programm nachlesen: Sculthorpe hatte das Stück als Reaktion auf den Tod seines Vaters komponiert.
Melancholie schwang auch bei Carl Nielsens „Kleine Suite in a-moll für Streichorchester“ mit. Insbesondere das Präludium bestimmten die dunklen Töne, während der Mittelsatz die Heiterkeit einer Mittsommernacht deutlich machte, um schließlich mit dem Finale zu enden.
So lag denn viel Schwermut auf der Musik des ersten Teils. Das Kammerorchester spielte auf einem für ein Amateurorchester hohen Niveau, konnte aber nicht in allen Teilen der vom Dirigenten verlangten Dynamik folgen.
Doch dann der Schnitt: Der zweite Teil stand in punkto Dynamik, Klarheit und Akzentuierung der Musik im Gegensatz zum ersten. Darauf hatte das Publikum gewartet. Die Solisten Alban Beikircher an der Violine und Ralf Hohn am Flügel rissen das Orchester beim Konzert für Violine, Klavier und Streichorchester d-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy mit. Das Jugendwerk des Komponisten, das r im Alter von 14 Jahren geschrieben hat, gibt widerstrebenden starken Gefühlen mit Meisterhaft Ausdruck. Eine Vielzahl von Tempiwechseln, ein jedesmal überraschender, manchmal abrupter, manchmal verzögerter mit Pausen garnierter und oft komplizierter Übergang von Klaiver auf das Orchester, das Spiel von Violine und Klaiver, Klavier und Orchester, Solovioline und Orchester baute Mendelssohn eine musikalisches Universum auf, baute Spannung auf, hielt sie und schuf eine musikalische Vielfalt, die beim Zuhören mitriss. Genauso gefühlvoll bis ungestüm interpretierten die beiden Solisten das Stück und rissen in ihrer Dynamik das Orchester mit. Für diese Meisterleistung gab es einen riesigen Applaus für die Interpreten und eine Zugabe der beiden Lehrer an der Jugendmusikschule, die es verstehen großer Musik groß zu interpretieren und damit im besten Sinn des Wortes ein großes Vorbild für ihre Schüler gaben.
(Erschienen: 24.11.2009 15:00)



































